Traditionsmannschaften kehren in zweite Liga zurück

Farul Constanța, Petrolul Ploiești und Universitatea Klausenburg gewinnen Drittligastaffeln

Freitag, 08. Juni 2018

Mit Farul Constan]a, Petrolul Ploiești und Universitatea Klausenburg kehren drei langjährige Erstligisten in die zweithöchste rumänische Fußballliga zurück. Während Klausenburg und Ploiești ihre Staffeln am Ende souverän gewinnen konnten, gelang Farul der Aufstieg erst am letzten Spieltag. Die beiden anderen Aufsteiger heißen Aerostar Bacău und CS Șirineasa, die in der kommenden Saison als Jiul 1919 Petroșani an die große Geschichte des Bergarbeitervereins anknüpfen wollen.

In der ersten Staffel, welche die Region Moldau sowie das Szeklerland umfasst und in der auch der FC Honigberg und Olimpic Rosenau spielen, setzte sich Aerostar Bacău (64 Punkte) in einem spannenden Meisterschaftsrennen vor FK Csikszereda (60) und Oțelul Galați (59) durch. Die Szekler verpassten zum zweiten Mal in Folge knapp den Aufstieg, O]elul den Durchmarsch in die 2. Liga. Nach einer starken Halbserie hatte Trainer Cristian Popovici seinen Kader in der Winterpause noch einmal mit den gestandenen Zweitligaspielern Adrian Hurdubei (SC Bacău) und Cornel Căinari (Foresta Suceava/SC Bacău) verstärkt. Mit einem 1:0-Sieg vor 800 Zuschauern am vorletzten Spieltag gegen Oțelul Galați gelang der vorzeitige Aufstieg. Aerostar kehrt nach 26 Jahren zurück in die zweite Liga.

Die Absteiger Avântul Valea Mărului und Metalo-sport Galați standen schon zur Winterpause fest, da sich die Mannschaften vom Spielbetrieb zurückzogen hatten bzw. ausgeschlossen wurden. Darüber hinaus muss CFR Pașcani absteigen. Ob es für die Mannschaft aus dem Kreis Jassy in der Kreisliga weitergeht, ist noch unklar. Aktuell hat der Klub weder Spieler noch Trainer. Stadtrat Sorin Olariu brachte die Auflösung des Vereins ins Gespräch. Vom Sportbudget wurden zuletzt etwa 165.000 Lei für die Mannschaft aufgewendet (60 Prozent), welches auch im Breitensport verwendet werden könnten, so die Argumentation.

In der zweiten Staffel, welche die Dobrudscha und das östliche Muntenien bis Bukarest umfasst, konnte Farul Constanța das Meisterschaftsrennen am Ende knapp gegen Progresul Bukarest gewinnen. Die Bukarester gewannen zwar das Hinspiel mit 7:0 gegen Farul und erreichten auch in Constanța ein 1:1, vergaben den Aufstieg allerdings an den letzten beiden Spieltagen durch eine Niederlage in Modelu sowie ein Unentschieden bei FCSB-2. Farul gelang der zweite Aufstieg in Folge. Im Jahr 2016, nach dem „FC Farul“ aus der 3. Liga ausgeschlossen wurde, gründeten Fans Farul als „Suporter Spirit Club“ in der viertklassigen Kreisliga neu.

Absteigen müssen Victoria Traian und Delta Dobrogea Tulcea. Sportul Chiscani hält, als schlechtester Zwölftplatzierter der fünf Staffeln die Liga, da die Zweitligisten Neumarkt und Sathmar in der kommenden Saison direkt in die vierte Liga absteigen bzw. aufgelöst werden.
Ein weiterer Verein, der den Durchmarsch von der vierten in die zweite Liga geschafft hat, ist Petrolul Ploiești. Der Pokalsieger von 2013 setzte sich im Dreikampf zunächst von Voința Turnu Măgurele (56 Punkte) und schließlich auch von FCM Alexandria (56) ab und konnte die Meisterschaft schon vor dem letzten Spieltag sichern. Am Ende erreichten die „Gelben Wölfe“ 60 Punkte. Petrolul wurde im Sommer 2016 für bankrott erklärt. Auf Initiative der Fans startete „Asocia]iei Petrolul 52 Ploiești“ zur Saison 2016/17 in der Kreisliga Prahova. Unterstützt wurde die Initiative von Beginn an durch ehemalige Petrolul-Spieler sowie der Stadtverwaltung. Seit 2017 finanziert das französische Unternehmen Veolia den Verein maßgeblich.

