Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Doppeltes Event zum 80. Geburtstag von Constantin Flondor

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Constantin Flondor (links) wird in der Galerie Jecza gewürdigt. Neben ihm: die Kunstkritikerin Alina Şerban, Andrei und Sorina Jecza.

Im Kunstmuseum Temeswar
Fotos: Zoltán Pázmány

„Dass zwei Ausstellungen an meinem 80.Geburtstag organisiert wurden, war eine geschickte Aktion. So werde ich 40 Jahre im Kunstmuseum und 40 in der Galerie Triade feiern“, scherzte Constantin Flondor mit dem Publikum bei der Vernissage der Ausstellung „2x80: Megert/Flondor“.

Das Kunstmuseum Temeswar und die Galerie Jecza haben vor Kurzem den beliebten Gegenwartskünstler Constantin Flondor gefeiert. Anlass dazu bot der runde Geburtstag des Malers. Collagen von Constantin Flondor, Malereien des Schweizer Künstlers Christian Megert, die sich drei Mal getroffen haben, sind hier ausgestellt und können noch bis zum 1. März bewundert werden.

Unterschiedlicher konnten die Welten, in denen die beiden Künstler zu schaffen begonnen haben, nicht sein: Christian Megert in der Schweiz, Constantin Flondor im damals kommunistischen Rumänien. Eins vereinte sie aber: Beide haben in ihren Werken versucht, die (damaligen) Grenzen der Kunst zu sprengen und Neues zu erkunden.

Fortgesetzt wurde die Ehrung, die in diesem Ausmaß nur wenigen Künstlern zuteilwird, mit der Vernissage der Ausstellung „Die Veranda mit den Schneeblumen“ im Kunstmuseum. Wieder ein breites Publikum, zum Teil Gesichter, die man bereits am Vortag gesehen hatte: Es war das traditionelle Kunstpublikum aus Temeswar sowie viele Künstler und Akademiker, die Constantin Flondor hochschätzen, Familienmitglieder und Freunde.

Der Titel der Ausstellung ist nicht dem Ungefähr überlassen worden, Constantin Flondor thematisiert in den 40 Werken, die verschiedene Etappen seines Lebens und Schaffens bebildern, unter anderem den Garten und die Schneeflocke. Der Künstler hat zum Beispiel mit Mehl experimentiert, indem er das Mehl auf einem schwarz angemalten Hintergrund gesiebt hat, ist ein Werk entstanden, das stark einem Blick durch die Autoscheibe oder das Fenster in eine verschneite Nacht ähnelt.

Für C²lin Stegerean, dem Direktor des Nationalen Kunstmuseums in Bukarest, der bei der Vernissage das Wort ergriffen hat, bot „die Ausstellung mehr als nur den Anlass zu Meditationen über die Beziehungen zwischen Inhalt und Schein an“. Victor Neumann, der Direktor des hiesigen Kunstmuseums, erkannte in den Werken Flondors eine Balance: „Von der Geometrie zur Natur, von dem Studium der Formen zu dem der Farben, von den Themen und Stücken der Avantgarde zur Wiederkehr zur fundamentalen Magma, das Werk des Künstlers schlägt eine Balance zwischen Okzident und Orient vor, eine Balance, die das rumänische intellektuelle Universum sowie das zentral- und osteuropäische, in denen sich der Künstler geformt hat, hervorhebt“. Die Kunstkritikerin Ileana Pintilie sprach über die Techniken, die der Künstler angewandt hat.

Ein Ausstellungsraum ist der Biographie des Künstlers gewidmet. Dabei rücken der Geburtsort Tschernowitz, wo Constantin Flondor auch seine Kindheit verbracht hat, und auch die Porträts von Familienmitgliedern sowie Autoporträts des Künstlers in den Mittelpunkt. Die Auseinandersetzung mit der Kunst liegt in der Familie, wie es die Besucher herausbekommen werden: Nicht nur Werke von Constantin Flondor werden in dem betreffenden Raum ausgestellt, sondern auch Werke, die von den Eltern, dem Onkel, der Tochter und der Enkelin des Malers geschaffen wurden, werden gezeigt. 50 Jahre hat Constantin Flondor der Kunst gewidmet. Er war Mitbegründer der Künstlergruppen „1.1.1.“ und „Sigma“ gehört, hat am Kunstlyzeum in Temeswar gewirkt und war auch der Dekan der Kunsthochschule an der West-Universität Temeswar.

Die Events sind im Rahmen einer Partnerschaft zwischen dem Kunstmuseum Temeswar und der Stiftung Triade sowie DIEHL Berlin entstanden.

 

 

 

 

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