Therapie und Beratungszentrum für hörbehinderte Kinder und Jugendliche

Freitag, 26. April 2013

Dr. Uwe Martin, Gattin Sigrid Martin und Paul Jacob bei der Eröffnung des Zentrums

Dr. Uwe Martin erklärte uns anhand eines Modells die Funktionsweise des CI-Systems.

Kinder mit Cohlear-Implantaten lernen im Therapieraum untereinander zu kommunizieren.
Fotos: Hans Butmaloiu

Paul Jacob liebt die Herausforderung und sucht sie geradezu, so auch in dem neuen Projekt, welches am Samstag, dem 20. April, in den Räumen des Blindenzentrums „Lichtstrahl“  (Mărăşeşti Str. 2) eröffnet wurde. „Hier haben wir für dieses Jahr angemessene Räumlichkeiten gefunden welche uns der Kreisrat auf schnellstem Wege bis zum Jahresende vermietet hat. Wir haben uns eingerichtet und ab heute beginnt die eigentliche Arbeit, erklärte uns Paul Jacob bei der Eröffnung. Mit dabei waren das Ehepaar Sigrid und Uwe Martin vom Förderverein „Perspektive“, mit dessen Unterstützung das Projekt Gestalt annehmen konnte.

Mit diesem Profil ist das Zentrum einzigartig in Rumänien und bietet auch eine Lösung für hörbehinderte Kinder und Jugendliche welche zur Zeit noch wenig bekannt ist, nämlich das  Cochleaimplantat, in der Fachwelt besser unter seiner englischen Bezeichnung  „cochlear implant“ oder  CI bekannt. Der Name kommt von der Hörschnecke lat. cochlea, wo die Elektrode der Prothese eingeführt wird, wie uns Dr. Uwe Martin erklärte.

Das CI-System besteht aus einem Mikrofon, einem digitalen Sprachprozessor, einer Sendespule und dem eigentlichen Implantat, mit einer Empfangsspule, einem Stimulator und dem Elektrodenträger und dem Stimulationselektroden. Die Empfangsspule wird hinter dem Ohr unter der Haut implantiert, während die Sendespule mit Hilfe von zwei Magneten auf der Kopfhaut über der Empfangsspule haftet. Die Spannungsversorgung des Implantats erfolgt durch die Kopfhaut mittels elektromagnetischer Induktion genau wie bluetooth.

Die Signalübertragung erfolgt mit Hochfrequenzwellen. Das CI-System wurde bisher schon bei über 250.000 Patienten weltweit angewandt und bietet hervorragende technische Vorteile was die Hörqualität betrifft.  

Wo aber greift die logopädische Tätigkeit des neuen Zentrums?  In der Anpassung des Patienten, vorwiegend Kinder und Jugendliche, welche das normale Hören und Sprechen manchmal sehr spät erlernen. Trotzdem ist es durchaus möglich, dass ein Kind, bei welchem die Behinderung rechtzeitig erkannt und behandelt wurde, altersgerecht in die I. Klasse geht, was natürlich von sehr großem Vorteil für seine Gesamtentwicklung ist, erklärte uns Paul Jacob.  Die vorläufige Aufnahmekapazität des Zentrums beträgt 25-30 Kinder wöchentlich, doch diese soll erweitert werden.

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