Temeswars Immobilienmarkt in 2013

Trotz leichten Preissenkungen bleibt die Lage allgemein stabil

Donnerstag, 17. Januar 2013

Das City Business Centre ist das einzige Bürogebäude der A-Klasse in Temeswar. In der Stadt müsste mehr gebaut werden.

Der rumänische Immobilienmarkt wird sich erst in drei bis fünf Jahren so richtig erholen, schätzt Marius Schiopota. Der Managing Partner einer hochrangigen Immobilienagentur aus Temeswar/Timisoara sagt für 2013 keine großen Veränderungen voraus. Die positiven Entwicklungen finden langsam statt. Manche Bereiche stagnieren, während andere einen leichten Aufwärtstrend erleben werden. Dass in Temeswar die Immobilienpreise unter dem nationalen Durchschnitt liegen würden, findet Schiopota eine Fehleinschätzung. Günstiger sind lediglich Wohnungen in kommunistischen Altbauten. Ansonsten sind Immobilien deutlich teurer als in anderen rumänischen Städten, wie Arad, Klausenburg und sogar Bukarest. Der Grund: Es wird nicht genügend gebaut. Der aktuelle Bedarf liegt bei 6.000 bis 7.000 Wohnungen mehr.

Es gibt zwei Kategorien von Käufern: Solche, die über große Geldsummen verfügen und solche, die auf Kredite angewiesen sind. Erstere warten mehrere Jahre, ehe sie eine Immobilie aufkaufen. Sie schauen ständig auf den Markpreis, verfolgen die Trends und greifen erst dann zu, wenn die Summe sichtlich nach unten gegangen ist. Eine zentral gelegene Villa aus der Zwischenkriegszeit kostete vor der Wirtschaftskrise eine halbe Million Euro. Inzwischen ist der Preis um bis zu 50 Prozent gesunken.

Kredite vergeben Banken heute nur noch mit Bedacht. Auch viele Personen denken zweimal, ehe sie das Wagnis eingehen und ein Kredit beantragen. Viele würden inzwischen nicht mehr die Kriterien erfüllen. Auch die hohen Zinsen schrecken viele Personen ab: Wer ein Kredit in Lei aufnimmt, muss mit hohen Zinsen rechnen. Im Vergleich zu einem Kredit in Euro können diese fast doppelt so hoch ausfallen.

Vor weiteren Abstürzen soll das Programm „Das erste Haus“ den rumänischen Immobilienmarkt bewahren. Deutliche Preissenkungen in 2013 wird es laut Schiopota nicht geben.

Auch die Mietpreise sollen in diesem Jahr relativ konstant bleiben. Besonders für Unternehmen, die sich Büroflächen mieten wollen. In Temeswar gibt es außer dem City Business Centre keine weiteren Bürogebäude der A-Klasse. Ausländische Investoren und Unternehmen aus Bukarest sind aufgrund der geringen Angebote gezwungen, Häuser oder große Wohnungen im Stadtzentrum zu mieten.

Viele ausländische Studenten und Expats leben über das Jahr in der Begastadt. Zwar stellen sie nur 15 Prozent der Kunden dar, mit denen Schiopotas Agentur zusammenarbeitet, jedoch halte sie die Preise auf einem angemessenen Niveau. Sie seien bereit mehr zu zahlen, wenn die Qualität stimmt.

Der Immobilienmarkt in Temeswar wird sich in 2013 kaum bis gar nicht ändern. Die Preissenkungen werden unscheinbar ausfallen. Die Stabilisierung des Marktes nach dem Crash von 2008 erfolgt langsam aber stetig. Weiterhin muss in Temeswar mehr gebaut werden, weil die Anfrage größer als das Angebot ist.

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