Tag der Deutschen Einheit begangen

Konsulin der Bundesrepublik Deutschland lud zum Empfang

Donnerstag, 06. Oktober 2016

Hermannstadt - Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit lud die Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt/Sibiu, Judith Urban, am 3. Oktober zu einem Empfang im Hilton-Hotel ein. Mehrere Hundert Gäste, darunter Vertreter der deutschen Minderheit aus Hermannstadt und Klausenburg/Cluj-Napoca, Bürgermeisterin Astrid Fodor, Lokalpolitiker und Kirchenvertreter sowie Leiter zahlreicher Kultur- und Bildungsinstitutionen, waren der Einladung gefolgt.

Eröffnet wurde der Empfang durch die von einer Blaskapelle gespielte Nationalhymne der Bundesrepublik. Applaus erfuhr die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven, die in der Instrumental-Version die Hymne der Europäischen Union darstellt. Dabei wurde deutlich, dass das Ende der Teilung Deutschlands auch als das Ende der Teilung des europäischen Kontinents interpretiert wird, was auch Konsulin Judith Urban und Klaus Brähmig, Mitglied des Deutschen Bundestages, betonten. In ihrer folgenden Festansprache ließ Konsulin Judith Urban das vergangene Jahr Revue passieren und blickte schon auf das kommende, in welchem es den Evangelischen Kirchentag in Kronstadt/Brașov, das Sachsentreffen in Hermannstadt sowie 50 Jahre Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Rumänien zu feiern gilt. Mit dem 31. Januar 1967 war die Volksrepublik Rumänien zugleich der erste Staat aus der sowjetischen Sphäre, mit welchem die Bundesrepublik diplomatische Beziehungen auf Botschaftsebene einrichtete. Angemerkt werden muss ein Verweis auf Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister des Auswärtigen, der laut der Konsulin auf der Konferenz der Leiter der deutschen Auslandsvertretungen im August in Berlin darauf hinwies, dass mit dem Ausbildungslehrgang 2016 erstmals „Kollegen für den auswärtigen Dienst ausgebildet werden, die nach dem Mauerfall geboren wurden.“ 

Gewiss hat ein Nationalfeiertag die Aufgabe Identität zu stiften und eine Geschichte zu transportieren, doch gerade dann muss herausgestellt werden, dass mit dem Fall der Berliner Mauer eben nicht der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik vorbestimmt war. Das war erst im Frühjahr absehbar, im Sommer überschlugen sich dann die Ereignisse. Nüchtern betrachtet ist der 3. Oktober ein technisches Datum. Es war der erste Tag nach der KSZE-Außenministerkonferenz, auf welcher die Ergebnisse der Zwei-plus-vier-Gespräche präsentiert werden sollten und damit der frühstmögliche Termin für einen Beitritt. Emotionale Bilder liefert der Tag keine, was der 9. November hingegen tut. Somit steht der 3. Oktober am Ende eher stellvertretend für die Ereignisse von 1989/90.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*