Traditionen zur Lebensaufgabe gemacht

Ausstellung einer Familie aus Cârţişoara gewidmet

Sonntag, 17. März 2013

Mit 83 Jahren verkörpert Silvia Cânduleţ Volkskunsttradition und aktives Alter. Foto: Dieter Drotleff

Ursprünglich war die Ausstellungseröffnung „Ein Leben gewidmet den Traditionen. Familie Traian und Silvia Cânduleţ aus Cârţişoara“ für Dezember 2012 vorgesehen gewesen, doch fand sie aus objektiven Gründen erst vergangene Woche statt. Im Mittelpunkt steht eine nun 83-jährige Frau aus dieser Gemeinde, gelegen am Fuß des Fogarascher Gebirges, die als Weberin und durch die erstellten Stickarbeiten nicht nur die diesbezügliche Tradition da fortgeführt hat, sondern auch selbst Frauen in dieser Kunst anleitete.

Silvia Cânduleţ wurde da am 18. Januar 1926 geboren. Anfangs hat sie Socken in den Kriegsjahren für die Front gestrickt, hat am Webstuhl Wanddecken hergestellt, Polsterüberzüge, Wandbehänge gestickt. Als 1968 eine Abteilung der Hermannstädter Volkskunstschule in ihrer Gemeinde eröffnet wurde, leitete sie diese bis 1983 als sie geschlossen wurde. Hier hat sie zahlreiche junge Frauen in diese Kunst eingeführt.

Das Kronstädter Ethnografie-Museum widmete ihr und ihrem Ehemann diese Ausstellung, die mehrere Lebens- und Schaffensetappen umfasst. Traian Cânduleţ hat als Autodidakt gemeinsam mit Ilie Costache eine Monografie der Ortschaft in zwei Bänden („Gemeinde“, „Menschen“) verfasst und veröffentlicht. Desgleichen hat er ein Buch dem Heiduck Andrei Budac gewidmet und hat ein Manuskript hinterlassen, das den Titel trägt „Cârţişoara unter der Diktatur und der Demokratie“.

Die betagte Künstlerin, die bei der Vernissage in Kronstadt anwesend war, hat auch eine Mappe mit Stickmustern angelegt. Für ihre gesamte Tätigkeit fand sie viel Anerkennung, erhielt 2005 die Jubiläumsmedaille des Astra-Museum von Hermannstadt, wurde öfters von Cornel Irimie, ehemaliger Direktor des Brukenthal-Museums, besucht und von diesem sehr geschätzt. Dr. Ligia Fulga, Direktorin des Kronstädter Ethnografie-Museums, bezeichnete sie als lebendes Denkmal der Volkskunst.

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