Temeswar – Europäische Kulturhauptstadt 2021

Förderverein startet dreimonatige Aufklärungskampagne

Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Geschäftsführerin Simona Neumann stellte am Mittwoch im Rathaus eine neue Studie der West-Universität sowie die Aufklärungskampagne „Kultur vereint die Gemeinschaft“ vor. Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar/Timişoara ist in den Augen seiner BürgerInnen eine Kulturstadt. Ohne die  Förderung von Kultur könnte auch der soziale und wirtschaftliche Sektor nicht gedeihen. Das zeigt eine aktuelle Studie der West-Universität, die im Auftrag des Vereins „Temeswar Europäische Kulturhauptstadt“ zwischen dem 8. und 24. November 2013 durchgeführt wurde. Kaum überraschend, findet Bürgermeister Nicolae Robu. Schließlich würde eine andere Studie, die die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Institut Temeswar ausgearbeitet hat, das Gleiche besagen. Diese wird zwar erst Ende Januar offiziell präsentiert, doch die ersten Ergebnisse liegen bereits vor.

Darum müsste die 300.000-Einwohnerstadt in sieben Jahren zu einer Kulturhauptstadt avancieren und zwar nicht, weil es Robu möchte oder die Parteienallianz USL, sondern weil es die Bürger wollen. Laut der Studie wollen sich immerhin 55 Prozent der Befragten aktiv an den Vorbereitungen für die Kandidatur beteiligen. Denn fast 94 Prozent meinen, dass es einer Stadt und ihren Menschen nur dann gut gehen kann, wenn es ein reiches Kulturangebot gibt.

Worauf die meisten Temeswarer besonders stolz sind, ist die Tatsache, dass hier die Revolution von 1989 begann und sie somit zur ersten freien Stadt Rumäniens wurde. Damit würde man Temeswar am ehesten assoziieren. Fast genauso charakteristisch ist ihr Ruf eine bedeutende Universitätsstadt zu sein. Woran es der Stadt mangelt, sei Geld. 17,1 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Kandidatur für den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ an fehlenden finanziellen Mitteln scheitern wird. Auch die Denkweise der Menschen sei ein wichtiger Faktor. 15,4 Prozent glauben, dass fehlendes Engagement ein Hindernis sein wird. Um die anderen konkurrierenden Städte machen sich dagegen die wenigsten Sorgen. Dies sei ein Fehler, findet Robu. Man dürfe nicht überheblich sein und die anderen unterschätzen, sondern man müsse sich bewusst werden, dass es sich um einen Wettbewerb handelt und darum den anderen Städten zumindest mit Respekt begegnen sollte. Besonders streng fuhr der Bürgermeister mit der lokalen Wirtschaft ins Gericht: Viele Unternehmen würden keinen Finger krümmen, um die Kandidatur zu unterstützen. Nur drei Firmen sowie die Stadtverwaltung finanzieren momentan den Verein „Temeswar Europäische Kulturhauptstadt“ sowie ihre Projekte. Eine weitere Einnahmequelle seien laut der Geschäftsführerin Simona Neumann die Mitgliedsbeiträge. Immerhin hat Neumann inzwischen mehrere Freiwillige, die sie unterstützen. Sie hofft auf mehr, besonders nach der Aufklärungskampagne „Kultur vereint die Gemeinschaft“, die zwischen dem 15. Januar und 31. März stattfinden wird.

Kampagne zur Aufklärung der Bürger

Laut der aktuellen Studie der West-Universität wissen 31,8 Prozent der Bürger nicht, dass sich Temeswar für den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ bemüht. Obwohl die Zahl recht niedrig ist, wissen auch viele der Befragten, die über die Kandidatur Bescheid wissen, nicht richtig, was der Titel bedeutet und welche Rolle sie dabei spielen. Licht ins Dunkel soll eine dreimonatige Aufklärungskampagne bringen. Für 27.000 Euro wurden 8.000 Broschüren, 25.000 Flyer, 25.000 Aufkleber, 1.000 T-Shirts, 850 Poster sowie 500 Tassen hergestellt. Diese sollen in zwei Etappen im Umlauf gebracht werden. Broschüren und Flyer wurden mehrsprachig gedruckt. Die Aufkleber stellen fünf Ereignisse vor, die Temeswar als europäische Stadt hervorhebt. T-Shirts und Tassen sollen Freiwillige erhalten, die sich aktiv für die Kandidatur einsetzen und im Verein aushelfen. Auch eine Internetseite steht ab heute online. Auf www.timisoara2012.ro werden noch einmal sämtliche Informationen über den Verein sowie die Kandidatur der Stadt erscheinen. Parallel dazu wird Werbung auf Facebook sowie in der Temeswarer Blogger-Community gemacht. Für die Gestaltung der Kampagne wurde die Agentur „X3 Studios“ beauftragt. Die Gesamtkosten für die Kampagne wurden von der Stadt übernommen. Eine Investition, die sich auszahlt, so der stellvertretende Bürgermeister Dan Diaconu. Denn das Engagement der Bürger und Einrichtungen wird am Ende darüber entscheiden, ob aus der Kulturstadt Temeswar auch eine kulturelle Hauptstadt wird. 

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