Temeswar gedenkt der Märtyrer

Diese Woche sind es 26 Jahre seit dem Ausbruch der Revolution

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Der 17. Dezember ist Trauertag in Temeswar. An diesem Tag findet auch der sogenannte „Heldenmarsch“ statt. Der Marsch geht den Weg der Revolution nach: Vom Pfarrhaus des reformierten Pastors László Tökés am Marienplatz, über die Trajansbrücke bis hin zur Orthodoxen Kathedrale (im Bild), am Sitz der Gedenkstätte der Revolution vorbei, bis zum Heldenfriedhof.
Foto: Zoltán Pázmány

 Temeswar – Vor 26 Jahren hat hier alles begonnen. Mitte Dezember 1989 sprang von Temeswar/Timişoara ein Funke über aufs ganze Land – dann ging der rumänische Kommunismus unter. Die Stadt, wo alles begonnen hat, organisiert auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen, die die blutigen und letztendlich triumphalen Ereignisse würdigen. Sowohl die Stadt Temeswar, als auch die Temeswarer Vereine der Revolutionäre bereiten zu diesem Anlass zahlreiche Veranstaltungen vor. Kranzniederlegungen, Debatten und Wallfahrten, Ausstellungen und Konzerte – all dies steht auf ihrem Veranstaltungskalender. Das Programm begann am 15. und 16. Dezember mit  Symposien und Ausstellungen sowie mit einer außergewöhnlichen Kommunalratssitzung, Kranzniederlegungen und Kerzenanzünden zum Gedenken an die gefallenen Opfer. Es wird bis am 21. Dezember fortgesetzt.

Der 17. Dezember ist Trauertag in Temeswar. Seit 1993 wird dieser Tag begangen – alle Institutionen werden an diesem Tag die rumänische Flagge auf Halbmast setzen. Es finden Gottesdienste zum Gedenken an die Märtyrer und Kranzniederlegungen an der Orthodoxen Kathedrale, an der Märtyrerkirche und auf dem Temeswarer Heldenfriedhof statt. Der alljährliche Heldenmarsch ist auch für diesen Tag programmiert. Die Mitglieder des Drukeria-Vereins (Fußballfans der Temeswarer Mannschaft Poli) veranstalten den Marsch, der den Weg der Revolution nachgehen wird: Vom Pfarrhaus des reformierten Pastors László Tökés am Marienplatz aus führt der Weg, ab 18.30 Uhr, auf dem heutigen Boulevard des 16. Dezember 1989, über die Trajansbrücke bis hin zur Orthodoxen Kathedrale. Dann, am Sitz der Gedenkstätte der Revolution vorbei, führt der Weg weiter zum Heldenfriedhof, wo die „ewige Flamme“ für die Opfer der Revolution brennt. Auch mehrere Gedenkgottesdienste werden an diesen Tagen in den Temeswarer Kirchen und auf dem Friedhof zelebriert. Ebenfalls am 17. Dezember werden auf den Treppen der Kathedrale Kerzen angezündet und der Opfer der Revolution gedacht. Hier sind vor 26 Jahren Menschen von den Truppen der Armee, der Securitate, der Miliz usw. ermordet worden.

Am 20. Dezember 1989 wurde Temeswar zur ersten kommunismusfreien Stadt Rumäniens erklärt. Um dieses Ereignis zu würdigen, sind an diesem Tag mehrere Veranstaltungen geplant. Um 13 Uhr werden die Sirenen in ganz Temeswar läuten. Die verschiedenen Revolutionsvereine, zusammen mit Mitgliedern der trauernden Familien, Angehörigen und Teilnehmern der Revolution werden im Laufe dieser Tage mehrere Wallfahrten nach Bukarest, Popeşti-Leordeni und Slatina Olt starten und somit „Auf den Spuren der Asche der Temeswarer Märtyrer, die man in der Revolution verschwinden ließ“ gehen. Am Opernplatz wird am 20. Dezember, zum zweiten Mal, das Konzert „Rock für die Revolution“ stattfinden. Mere, Sonatic, Sanctuar, The Weekend Band, Vest Phoenix Cover und Phoenix werden ab 17 Uhr auf der Bühne in der Temeswarer Innenstadt auftreten.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 18.12 2015, 01:33
kriegen die Nachkommen auch eine finanzielle Hilfe, oder ist das nur eine billige Selbstbeweihräucherung? Wendehälse hat es ja genug gegeben, nur die Leute, die damals wirklich Mut gehabt haben und gestorben sind oder verwundet wurden, denen sollte man helfen, bzw. ihren Familien.

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