Temeswarer Nahverkehrsbetrieb arbeitet mit Verlust

Bürgermeister möchte trotzdem kostenlose Fahrten einführen

Freitag, 29. November 2013

Der Temeswarer Bürgermeister setzt im Nahverkehr weiter auf die Straßenbahnen.
Foto: Zoltán Pázmány

Schon seit Jahren versucht der Öffentliche Nahverkehrsbetrieb Temeswar/Timişoara (RATT), sich für seine Fahrgäste neu zu definieren: In den vergangenen Jahren wurden somit Trassen modernisiert, Gleise ersetzt, neue, moderne, Busse und Trolleybusse erworben. Dauerkarten werden schon seit einiger Zeit durch ein elektronisches System entwertet und eine moderne Verkehrsnetzkarte gibt es auch, auch wenn nur im Internet.

Aber schon seit mehreren Jahren ist die Problematik der Straßenbahnen ein Thema. Die alten Trams müssen dringend ersetzt werden. Ob neu gekauft oder saniert – für dieses Problem scheint es noch keine konkrete Lösung zu geben. Bereits ein Projekt der alten Stadtverwaltung unter der Leitung des damaligen Temeswarer Bürgermeisters Gheorghe Ciuhandu sah den Erwerb von 15 neuen Straßenbahnen vor.

Dies sollte bereits 2012 eine der wichtigen Investitionen bei RATT sein. Derzeit fahren etwa 50 Straßenbahnen durch die Stadt. Der Bedarf an neuen Trams liegt bei insgesamt 40 neuen Straßenbahnen. Etwa 50 Millionen Euro wären dafür notwendig, denn allein der Preis einer einzigen Tram wurde auf mindestens 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die Summe sollte von der Europäischen Investitionsbank fließen. Das Projekt der neuen Straßenbahnen blieb jedoch auf der Warteliste und durch Temeswar fahren immer noch die alten Verkehrsmittel, die Mitte der 1990er Jahre vor allem infolge der Partnerschaft mit der deutschen Stadt Karlsruhe gespendet wurden.

Viele dieser Straßenbahnen haben große Probleme, vor allem in der Winterzeit, sagt auch der RATT-Pressesprecher Cosmin Bradu. Statt dem Erwerb neuer Trams entschied sich der Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu für eine kostengünstigere Alternative. Temeswarer Trams sollen demnach gründlichen Reparaturen unterzogen werden. Die Stadtverwaltung beschloss, insgesamt 30 Straßenbahnen in den kommenden vier Jahren sanieren zu lassen.

Das heißt, die alten Bahnen werden ihre Fahrgäste zu besseren Bedingungen aufnehmen können: Klimaanlage, Heizung im Winter, Videokameras, aber auch neue Motoren und Karosserien sollen diese bekommen. Eigentlich soll nur das alte Fahrgestell der Tram beibehalten werden.

Die Ausschreibung für die Sanierung der Straßenbahnen von Temeswar hat bereits begonnen. Laut Vizebürgermeister Dan Diaconu erfolgt diese international, sodass die Möglichkeit besteht, die Trams im Ausland sanieren zu lassen. Die Ausschreibung dauert insgesamt zwei Monate. Erst danach kann man genau wissen, wo die Temeswarer Bahnen saniert werden und wie lange die Reparatur dauern wird.

Was Busse und Trolleybusse angeht, steht RATT sehr gut da. Vor einigen Jahren wurden mehrere solche Vehikel neu gekauft. Um jedoch den Umweltschutz zu intensivieren, entschieden die Kommunalbehörden, einen elektrischen Bus zu testen.

Der Bus wurde in China hergestellt und fährt schon seit einigen Wochen durch die Stadt. Nach der Probezeit wird dann die Kommune entscheiden, ob künftig Busse mit elektrischem Antrieb die jetzigen Dieselbusse ersetzen könnten. Ganz billig sind diese Verkehrsmittel aber nicht, jedoch soll deren kostengünstigerer Einsatz später die zusätzlichen Kosten wieder einsparen und vor allem die Umwelt schonen. Mit einem Kaufpreis von 300.000 - 400.000 Euro kosten solche Busse doppelt so viel wie ein herkömmlicher Dieselbus. Drei bis sechs Stunden pro Tag brauchen die Batterien der Elektrobusse, um voll aufgeladen zu werden. Danach können diese eine Strecke von 250 Kilometern fahren.

Der Temeswarer Bürgermeister möchte auch sonst noch vieles im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel ändern. Eine Idee des Bürgermeisters visiert nämlich den kostenlosen Verkehr aller Bürger mit den Fahrzeugen des städtischen Nahverkehrs an. Derzeit ist der Nahverkehr in Temeswar für alle Rentner, Schüler und Studenten kostenlos. Ob die Stadt komplett auf einen Gratis-Nahverkehr umsattelt, wird ein Referendum entscheiden, das Bürgermeister Robu im kommenden Frühling veranstalten möchte. Eins steht jedoch fest: RATT funktioniert schon seit Jahren mit Verlust, und das hat der Bürgermeister seit seinem Amtsantritt wiederholt hervorgehoben.

Kommentare zu diesem Artikel

Gunther, 02.12 2013, 20:23
Was will denn RATT. Robu hatte doch vor alle Fahrten gratis einzuführen. und jetzt weinen alle über verluste. das durcheinender soll man verstehen

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