Temeswarer Freiheitsplatz knüpft an alte Tradition an

Altstadtprojekt teilweise abgeschlossen/ Archäologen machen weiter

Mittwoch, 06. Januar 2016

Außer behandschuhtem Händeklatschen musste sich Nicolae Robu auch Buh-Rufe wegen fehlender Grünflächen auf dem Freiheitsplatz gefallen lassen.
Foto: Titus Bălan

Auch die Musikklänge im Stadtzentrum konnten an dem kalten Wintertag kurz vor Neujahr nur wenige Temeswarer bewegen, bei der Einweihung der frisch sanierten Altstadt dabeizusein. Dazu ließ sich der Bürgermeister Nicolae Robu reichlich Zeit und erschien mit gehöriger Verspätung auf dem Freiheitsplatz, wo der Rundgang durch die Altstadt begann.

Der Domplatz mit seinen Terrassen hat den Temeswarern zwei Jahre lang aus dem Freizeitangebot gefehlt. Vor allem die Anwohner und die Gaststättenbetreiber schickten ihre Pfeile in Richtung Stadtverwaltung. Den eigentlichen Diskussionsstoff hatte jedoch der Freiheitsplatz geliefert. Der ehemalige Paradeplatz der Stadt war zu Hohn und Spott geworden, als aus dem Park mit seinen Bänken und Bäumen ein gepflasterter, freier Platz wurde. Auch wenn nach der Fertigstellung noch einmal ein Teil aufgerissen wurde und Baumsetzlinge hinzukamen, hat das Areal noch immer den Makel eines „Roten Platzes“ – wie er im Volksmund seit Monaten heißt – nicht los. Bei der feierlichen Einweihung der Temeswarer Altstadt argumentierte Bürgermeister Nicolae Robu, er habe ganz im Sinne jener gehandelt, die bereits 1730 den damaligen Paradeplatz zu einem Ort der Events und nicht zu einer Parkanlage machten.

46.000 Quadratmeter sanierte Altstadt und Gehsteige auf vier öffentlichen Plätzen und zehn Straßen, beinhaltet das Projekt. Die im Oktober 2013 begonnene Sanierung wurde mit 42 Millionen Lei aus EU-Geldern getragen, neun Millionen kamen vom Staatshaushalt und zwei Millionen steuerte die Stadt Temeswar bei. Die Arbeiten sollten im Sommer 2015 abgeschlossen werden, archäologische Fundstätten ließen jedoch keinen früheren Abschlusstermin zu, sodass über ein weiteres Projekt auch in den kommenden Monaten vor allem auf dem Sankt-Georgs-Platz gearbeitet wird.

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