Temeswar: Kulturhauptstadt Europas 2021

Dritte Donau-Kulturkonferenz wird in Temeswar stattfinden

Mittwoch, 17. Juni 2015

Die Donau in Ulm im Frühling
Foto: die Verfasserin

Zwischen dem 24. und dem 26. Juni wird Temeswar eine Donaukulturhauptstadt sein. In dieser Zeitspanne findet hier die dritte Donau-Kulturkonferenz statt. Das diesjährige Thema lautet „Die Donau – der Strom als Erfahrung“. Ziel der Konferenz ist, ein festes Kommunikationsnetzwerk zu bilden, woraus neue gemeinsame Kulturprojekte entstehen sollen. Temeswar wurde durch seine multiethnische, multikonfessionelle und multilinguistische Geschichte zum Veranstaltungsort für dieses Ereignis gewählt. Auch ist Temeswar durch die Bega mit der Donau verbunden.

Die erste Donau-Kulturkonferenz wurde 2013 in Ulm im Rahmen des Entwicklungs- und Förderprogramms der EU-Donauraumstrategie (EUSDR) und mit dem Ziel der Förderung des Austausches zwischen den Donauländern organisiert. Veranstalter waren das Land Baden-Württemberg und die Europäische Donau-Akademie Ulm. Die 2. Donau-Kulturkonferenz fand 2014 in der serbischen Stadt Novi Sad statt und schaffte es, die Chancen einer „kulturellen Makroregion an der Donau“ zu erhöhen.

 

Das Programm

Auch diese 3. Donau-Kulturkonferenz wird das europäische Entwicklungs-Programm der EUDRS als Grundlage haben. Folgende Institutionen wirken mit: die Stadt Temeswar, der Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“, das Deutsche Kulturzentrum Temeswar, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, die Kulturreferentin für Südosteuropa am Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, das Ministerium für Regionale Entwicklung und Öffentliche Verwaltung, das Departement für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Regierung Rumäniens, das Kunstmuseum Temeswar, die Europäische Donau-Akademie Ulm, der Rat der Donaustädte und das Deutsche Konsulat in Temeswar.

An der Veranstaltung werden bedeutende Persönlichkeiten der Kulturwelt, Künstler, Vertreter des akademischen Bereichs, Manager, Kulturreferenten, Journalisten, Vertreter der Landes-, Regional- und Lokalbehörden aus den Donauländern, Politiker und Diplomaten teilnehmen. Ziel ist die Schaffung eines gemeinsamen virtuellen Raums, der einen konstruktiven Dialog zwischen den Kulturen der Donauregion ermöglichen soll.

Am Mittwoch wird den Teilnehmern ab 16 Uhr ein Stadtrundgang, der vor der Oper beginnt, angeboten. Die eigentlichen Arbeiten der Konferenz starten am Donnerstag um 9 Uhr mit dem Eröffnungsvortrag des rumänischen Kulturministers Ionuţ Vulpescu im Multifunktionssaal des Temescher Kreisrats. Die Grußworte sprechen Nicolae Robu, der Bürgermeister der Stadt Temeswar, Joachim Uhlmann, der Leitende Ministerialrat im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sergiu Nistor, der Kulturberater des rumänischen Präsidenten Klaus Johannis, Titu Bojin, der Vorsitzende des Temescher Kreisrats, Eugen Dogariu, der Präfekt des Kreises Temesch, Ioan Holender, der künstlerischen Leiter des Internationalen Musikfestivals „George Enescu“ und Simona Neumann, die Geschäftsführerin des Vereins „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“.

Als Keynote-Speaker wurde Adrian Cioroianu, der Dekan der Geschichte-Hochschule an der Universität Bukarest, eingeladen. Die Moderation übernimmt am Vormittag Méhes Márton, der Direktor des „Collegium Hungaricum“ aus Wien.

Nach einer Kaffeepause geht es um 11 Uhr weiter mit den Impulsreferaten von Victor Neumann, der Professor an der West-Universität Temeswar und Direktor des Kunstmuseums Temeswar ist, und Peter Langer von der Europäischen Donau-Akademie Ulm, der auch Generalkoordinator des Rats der Donaustädte und –regionen ist.

Der Nachmittag ist den Workshops reserviert. Alle Ateliers fangen um 14 Uhr an. Ein Workshop bespricht das Thema „Das Haus der Kulturen des Donauraums“ und findet im Barocksaal des Kunstmuseums statt. In einem zweiten Atelier, das im Multifunktionssaal des Temescher Kreisrates tagt, wird über „Kreativwirtschaft – Chancen für Beschäftigung und Kulturentwicklung im Donauraum“ debattiert. In einem dritten Workshop wird über „Die Rolle der Kultur für die nachhaltige Entwicklung der Städte“ gesprochen. Dieser Workshop findet in der Mansarde der Theresien-Bastei statt.

Außerdem bietet die Konferenz den Teilnehmern um 18:30 Uhr auch eine Buchpräsentation in der Buchhandlung „Cartea cu nisip“ an: „A Journey Upriver from the Black Sea to the Black Forest“ („Eine Fahrt flussaufwärts vom Schwarzen Meer bis zum Schwarzwald“) von Nick Thorpe ist 2014 im Verlag „Yale University Press“ erschienen. Auch an Theatervorstellungen können sich die Teilnehmer am Abend erfreuen: das Deutsche Staatstheater Temeswar, das Ungarische Theater „Csiky Gergely“ und das „Auăleu“-Theater bieten die Vorstellungen, die gleichzeitig stattfinden, an.

 

Ein Schlüsselereignis

Am Freitag, dem 26. Juni, werden im Plenum im Multifunktionssaal des Temescher Kreisrats ab 9 Uhr, die Ergebnisse der Workshops vorgestellt. Anschließend wird das Schlusskommuniqué vorgelesen und der Gastgeber der nächsten Donau-Kulturkonferenz bekanntgemacht.

Am Nachmittag findet noch die Tagung des Arbeitskreises Kultur, Wissenschaft und Bildung und als ein Schlüsselereignis im Rahmen der 3. Internationalen Donau-Kulturkonferenz ein Projektelaboratorium in Rekasch statt, bei dem sich Direktoren, Kulturmanager, Kulturakteure, Künstler, Freiberufler und das Team von „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ austauschen können, um Kooperationsmöglichkeiten zu finden.

 

 

 

 

 

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 21.06 2015, 01:52
Temeswar hat Potential, das es aber zu wenig nutzt. Eigentlich ist es die serbischste Stadt außerhalb Serbiens, die ungarischste Stadt außerhalb Ungarns und die deutscheste Stadt außerhalb des deutschen Sprachraums. Ein multikultureller Schmelztiegel und eine der wenigen Regionen Rumäniens, wo das auch ziemlich gut funktioniert. Das sollte man mehr in den Vordergrund rücken.

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