Temeswarer erklärte Taschendieben den Krieg

Cristian Brâncovan soll eine Stelle beim Amt für öffentliche Ordnung bekommen

Dienstag, 01. November 2016

Temeswar – „Verrückt“ würden ihn manche nennen, während andere wiederum seinen Mut bewundern: Cristian Brâncovan, der Temeswarer, der den Taschendieben den Kampf erklärt hat, soll Mitglied des Amtes für öffentliche Ordnung des Temescher Kreisrats werden. Der Vorschlag kam vom Kreisratsabgeordneten Adrian Păscuţă.  „Dieser Vorschlag seitens meines Freundes Adi Păscuţă ehrt mich – er hatte mir auch versprochen, mich im Kampf gegen die Diebe zu unterstützen. Auch der Temescher Kreisrat, Herr Grindeanu, hat im vergangenen Sommer, bei einem Treffen mit den Bürgern aus dem Schager Stadtteil, das Gleiche versprochen. Dennoch sollten es sich die Kreisräte und die Mitglieder des Amtes für öffentliche Ordnung gut überlegen, ob sie tatsächlich am selben Tisch mit einer so schwierigen Person wie mir sitzen wollen“, schrieb Cristian „Cristi“ Brâncovan auf seiner Facebook-Seite. Cristian Brâncovan fügte hinzu, dass er kein Interesse an dem Gehalt, das er als Mitglied der Ordnungsbehörde kassieren würde, habe. Er würde es jenen Bürgern spenden, die aktiv gegen die Langfinger vorgehen, versprach er.

Cristian Brâncovan fiel erstmals auf, als er im April dieses Jahres in der Straßenbahnhaltestelle am 700-er Markt erschienen war, und die Bürger mit Hilfe eines Sprachrohrs davor warnte, dass in den Straßenbahnen zahlreiche Diebe unterwegs sind und sie lieber zu Fuß gehen sollten. Bei jeder Gelegenheit filmt und fotografiert er die Taschendiebe aus den Temeswarer Nahverkehrsmitteln und verbreitet die Aufnahmen im Internet. Nicht selten zeigte sich Brâncovan über die Ignoranz von Beamten wie Polizisten oder Gendarmen, aber auch von der Justiz enttäuscht. Mitte April erhielt er sogar eine Geldstrafe, weil er vor dem Gebäude der Kreispolizei – ebenfalls per Sprachrohr – über das Problem der Taschendiebe gesprochen hatte. Vorgeworfen wurde ihm damals die Störung des öffentlichen Friedens.

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