Temescher IHK – Mitglieder nicht selten unzufrieden

Kammerpräsident macht Behörden für vieles verantwortlich

Freitag, 06. Januar 2012

Beim IHK-Besuch im serbischen Pancevo: Der Konfektionsunternehmer Milan Knezevic hält viel von partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Serbien und Rumänien. Archivfoto: Siegfried Thiel

Temeswar - Kein gutes Haar ließ der Hauptaktionär der Firmengruppe Izometal-Confort, Georgică Cornu, an Staat und Kommunalpolitikern: "Es gibt Bürgermeister und Kreisratspräsidenten, die ihre Institution als eine Art Privatunterfangen betrachten", sagte Cornu und "es gibt eine Reihe von Gemeinden, die zu Wahlzwecken existieren und deren Bürgermeister ohne ihr Amt erwerbslos wären".

Diese Anschuldigungen brachte Cornu, der auch Vorsitzender der IHK im Verwaltungskreis Temesch/Timiş ist, vor allem im letzten Halbjahr 2011 wiederholt zum Ausdruck. Nicht anders auch bei der IHK-Konferenz zum Abschluss des Jahres, wo er erneut auf die Verzögerungen hinwies, mit denen Kommunen die Arbeiten der Privatunternehmer zu begleichen pflegen. Dies mit ein Grund, warum es vielen Firmen schlecht geht, sagte Cornu.

Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein in so mancher öffentlichen Einrichtung stellte Cornu in Frage. „Der Staat zahlt die Arbeiten nicht“ (...), „Man hat gelernt, schön zu reden doch die Resultate bleiben aus“, sagte Cornu und schloss: „Das verflossene Jahr hatte kaum schöne Seiten“.

Ein grenzüberschreitendes Projekt (zwischen Rumänien und Serbien) um Forschung, Entwicklung und Kooperation in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern, stand wohl auf einem Spitzenplatz der Projekte für die Temescher IHK im vergangenen Jahr.

Im historischen Banat sollen damit Wettbewerbsfähigkeit und regionale Identität nach EU-Maßstäben gefördert werden. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe standen im Fokus dieses Projekts, das Ende Dezember 2011 ausgelaufen ist.

Auch sonst basierten die Initiativen der Handelskammer weitgehend auf EU-Förderungen, sowohl in der Ausbildung von Führungspersonal aus KMU als auch innerhalb des sogenannten „Enterprise Europe Network“. Dies ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die Unternehmern die Möglichkeit bietet, über ein einziges Amt vielseitige Dienstleistungen zur Unterstützung der Wirtschaftstätigkeit abzurufen.

Mit den etwa 600 Organisationen aus 50 Ländern ist es das am breitesten angelegte Netzwerk in Europa, das Informationen und Beratung für Firmen sichert. Gezielt auf den Westen und Südwesten Rumäniens ausgerichtet ist in dieser Hinsicht das RO4Europe. Partner sind die Temescher IHK – als Projektkoordinator -, die IHK Vâlcea, die IHK Arad, sowie die Dienstleistungs- bzw. Beratungsfirmen IPA Craiova und Inpulse Partners SRL. 

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