Temeswarer Randgemeinde ohne Bürgermeister

Dienstag, 10. Mai 2016

Temeswar – Einen Monat vor den Lokalwahlen 2016 blieb die Temescher Gemeinde Rumänischsanktmichael/Sânmihaiu Român ohne Bürgermeister: Durch eine Verordnung des Temescher Präfekten Mircea Băcală wurde Bürgermeister Viorel Bara seines Amtes enthoben. Bara wurde von der Integritätsbehörde ANI des Interessenkonflikts angeklagt. Laut ANI hatte der Bürgermeister, der ursprünglich der  PDL angehört hat, nun aber Mitglied der Nationalliberalen Partei ist,  seine Frau als Archivarin im Rahmen der von ihm geleiteten Kommunalverwaltung eingestellt. Seine Gattin war hier als Beamtin im Rathaus von 2008 bis 2013 tätig gewesen, was einen klaren Interessenkonflikt in der Gemeindeverwaltung ergeben hatte. Die Anklage wurde von der Nationalen Integritätsbehörde ANI schon 2013 formuliert. Laut Gesetz verliert der abgesetzte Bürgermeister nun nicht nur sein Amt, er wird ab seiner Amtsenthebung auch für eine Zeitspanne von drei Jahren nicht das Recht haben, irgendein öffentliches Amt zu bekleiden. Bis zu den neuen Bürgermeisterwahlen am 5. Juni 2016 wird der Vizebürgermeister dieses Amt ad interim bekleiden.

Rumänischsanktmichael gehört mit seinen eingemeindeten Dörfern Deutschsanktmichael und Utvin, mit insgesamt 6121 Einwohnern, 13 Kilometer von Temeswar entfernt, zu den stark an die Kreishauptstadt Temeswar gebundenen Randgemeinden. Der Ort liegt zwischen dem Begakanal und  der alten Bega. Die Ortsgründung des deutschen Dorfes Rauthendorf, später Deutschsanktmichael genannt (alte Ortsbewohner nennen ihr Dorf trotzdem eher Zillasch) erfolgte 1807. Es war eine der ersten Banater Binnensiedlungen, da die ersten deutschen Ansiedler aus 20 deutschen Banater Dörfern kamen. Das ehemalige deutsche Dorf Deutschsanktmichael gilt heute als eine der Weekend-Attraktionen der Temeswarer, wegen seinem beliebten, modernen Thermalbad.   

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