Teures Fahrrad – Grund zur Sorge

Keine Versicherung gegen Fahrraddiebstahl in Rumänien

Dienstag, 08. Oktober 2013

Das Radfahren ist inzwischen auch in rumänischen Großstädten als alternative Fortbewegungsmethode angekommen. Tausende Menschen nutzen das Rad für tägliche Wege, sei es ins Büro, zum Einkauf oder einfach für Erholungsfahrten. Die Preise für einen Zweirad-Freund liegen zumindest beim ersten Fahrrad im erträglichen Bereich: Mit umgerechnet etwa 100 Euro kann man ein Rad erwerben, das den eigenen Ansprüchen Genüge tut. Wenn man am Radfahren aber Gefallen gefunden hat, wird das nächste Fahrrad gewiss etwas teurer sein. Die Preisgrenze nach oben ist offen.

Spätestens sobald der Preis des Fahrrads den Bereich eines Gebrauchtwagens erreicht hat, überlegt man Schutzmaßnahmen. Immerhin schützt man auch den Wagen. Eine Haftpflichtversicherung ist ein Muss. Eine Teil- oder Vollkaskoversicherung bleibt dem Besitzer überlassen. Was könnte also logischer sein, als auch für ein Fahrrad im Wert von, sagen wir mal, 1000 Euro eine Versicherung abzuschließen? Man sollte nicht vergessen, dass laut Statistik weltweit alle vier Sekunden ein Fahrrad gestohlen wird: Allein in Deutschland sind es rund 500.000 pro Jahr. Bedauerlicherweise kann man sich in Rumänien den Weg zu einer Versicherungsagentur sparen.

Kurz und bündig: Es gibt hierzulande keine Möglichkeit, das Fahrrad gegen Diebstahl außerhalb der eigenen Hauswände zu versichern. Die einzige Variante stellt die Hausratversicherung dar, in die man auch das Fahrrad aufnimmt. Aber wer kauft schon ein gut ausgerüstetes Fahrrad und stellt es ins Schlafzimmer? Die meisten Radfahrer fahren damit und stellen es ab und an auch außerhalb des eigenen Heims, selbstverständlich abgeschlossen, ab. Und immer mehr Fahrradbesitzer bleiben nach einem solchen Zwischenstopp ohne den teuren Drahtesel.

Bereits ein Besuch bei jedem „Flohmarkt“ lässt auf die weite Verbreitung des Raddiebstahls im Ausland schließen. Das Diebesgut wird hierzulande abgesetzt. Man kann sehr gute Fahrräder zum halben oder sogar noch geringerem Preis ehrlich erwerben. Dass sie in Deutschland, Österreich, Holland oder sonstwo gestohlen sein könnten, interessiert die meisten Käufer kaum. Es ist auch unwahrscheinlich, dass die ehemaligen Besitzer nach Rumänien kommen, um ihr Fahrrad zu suchen. Nicht zuletzt, weil sie dafür bereits entschädigt wurden. Weil ihr Rad nämlich versichert war. Kauft man hierzulande ein teures Rad oder bringt eins nach Rumänien, hat man keinen ruhigen Schlaf, wenn es nicht mit Schloss und Riegel gesichert ist. Keine Ruhe sollte man auch tagsüber haben, wenn es irgendwo außer Sichtweite abgestellt steht. Um diese wieder zu finden, empfehlen die Blogger Schlosssysteme mit einem Gewicht bis zu 3 Kilogramm. Die weit verbreiteten Metallkabelschlösser können nämlich innerhalb von fünf bis 30 Sekunden geknackt werden.

Die Versicherungsprämie, die man zum Beispiel in Deutschland für eine Fahrrad-Kaskoversicherung zahlt, liegt abhängig vom Preis des Fahrrads zwischen 50 und rund 200 Euro pro Jahr. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass ein neues Fahrrad das Mehrfache davon kosten kann. In einem Land aber, wo das Fahrradklauen sich, wie manche Blogger behaupten, zum „Nationalsport“ entwickelt hat, erscheint die Weigerung der Versicherungsunternehmen, eine Diebstahlversicherung für Fahrräder anzubieten, verständlich. Einem passionierten Radfahrer bleiben also zwei Möglichkeiten: Entweder ein billiges Fahrrad zu haben, das keiner stehlen will, oder sein wertvolles und leistungsfähiges Rad immer unter oder neben sich zu halten. Wer Rad fahren will, muss eben nicht nur beim Fahren leiden.

Kommentare zu diesem Artikel

Bildhauer, Fahrradfreak, 29.10 2013, 20:03
Velophil - das Fahrrad-Blog: Ein Schloss schlägt Alarm >http://blog.zeit.de/fahrrad/2013/10/29/ein-schloss-schlagt-alarm/

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