Transnistrien: Die EU muss uns anerkennen, wenn sie Frieden will

Bukarest wegen neuerlicher Vorstöße Tiraspols in Sorge

Freitag, 18. April 2014

Bukarest (ADZ) - Der Oberste Sowjet der von der Nachbarrepublik Moldau abtrünnigen Region Transnistrien hat am Mittwoch beim russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin und den Behörden in Moskau um die formelle Anerkennung ihrer Unabhängigkeit angesucht.

Das von der Legislative in Tiraspol verabschiedete Dokument sollte am Donnerstag auch den beiden Kammern des russischen Parlaments sowie den Missionen der Vereinten Nationen und der OSZE übermittelt werden.

Der Präsident der Splitterregion, Jewgeni Schewtschuk, betonte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die EU sein Land als unabhängigen Staat anerkennen „muss“, sofern sie „Frieden und Stabilität“ in der Region wolle – ein international anerkanntes Transnistrien würde „kein Risiko“ darstellen, sondern bloß für Stabilität in der gesamten Region sorgen.

Rumäniens Auswärtiges Amt erklärte sich in einer Pressemitteilung über den neuen Vorstoß des „sogenannten Parlaments in Tiraspol“ besorgt – er sei nicht nur „kontraproduktiv“, sondern stelle auch eine „offene Missachtung“ der territorialen Integrität der Republik Moldau sowie der Verhandlungen zur Beilegung des Transnistrien-Konflikts dar.

Außenminister Titus Corlăţean telefonierte umgehend mit seiner moldauischen Amtskollegin Natalia Gherman und tauschte sich hierzu auch mit dem schweizerischen Bundespräsidenten und OSZE-Vorsitzenden Didier Burkhalter aus.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 21.04 2014, 03:36
@Alexander : Da stimme ich Ihnen zu.
Alexander, 20.04 2014, 14:10
Deutschland hat ein föderales Staatssystem - dies ist wohl ein Grund dafür, dass Abspaltungsgedanken eher weniger Chancen hätten, als in der Ukraine oder auch in Rumänien. Wichtiger scheint mir aber vor allem, dass die Menschen in Deutschland mehrheitlich wohl so zufrieden sind, dass sie keine Besserung ihrer Verhältnisse durch die Zugehörigkeit zu einem anderen Staat sehen. Abspaltungstendenzen sind ein Zeichen für das Versagen der Regierung und eines Staates.
Sraffa, 19.04 2014, 02:32
@Alexander : Ihre Idee ist sehr bedenkenswert; wer sagt denn immer dass Grenzen in Stein gemeißelt sein sollen ? In Deutschland denke ich z.B. an das Saarland und die Vogesen. Auf der anderen Seite ist Deutschland selber z.B. das Ergebnis der Überwindung provinzieller und ineffezienter Kleinstaaterei. Wer also heute sich seperarieren will begibt sich in neue Abhängigkeiten und verbessert damit seine Lage nicht unbedingt !
Alexander, 19.04 2014, 02:16
„Offene Missachtung“ der territorialen Integrität der Republik Moldau - genau darum geht es doch diesen Leuten in Transnistrien - sie wollen sich loslösen. Das starre Beharren auf Grenzziehungen provoziert letztlich nur Gewalt. Es muss möglich sein, Grenzen auf demokratischem Wege zu verändern - und eben nicht nur durch oder aufgrund von militärischer Gewalt. Lasst doch die Menschen in den Regionen abstimmen. Dann wird sich auch zeigen, wie erfolgreich die Politik der Regierung und Eliten des Staates, zu der die Region gehört, war.

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