Temescher Kreiskrankenhaus sucht Mitarbeiter

Personalaufstockung: Mehr als einhundert neue Arbeitsstellen

Dienstag, 13. Januar 2015

Die Interessenten können ihre Bewerbungen bis 14. Januar hinterlegen, am 23. Januar findet die schriftliche Prüfung statt, am 28. Januar die praktische Prüfung sowie das Vorstellungsgespräch.
Foto: Zoltán Pázmány

Über einhundert Arbeitsstellen wurden Ende 2014 im Temescher Kreiskrankenhaus zur Besetzung freigegeben. 118 Personen werden gesucht: Arzthelfer, Pfleger, Krankenträger, Wirtschaftswissenschaftler, Physiotherapeuten, aber auch sonstiges Personal. „Bis zum 14. Januar können sich die Interessenten noch bei uns bewerben und danach fangen die Wettbewerbe an“, so Daniela Radu, medizinische Leiterin des Kreiskrankenhauses in Temeswar. „Wir suchen alle Arten von Fachleuten, denn in allen Bereichen wird am zulässigen unteren Limit gearbeitet. Es handelt sich nicht nur um Ärzte, sondern auch um Reinigungs-, technisches sowie administratives Personal“, so Daniela Radu. Diese Anstellungswelle im Temescher Kreiskrankenhaus ist nicht die erste und auch nicht die letzte dieser Art, denn seit Frühjahr 2014 wurde dies eine Priorität des Gesundheitsministeriums. „Es wäre ein Chaos entstanden, hätten wir alle Arbeitsstellen, die wir brauchen, auf einmal ausgeschrieben. Seit Sommer 2014 bis heute fanden die Anstellungen in drei Etappen statt und sie werden weitergehen“, erklärt Dr. Daniela Radu.

Dass es im rumänischen Gesundheitssystem einen großen Mangel an Fachleuten gibt, ist nicht neu. Es ist einer der Gründe, weswegen zuletzt viele Arbeitsstellen zur Besetzung freigegeben wurden. „Die besorgniserregendste Situation ist in den Krankenhäusern“, so Vasile Astărăstoae, Vorsitzender der Rumänischen Ärztekammer (CMR). „Die Zahl der Ärzte in den Krankenhäusern beläuft sich heute auf nur 13.521 (im Vergleich zu den 20.648 Medizinern in 2011 und 14.487 in 2013), bei einer erforderlichen Zahl von 26.000“, führt er weiter fort. Darüber hinaus sind in den rumänischen Krankenhäusern nur 407 Ärzte jünger als 30 Jahre, dagegen 3901 zwischen 30 – 40 Jahre, 3642 zwischen 40 – 50, 2610 zwischen 50 – 60 und 2961 über 60 Jahre alt.
Ob es genügend Interessenten für die freien Arbeitsstellen am Temescher Kreiskrankenhaus geben wird, bleibt offen, denn die Tendenz der Fachleute aus dem medizinischen Bereich auszuwandern, fühlt man auch im Westen des Landes. „Ja, wir haben auch dieses Problem. Die jungen Leute gehen ins Ausland, nachdem sie hier ihre praktische Ausbildung machen.

Aber das bringt ja letztendlich die grenzüberschreitende Gültigkeit der europäischen Diplome mit sich. Alle haben das Recht, davon zu profitieren“, so Daniela Radu. Trotzdem bestätigt die medizinische Leiterin des Kreiskrankenhauses aus Temeswar, dass sich genügend Kandidaten für die neuen Arbeitsstellen beworben haben, denn es handelt sich ja nicht nur um Ärzte. Und so überraschend es auch klingen mag, gibt es auch Einzelfälle von Ärzten, die nach einem Aufenthalt im Ausland wieder zurückkehren. Solche Fälle gibt es auch im Temescher Kreiskrankenhaus. Die meisten bleiben jedoch auf lange Zeit im westlichen Ausland. Die Ärztekammer meldete, dass 2014 die Auswanderung der Ärzte landesweit zugenommen hat: Es gab 2450 Anfragen für Zertifikate für eine Arbeitserlaubnis im Ausland. Schät-zungsweise treten jährlich etwa 3000 Ärzte ins rumänische Gesundheitssystem ein und im Gegenzug verlassen es 3500. Dies geht auf Migration, Tod oder Pensionierung zurück.

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