Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden

Volkstrauertag am Militärfriedhof Pro Patria

Mittwoch, 19. November 2014

Kranzniederlegungen am Ehrenmal Foto: Marta Hermyt

Bukarest (ADZ) - Am vergangenen Sonntag lud der deutsche Botschafter, Werner Hans Lauk, zum Volkstrauertag am Friedhof Pro Patria ein. Die Zeremonie begann mit den Nationalhymnen der anwesenden Ländervertretungen. Während die Gedenkreden in Deutschland in diesem Jahr vom israelischen Publizisten und Botschafter Avi Primor und Bundespräsident Joachim Gauck gehalten wurden, sprachen in Bukarest Werner Hans Lauk, der französische Botschafter François Saint-Paul und der bulgarische Botschafter Aleksandar Filipov über das Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg. Ihnen zu Ehren wurden am Gedenkmal Blumenkränze niedergelegt und im Anschluss daran gemeinsam gebetet.

Im Jahr 1919 wurde der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges gegründet, welcher den Volkstrauertag mit dem Motiv eines unübersehbaren Zeichens der Solidarität mit den Hinterbliebenen der Gefallenen eingeführt hat. Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der Volkstrauertag wird heute traditionell zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen. Es ist nicht nur ein Tag zum Gedenken der Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen, sondern ein Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.

Kommentare zu diesem Artikel

Christian, 25.11 2014, 13:32
@Tourist: Es ist eine anerkannte populistische Technik zwei völlig unabhängige Dinge miteinander zu vermischen. Wer den Untergang von k.u.k. betrauert hat seine Lektion nicht gelernt. Nach aktueller Geschichtsforschung war selbst dem österreichischem Kaiser unwohl bei der Bahndlung der rumänischen Bevölkerung durch das ungarische Königshaus. (vgl. Clark, Christopher in die Schlafwandler)
Diese Behandlung entfachte eine Anti-ungarische Stimmung, die nicht ungerechtfertigt war. Vergessen wir dabei auch nicht, das es auch auf Seiten der Siebenbürger Sachsen Opfer gab, zum Beispiel Stephan Ludwig Roth.(http://www.mediasch.net/roth.htm)
Aber ein Volkstrauertag ruft nicht zum Anstacheln auf sondern zum stillen Gedenken. Größe erlangt man nicht durch Geschichtsklitterung.
Größe erlangt man durch da gemeinsame Gedenken und teilen gemeinsamer Erfahrungen. Erfahrungen von Sachsen, Rumänen, Ungarn und Roma.
Tourist, 20.11 2014, 03:17
Am 18. November betrauern wir den Untergang der k.u.k. Monarchie im Jahre 1918. Ohne Provokation hat das bis dahin von Österreich sehr unterstützte Königreich Rumänien einseitig den Krieg erklärt, während die österreichisch-ungarischen Truppen weit entfernt in Galizien und am Isonzo standen. Trotzdem gelang die Eroberung Siebenbürgens nicht, auch weil es keinen Volksaufstand der dortigen rumänischen Bevölkerung gab. Doch 1918/19 gewann man am Pariser diplomatischen Parkett, was man militärisch nicht gewinnen konnte. Seitdem leben wir unter der Herrschaft Bukarests. Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Bahnhöfe, sogar Kasernen residieren immer noch in den selben Gebäuden, die damals unter Kaiser Franz Joseph erbaut wurden, nur den Doppeladler hat man abgeschlagen. Das war's aber schon. Außer ein wenig Farbe ist 100 Jahre nichts in die Infrastruktur von Siebenbürgen investiert worden. Erst seit die EU Millionen und Milliarden reinpumpt, merkt man erneut einen Aufschwung, aber das sind Almosen aus dem Ausland, nichts was aus Bukarest kommt.

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