Transhumanz nachvollzogen

Sechs Hirten und 300 Schafe durchqueren fünf Länder

Samstag, 11. Mai 2013

Kronstadt - Das Projekt Transhumanz 2013 wird am Samstag, dem 11. Mai in Rothbach/Rotbav bei Kronstadt/Braşov  eingeleitet und soll eine vor 300 Jahren stattgefundene Transhumanz nachvollziehen. Ausgegangen ist die Idee 2010 von Piotr Kohut, einem der größten polnischen Schafeigentümer bei einem Slow Food-Markt in Turin, als er Silviu Căţen aus Rothbach, Vorsitzender des rumänischen Transhumanz Vereins, kennen lernte. Kohut betonte dabei, dass vor 300 Jahren Hirten aus dem Hatzeger Gebiet mit ihren Schafherden die Karpaten überquerten und sich in seinem Geburtsort Koniakow niederließen. Diese Trasse soll nun nachvollzogen werden. Zweck der Aktion ist, auf die schwindenden diesbezüglichen Traditionen aufmerksam zu machen.

Es war nicht leicht, sämtliche dafür benötigten staatlichen Genehmigungen einzuholen, wobei die polnische Seite sämtliche Kosten, die auf 200.000 Euro geschätzt werden, übernommen hat. An der Wanderung beteiligen sich sechs Hirten – je zwei rumänische, polnische, ukrainische –, 300 Schafe, Begleithunde und Transportesel die 1400 Kilometer zurücklegen werden. Einer der rumänischen Hirten ist selbst Silviu Căţean. Die Trasse führt durch fünf Länder – Rumänien, Ukraine, Slowakei, Tschechien, Polen – und wird genau nach dem Brauch der Schafhirten durchgeführt. Eine Schwierigkeit tauchte auf, als Tierschutzvereine protestierten, dass die Strecke die in 100 Tagen (11. Mai – 14. September 2013) zurückgelegt wird, zu weit sei für die ursprünglich 600 vorgesehenen Schafe, sodass die ersten 300 Tiere in der Ukraine dem Stamm der Huzulen gespendet werden, und von da mit anderen 300 Schafen der Weg fortgesetzt wird.

Kommentare zu diesem Artikel

Günther, 12.05 2013, 00:44
Die deutschen Berufsschäfer wünschen den Kollegen eine gute Transhumanz!
Wir haben 2010 in 130 Tagen eine Strecke von 1200 km zurückgelegt. Im Januar gab es einen Hirtenzug durch Frankreich und Ende Mai wird es dort einen weiteren geben.
Wir brauchen viel Öffentlichkeit, damit wir nicht vergessen werden.
Unsere Arbeit nutzt allen Menschen und ist unersetzbar!
Günther Czerkus
Bundesverband Berufsschäfer

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