Tipps bei Flussüberquerung

Samstag, 31. März 2018

Symbolbild: pixabay.com

Bei Wanderungen abseits markierter Pfade muss man gelegentlich einen Fluss oder größeren Bach an einer Stelle überqueren, wo es keine Brücke oder keine Furt gibt. Hier einige Ratschläge aus der Fachliteratur, die helfen sollen, sicher und möglichst trocken ans andere Ufer zu gelangen.

Wichtig ist es, zunächst einen Überblick zu gewinnen. Wo ist die beste Stelle, den Fluss zu queren? Dort, wo das Wasser nicht zu tief und die Strömung weniger stark ist. Wie sieht es am anderen Ufer aus? Kann man es leicht erreichen oder ist eine Böschung zu überwinden? Wenn die Strömung näher am anderen Ufer vermutet wird, ist Vorsicht geboten denn dort, wo das Wasser schneller fließt und wo auch Biegungen des Flusslaufes erfolgen, könnte das Flussbett tiefer liegen. Dichter Baumbestand nahe am Ufer ist oft ein Zeichen, dass das Wasser tief ist.
Wenn der Fluss breiter ist, könnte das Wasser weniger tief sein. Ideal ist es, wenn die Überquerung nicht auf einmal erfolgt, sondern in Etappen, wenn also Flussabschnitte bis zu einer trockenen Stelle überquert werden, wo man eine Pause einlegen kann. Wenn das Wasser bis zum Knie reicht, ist es nicht kritisch; schwieriger wird es, wenn die Oberschenkel auch im Wasser stecken.

Deshalb macht es Sinn, auch (Wander)Stöcke zu Hilfe zu nehmen. Mit einem stützt man sich gegen die Stromrichtung und gewinnt so auch einen sicheren Stand. Mit dem zweiten tastet man sich vor und umgeht eine mögliche viel tiefere Stelle.
Den Fluss sollte man in der Regel schräg stromaufwärts überqueren. Das tut man nicht barfuß, denn die Verletzungsgefahr durch schroffe Steine, Scherben oder andere spitze Gegenstände, die man nicht erkennt, ist zu groß. Am besten sind Sandalen. Sie sind leicht und gewähren eine gewisse Trittsicherheit. Bergschuhe und Kleidungsstücke kann man in Plastiktüten einpacken und am Rucksack befestigen. Den schweren Rucksack sollte man locker anschnallen, denn im schlimmsten Fall muss man ihm leicht los werden können. Sonst zieht er einen in die Tiefe.

Bei extrem kaltem Wasser und größeren Flüssen ist zusätzliche Vorsicht geboten, denn die Gefahr einer Unterkühlung und einer dadurch verursachten zeitweiligen Lähmung muss auch in Betracht gezogen werden. Wenn es stark regnet, sollte man verzichten, ins Wasser zu gehen, denn der Wasserpegel kann innerhalb von Minuten steigen (wenn man gerade eine Flutwelle miterlebt). Wasserstrudel muss man aus dem Weg gehen und den Fluss auch nicht direkt oberhalb einer Stromschnelle oder eines Wasserfalles überqueren. Felsbänke im Fluss sind eine zusätzliche Gefahr; ein einzelner Felsblock mitten im Wasser kann hingegen hilfreich sein – er „bricht“ die Strömung und bietet einen festen Halt.
Wenn es zu riskant scheint, den Fluss zu überqueren, besser umkehren und es an einer anderen, sichereren Stelle versuchen.

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