Symbol des Frühlings und der Jugend

Maitanz mit Aufmarsch und Versteigerung der Lämmer

Mittwoch, 28. Mai 2014

Zur Sanktannaer Maibaumtracht gehört auch die traditionelle Frisur. Foto: Zoltán Pázmány

Sanktanna - Trommelschlag ließ die Stadtbewohner aufhorchen, als die Bläser des Orchesters aus Großpereg/Peregul Mare den Aufmarsch der 75 Trachtenpaare musikalisch ankündigten. Die Schüler der „Sankt Anna“-Schule hatten die Maibaumtracht angelegt und sind stolz erhobenen Hauptes durch ihren Heimatort marschiert. Mit dabei waren auch  Mitglieder der Sanktannaer Folkloregruppe „Busuiocul“ und der Tanzgruppe „Banat-JA“ aus Arad. Nach altem Brauch wurde am letzten Maiensonntag 2014 in Sanktanna/Sântana/Kreis Arad das Maibaumfest gefeiert. Veranstalter waren das Demokratische Forum der Deutschen Sanktanna und die „Sankt Anna“-Schule. Nach dem Trachtenumzug wohnten alle Teilnehmer und Gäste der Maiandacht in der „Muttere Anna“-Kirche bei.

Danach begaben sie sich in den Hof der deutschen Schule neben dem Wasserturm. Die Trachtenpaare umringten den hier aufgestellten, mit Girlanden umwundenen Maibaum, zuerst wurde getanzt, wonach die Versteigerung der zwei Lämmer begann. Abwechselnd bestiegen die Maibaum-Burschen das Fass, das „Verletzetiere“ hat lange angehalten. 

Die römisch-katholische Kirche in Neu-Sanktanna wurde in den letzten Jahren generalüberholt, es wurde eine Kapelle eingerichtet, in der die Trachten aufbewahrt werden. Hier wird den Mädchen auch das Trachtenkleid angelegt. Dies nicht nur zum Maibaum- oder Kirchweihfest. Das Trachtengewand begleitet die Sanktanner das ganze Jahr hindurch. Denn die Marienmädchen sind bei allen Fest- und Feiertagen, bei Wahlfahrten nach Maria Radna, das Aushängeschild der Ortschaft.

 

Baumschlagen und –aufstellen

Andreas Auer, stellvertretender Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna, schreibt über diesen Brauch: „Früher wurde das Maibaumfest an jedem Maiensonntag in einem anderen Ortsteil gefeiert. Am letzten April, morgens in aller Früh, zogen die Burschen von jedem Viertel mit Pferdegespann und einer Ziehharmonika in den Wald, um den Baum zu fällen. Danach ging es im Wald sehr lustig zu und man wartete bei Musik und Wein bis am Nachmittag,  um den Maibaum mit Blasmusik in die Marktgemeinde ´reinzublasen`. Samstags vor der Feier wurde der Baum mit Blumen und bunten Bändern geschmückt und aufgestellt. In dieser Nacht zum Sonntag musste ein Mann Wache stehen, denn die Burschen von einem anderen Ortsteil versuchten den fertig geschmückten Maibaum zu stehlen oder einfach abzusägen, was auch manchmal passierte. Am oberen Teil des Maibaums wurde ein Gerüst befestigt, wo sich die zwei Lämmer während des Festes befanden.

Beim Maitanz trugen die Mädchen weiße Faltenröcke wie zu Kirchweih, schwarze, reich verzierten Schürzen, `Röckl` mit Buschärmel, eine weinrote Perlenkette um den Hals, weiß gehäkelte Kniestrümpfe, schwarze Schuhe und in der Hand eine Tulpe. Die Burschen trugen zuerst die `Fäßlâstiefel` mit schwarzem Leibchen oder Frack und erst später, nach dem Krieg, dunkle lange Hosen und weißes Hemd“. 

 

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