Temeswarer Richter suspendiert

Mittwoch, 02. September 2015

Temeswar - Auf Beschluss des Obersten Magistraturrats wurde der Temeswarer Richter Nicolae Tomuş vor Kurzem suspendiert. Laut Begründung dieser Maßnahme wird Tomuş, Richter am Temeswarer Amtsgericht, gegen den derzeit bekanntlich eine DIICOT-Untersuchung in einem Fall von Menschenhandel läuft, zeitweilig seines Amtes enthoben bzw. bis zum Abschluss der legalen Überprüfungsprozedur des Richters. Dieser Entscheid des Obersten Magistraturrates kann bis Mitte September ebenda wie auch gleichzeitig beim Hohen Kassations- und Justizhof angefochten werden. Falls dann ein unwiderruflicher Beschluss über die Nichterfüllung der Bedingung des guten Rufes der Justiz erlassen wird, muss dieser dem Präsidialamt vorgelegt werden. Präsident Klaus Johannis wird in diesem Fall ein Dekret für die Amtsenthebung des Richters erlassen.

Während der Untersuchung der DIICOT-Staatsanwälte befindet sich Richter Tomuş unter Rechtsauflagen. Gegen den Richter liegt der Verdacht der Erpressung und der Geschlechtsbeziehung mit jugendlichen Opfern des Menschenhandels vor. Mitte Juni hatten die DIICOT-Staatsanwälte elf Hausdurchsuchungen in den Landeskreisen Temesch und Arad durchgeführt und mehrere Personen darun-ter Gino Manzotti, Mitglied der Pop-Gruppe DJ Project, einen Polizisten und etliche Mitglieder der Temeswarer Verbrecherszene verhaftet. Zu den Verhafteten, die Jugendliche, darunter auch Minderjährige, zur Prostitution angehalten und mittels Videoaufzeichnungen weiterhin erpresst hätten, zählen Paul Mânzu, der dieses Prostitutionsnetz leitete und seine eigene Villa dafür zur Verfügung gestellt hatte, Ovidiu Torj, ehemaliger Gatte von Brigitte Năstase, der Temeswarer Polizist Ovidiu Gâţan sowie DJ Gino Manzotti, aber u.a. auch ein Rechtsanwalt und ein Richter aus der Begastadt. Fünf Personen, darunter Paul Mânzu, Ovidiu Torj und Ovidiu Gâţan, befinden sich in Untersuchungshaft, weitere sieben Verdächtige, darunter auch der vorgenannte Temeswarer Richter stehen zurzeit unter Rechtsauflagen.. Mânzu, der Drahtzieher dieses einträglichen Geschäfts flüchtete aus Temeswar/Timişoara und konnte erst einen Monat später in Bukarest von der Polizei ausfindig gemacht und verhaftet werden. Jetzt steht ihm eine Anklage wegen Personenschmuggel, Zuhälterei und Bildung einer Gruppe des organisierten Verbrechens bevor.

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