Einziger sportlicher Absteiger ist Viitorul Domnești, Urban Titu hatte sich schon nach fünf Spieltagen vom Spielbetrieb zurückgezogen. Die dritte Staffel umfasste die Mannschaften aus dem westlichen Muntenien.

Die souveränste Saison aller Aufsteiger hat CS Șirineasa gespielt. Die Mannschaft blieb als einziger Drittligist ungeschlagen und erreichte 66 Punkte. Verfolger CSM Reschitza kam auf 57 Punkte, Național Sebiș auf 56 Punkte und CSM Lugosch auf 53 Punkte. Alle drei Mannschaften spielten bereits in der vergangenen Saison um den Aufstieg, mussten sich damals allerdings Ripensia Temeswar geschlagen geben. Mit Beginn der kommenden Saison wird CS Șirineasa den Namen Jiul 1919 Petroșani annehmen. Bereits in dieser Saison trug die Mannschaft von Patron Nicolae Sarcină ihre Spiele in Schiltal aus. Etwa 1000 Zuschauer verfolgten das letzte Spiel gegen Gloria Lunca Teuz Cermei (6:0). Trainer ist der ehemalige Nationalspieler Cristian Dulca. Im Kader stehen gestandene Ligaspieler wie Daniel Lung (Sportul Studențesc), Mansour Gueye (Politehnica Temeswar) oder Ovidiu Vezan (Săgeata Năvodari).

Die Klasse nicht gehalten hat Nuova Mama Mia Becicherecu Mic, das seine Spiele zuletzt in Hatzfeld ausgetragen hat sowie Internațional Bălești. Die Ergebnisse von CNP Timișoara, dem nationalen Leistungszentrum, wurden nach Abschluss der Saison gestrichen. Die Mannschaft startet außer Konkurenz und kann weder auf- noch absteigen, erreichte aber einen souveränen Platz im Mittelfeld der Tabelle. Die vierte Staffel wurde aus Mannschaften aus dem Westen des Landes sowie Oltenien gebildet. Darüber hinaus spielte die zweite Mannschaft des FC Hermannstadt in der Liga.

Eine weitere Traditionsmannschaft, die in die zweite Liga zurückkehrt, ist Universitatea Klausenburg. Auch „U“ startete nach der Insolvenz vom Sommer 2016 in der vierten Liga als Asocia]ia Club Sportiv de Fotbal „Alb-Negru“ al Studenților Clujeni neu und stieg direkt in der dritte Liga auf. Am Ende dieser Saison konnte Klausenburg mit 74 die meisten Punkte aller Drittligisten sammeln, doch bis Ende März war Performan]a Krapundorf ein starker Konkurrent. Nachdem „U“ im März das direkte Duell mit 2:0 gewann, brach die Mannschaft nördlich von Karlsburg ein und wurde mit 54 Punkten Dritter. Den zweiten Platz sicherte sich Recea mit 56 Punkten. Der vor der Saison als großer Gegner von „U“ gehandelte Metalurgistul Cugir erreichte mit 51 Punkten nur den vierten Platz.

Die Liga verlassen müssen Unirea Dej und CS Iernut, Viitorul Weidenbach hatte sich schon zur Winterpause vom Spielbetrieb zurückgezogen. Da in den letzten Jahren die Startplätze in der dritten Liga nie ausgeschöpft wurden, hat Unirea-Patron Mircea Itu angekündigt, die Mannschaft für die dritte Liga zu melden. Allerdings will der jahrelange Mäzen den Verein gerne abgeben.

Es ist durchaus möglich, dass es noch weitere „Aufsteiger“ in die zweite Liga gibt. Diskutiert wird der Umzug von Sportul Snagov nach Kronstadt, wo SR Kronstadt vor dem Aufstieg in die dritte Liga steht. Der von Fans gegründete Verein beruft sich auf die Geschichte von Steagul Roșu und wird aktuell von Simon Maurer finanziert. Weiterhin gibt es Gerüchte, dass auch der FK Csikszereda den einfachen Weg gehen will und sich die Zweitligalizenz von Luceafărul Großwardein kauft. Bereits im September und Dezember wurde über den Umzug von Luceafărul in eine andere Stadt spekuliert. Diesen „kurzen Weg“ könnte auch Voin]a Turnu Măgurele gehen, die mit der Lizenz von Erstligaabsteiger Juventus Bukarest in Verbindung gebracht werden, an der auch Reschitza interessiert sein soll. Erst im Mai wurde in Turnu Măgurele ein 2000 Zuschauer fassendes Stadion fertiggestellt, das auch UEFA-Anforderungen entspricht.

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