TIFF-Förderprogramm „10 für den Film“

Schauspielerin Olga Török wurde von Jury ausgewählt

Freitag, 01. Juni 2012

Zusammen mit der Schwester auf der Bühne: Olga Török (links) in Radu Afrims Inszenierung „Das Mädchen im Goldfischglas“. Foto: DSTT

Zwischen dem 7. und dem 10. Juni nimmt Olga Török an dem internationalen Transilvania Filmfestival teil. Dort wird sie bekannten Regisseuren und Produzenten aus Rumänien vorgestellt. Es könnte der Anfang einer erfolgreichen Filmkarriere werden.

Sie ist eine der vielseitigsten Schauspielerinnen des Deutschen Staatstheaters. Olga Török spielte bisher in 19 Produktionen des DSTT, wiederholte sich dabei in ihren Rollen nur selten. Die 27-jährige aus Sathmar möchte stets etwas Neues ausprobieren  und ihre eigenen Grenzen ausloten. Jetzt, so findet sie, sei der passende Zeitpunkt dafür da. Vor harter Arbeit scheut sie sich nicht und nimmt auch gesundheitliche Risiken in Kauf. Darum ist sie auch eine der meistbesetzten Schauspielerinnen des deutschen Staatstheaters. Besonders aus High-Budget Produktionen wie „Shaking Shakespeare“, „Die Mountainbiker“ oder Publikumsfavoriten wie „Die kahle Sängerin“ ist sie nicht wegzudenken. Für sie ist ihre schauspielerische Karriere inzwischen mehr als bloß ein Beruf.

Da war die Enttäuschung entsprechend groß, als sie für die jüngste Produktion des deutschen Staatstheaters nicht genommen wurde. Albert Camus „Das Missverständnis“ in der Regie von László Bocsárdi wird nicht ihre 20. DSTT-Produktion werden. „Als Schauspielerin kann das entmutigend sein“, sagt Török.

Immerhin gilt Bocsárdi spätestens seit „Caligula“ nicht nur als Camus-Experte, sondern auch als einer der angesagtesten Spielleiter. Doch auch wenn aus der Zusammenarbeit mit dem Spielleiter nichts wird, so könnte Török bald mit den wichtigsten Filmregisseuren Rumäniens zusammenarbeiten. Denn die Veranstalter des internationalen Transilvania Filmfestivals haben sie für das Förderprogramm „10 für den Film“ ausgewählt.

Von 120 Kandidaten, schaffte sie es zuerst in die engere Auswahl von 60 und schließlich in die endgültige bestehend aus 10 plus 2. Entgegen der Tradition großer Filmfestspiele, die jedes Jahr zehn der besten Filmschauspieler würdigen, wollte TIFF es andersherum versuchen und sich zehn potenzielle Theaterschauspieler aussuchen, die im Film eine Karriere einschlagen könnten. Was die Förderer von „10 für den Film“ den jungen Talenten versprechen, ist ein Einstieg in das harte Geschäft. Fotoshootings und persönliche Screen Tests sollen dabei helfen. Gesponsort wird alles von den Veranstaltern des Transilvania Filmfestivals. Török musste sich bereits vor zwei Wochen vor die Kamera trauen. Für einen Screen Test schlüpfte sie in die Rolle der modernen Femme Fatale Figur Nathalie aus Christopher Nolans bekanntem Neo-Noir-Film „Memento“. „Für mich ist es eine ganz andere Welt“, gesteht die Schauspielerin. „Du erhältst nicht sofort Rückmeldung, es gibt keine Reaktion von einem Publikum und du übergibst dich in die Hände von Cuttern.“

Bisher stand Olga Török nur für Studentenprojekte vor der Kamera. Erste Erfahrungen sammelte sie in Filmexperimenten des Galeristen Andrei Jecza. Ihr jüngster Auftritt ist in der Masterarbeit der Absolventin Paula Bibire. In dem Kurzfilm spielt sie eine junge Frau, die Totschlag begannen hat und es dem Freund beichten muss. Für den Screen Test in Bukarest stand ihr Vladimir Dembinski zur Seite. Der Kameramann arbeitete bereits mit gewichtigen Regisseuren zusammen.

„Für mich ist es ein Zeichen, dass es an der Zeit ist neue Erfahrungen zu machen“, glaubt Török. Vom Theater möchte sie sich aber nicht lossagen: „Dem Deutschen Staatstheater verdanke ich meine Entwicklung. Noch steht meine Karriere hier nicht still.“

Nicht nur im Ausland ist das Film- und Theatergewerbe für Schauspieler hart. „Die Klausenburger Schule ist sehr gut“, sagt Török. „Jedes Jahr gehen gute Schauspieler daraus hervor. Viele von ihnen finden keine Arbeit.“ Da schätzt sie sich glücklich. Gleichzeitig, weiß Olga Török aber auch, dass hinter dem Erfolg nicht nur Glück oder Talent stand, sondern auch jede Menge Arbeit. 

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