Temeswarer Domplatz wird gefördert

Ziel des „Piaţa Unirii“-Vereins ist die Belebung der Innenstadt

Mittwoch, 13. Februar 2013

Kultur, Soziales oder Sport – jeder Monat wird ab nun eine besondere Thematik am Domplatz haben. Foto: Zoltán Pázmány

Ein Pilotprojekt wurde neulich gestartet – der „Piaţa Unirii“-Verein wurde ins Leben gerufen, um den Domplatz in Temeswar/Timişoara zu fördern. Ob kulturelle oder soziale Veranstaltungen, die Altbausanierung oder die Optimierung der Parkplätze in der Innenstadt – dies sind nur einige der Ziele, die der neue Verein verfolgt.

Etwa 50 Mitglieder hat der Verein in nur zwei Wochen gesammelt – Café- und Restaurant-, Club- und Bar-Besitzer in der Temeswarer Altstadt aber auch andere Unternehmer und Kulturleute haben sich zusammengetan, um gemeinsam den Temeswarer Domplatz zu fördern. „Vor allem in der Winterzeit, wenn der Platz nicht so belebt ist, möchten wir hier mehrere Events veranstalteten. Diese können in den jeweiligen Cafés und Locations aus der Innenstadt aber auch im Freien am Domplatz veranstaltet werden“, sagt Adrian Aron, Gründer des Vereins. Dabei weist der Besitzer eines Antiquitätenlandens am Domplatz auf verschiedene kulturelle Events hin: Fotoausstellungen und Buchlancierungen, Mini-Konzerte und Theatervorführungen.

Mitte der vergangenen Woche wurde schon das erste Projekt des Vereins „Karneval am Domplatz“ gestartet. Alle Veranstaltungen, die hier während des Monats Februar ablaufen werden, sollen sich um das Thema „Maskenball“ drehen. Am vergangenen Donnerstag wurde somit der Domplatz von zahlreichen Masken gefüllt und schien dem Markusplatz in Venedig ähnlich zu sein. Die Schüler der Nikolaus-Lenau-Schule kamen zum ersten Mal mit ihrer Faschingsparade aus dem Haus und zogen durch den Domplatz. Die besondere Faschingskostüme wurden zum Aufmarsch vorgestellt: blaue Schlümpfe, Flamenco-Tänzerinnen und Piraten, Monster und Jedi-Ritter, Guy Fawkes-Masken oder die Familie Feuerstein – alle marschierten durch den Domplatz. Auch andere Events zum Thema „Karneval“ stehen auf dem Monatsprogramm des Vereins. Projektionen über die Tradition des Karnevals, eine Masken-, Schmuck- und Antiquitäten-Ausstellung sowie eine Graphik-Ausstellung, einen Karneval mit Baroktänzen, einen Maskenball zum Thema „Der venedische Abend“ als auch Kaffeeverkostungen – diese sind nur einige der Veranstaltungen, die im Laufe dieses Monats stattfinden werden.

Auch für die kommenden Monaten wurde bereits die Thematik festgelegt, denn jeden Monat soll man sich mit einem anderen Thema auseinandersetzen. „Rund um jedes Thema sollen dann verschiedene Veranstaltungen stattfinden“, so stellt sich der Initiator des Vereins, Adrian Aron vor. März ist der Monat der Altbauten, dabei sollen die Temeswarer über die Geschichte der Konstruktionen am Domplatz informiert werden und Lösungen gesucht, um die Sanierung der Altbauten zu unterstützen. April ist der Monat der Zünfte und der Messen und Mai soll der Monat Europas und der Vielsprachigkeit sein. Auch andere Themen für die darauffolgenden Monaten wurden bereits besprochen – Musik, Wein, Sport oder Studenten- und Jugendmonat sind nur einige der vorgeschlagene Thematiken. Alle Details und Veränderungen werden aber künftig von den Mitgliedern des Vereins besprochen. Diese treffen sich wöchentlich und versuchen somit eine gute Zusammenarbeit auch mit dem Bürgermeisteramt zu pflegen. „Wir wollen die Veranstaltungen, die vom Bürgermeisteramt hier organisiert werden, nicht stören, aber ich stelle mir sehr gut eine enge Zusammenarbeit mit allen Behörden und Institutionen vor“, sagt Adrian Aron.

Verein in zwei Wochen gebildet

Von Haus zu Haus ging der Antiquitätenlanden-Besitzer vor nur einigen Wochen. Er habe eine Idee und er brauche Unterstützung. Und diese kam schnell, denn nun beträgt die Anzahl der Mitglieder und Partner im Verein rund 50 Leute. Die Idee war einfach: „Wir alle entfalten unsere Tätigkeit am und um den Temeswarer Domplatz. Wir sollen mehr für diesen schönen und einzigartigen Platz machen“, sagt der Vereinsinitiator. „Es geht nicht darum, was die Stadt für uns machen kann, sondern was wir für die Stadt machen können“: Dieses Motto übernahm Adrian Aron vom ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy.

„Das Konzept des Vereins zielt auf eine Entwicklung der privaten Initiative und des Engagements von Unternehmen und Institutionen aus der Innenstadt hin, die mit eigenen Mitteln das kulturelle Leben der Stadt fördern können. Das Projekt ´Karneval am Domplatz´ möchte ein Vorbild auch für andere historische Stadtteile von Temeswar sein“, erklärt Adrian Aron seine Initiative. „Durch unsere Projekte und Veranstaltungen möchten wir den Platz auch in den eher ruhigeren Monaten des Jahres beleben“, fügt er hinzu und weis darauf hin, dass der neue Förderverein keine Konkurrenz für den Verein zur Förderung von Temeswar als europäische Kulturhauptstadt 2021 sein möchte. Die Tätigkeit des Vereins wird von mehreren Mitgliedern und Partnern unterstützt, darunter: Mihai Avram, Leiter einer Computerfirma am Domplatz, Gigi und Andi Tăuş, beide Goldschmiede, Boris Gaza, Schauspieler und Leiter der Unu-Werkstatt, Gabriel Kelemen, Bildhauer und Lehrer an der Temeswarer Kunsthochschule, Marius Cornea, Museumskustos beim Temeswarer Kunstmuseum und Diana Popoviciu, stellvertretende Leiterin der Nikolaus-Lenau-Schule. „Die Lenauschule kann auch zur Förderung der Kultur der Stadt beitragen, vor allem, da wir seit Jahren das internationale Jugendtheaterfestival veranstalten”, sagte die Lehrerin Diana Popoviciu.

Der Ziel des Vereins ist, je mehr Mitglieder heranzuziehen. Wenn es derzeit um die 50 Mitglieder sind, so soll der „Pia]a Unirii”-Verein um die hundert Leute zählen. Das Programm der Veranstaltungen und die Locations sind auf der Webseite www.unirii.ro zu verfolgen. 

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