Traumstart für Bukarester Börse ins neue Jahr

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 15. Januar 2013

Die Bukarester Wertpapierbörse BVB legte einen Traumstart hin in der ersten vollen Handelswoche des neuen Jahres. Dabei stand aber nicht der eher bescheidene durchschnittliche Tagesumsatz von umgerechnet 5,3 Millionen Euro im Vordergrund, sondern vielmehr die wachsende Marktkapitalisierung. Sie stieg auf Wochensicht um 3 Prozent, der Gesamtwert der gehandelten Aktien betrug am vergangenen Freitag umgerechnet knapp 24 Milliarden Euro. Das deutet auf eine außergewöhnliche Performance der Aktien hin.

Indizes und Aktien

Und tatsächlich: Insgesamt sechzehn Emittenten legten zweistellige Zuwachsraten hin in der ersten vollen Handelswoche im neuen Jahr. Dabei befanden sich unter den „alten Bekannten“ auch mehrere weniger bekannte Emittenten, wie zum Beispiel der Messgerätehersteller Contor Grup aus Arad (CGC, 0,0346 Lei, ISIN ROCGCIACNOR0). Hauptaktionär mit über 61 Prozent ist die Contor Caracioni GmbH in Kirkel, Deutschland. Die Aktien legten auf Wochensicht 50 Prozent zu.

Ähnlich entwickelte sich auch der Kurs der Turbomecanica-Aktien (TBM, 0,0393 Lei, ISIN ROTBMBACNOR9). Sie legten auf Wochensicht 39,4 Prozent zu. Der in Vergessenheit geratene Elektromotorenhersteller Electroputere Craiova (EPT, 0,0223 Lei, ISIN ROELPUACNOR3) konnte auch kräftig zulegen (plus 34,33 Prozent).

Die Indizes hingegen wiesen nicht auf einen so glänzenden Start hin, wie die übrigen Kennzahlen. Der Hauptindex, BET-C, legte auf Wochensicht nur 3,24 Prozent zu. Mit einem Wochenplus von 3,7 Prozent führte der Energiewerte-Index BET-NG die Hitliste an. Der Finanzwerte-Index BET-FI stieg um nur 0,48 Prozent, was vor allem am schwachen Start des Fonds Proprietatea (FP, 0,584 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) lag. Hier konnte auch das Plus von 5,8 Prozent beim Investmentfonds SIF Muntenia (SIF4, 0,873 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6) nicht weiterhelfen.

Dennoch lagen die Indizes auf hohem Niveau. Das ist auf die ersten beiden Handelstage zurückzuführen. So starteten die Indizes gut in die neue Woche, der Hauptindex BET-C, BET-FI und der ROTX-Index über ihre jeweiligen psychologischen Marken: 3000 (BET-C), 26.000 (BET-FI), 11.000 (ROTX).

Emittent der Woche

Das Augenmerk der Anleger galt der Bank Banca Comercială Carpatica (BCC, 0,0520 Lei, ISIN ROBACRACNOR6). Die Aktien der Bank sind ein Schattendasein gewohnt, aber das Gerücht, dass der ehemalige Chef der Banca Transilvania, Robert Rekkers, das Ruder bei der rumänischen Bank übernehmen könnte, beflügelte die Phantasie der Anleger. Die BCC-Aktie legte auf Wochensicht 26 Prozent zu. 2011 konnte das Geldhaus immerhin die Verluste vom Vorjahr um knapp 80 Prozent reduzieren.

Die Aktien waren im vergangenen Jahr stark unter Druck geraten, nachdem der Gründer und Inhaber der Bank, der Hermannstädter Geschäftsmann Ilie Carabulea zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. BCC-Aktien sind trotz der jüngsten Entwicklung unterbewertet. Das Stammkapital der Bank beträgt 314 Millionen Lei (knapp 72 Millionen Euro), die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 163 Millionen Lei (37,4 Millionen Euro).

Rasdaq

Auch der freie Markt hatte eine lebhaftere Handelswoche, als er es gewohnt war. Der Handel nahm Fahrt auf, der durchschnittliche Tagesumsatz lag bei umgerechnet 0,21 Millionen Euro, ein durchaus guter Wert für den Rasdaq-Markt. Bezeichnend war auch der Umsatz am letzten Handelstag, umgerechnet 0,68 Millionen Euro, der nur zu einem geringen Teil (24 Prozent) von Sonderdeals getragen wurde. Der Hauptindex legte auf Wochensicht 1 Prozent zu, der Zuwachs wäre höher ausgefallen, wenn es am letzten Handelstag der vergangenen Woche nicht einen leichten Dämpfer (minus 0,04 Prozent) gegeben hätte.

Devisen

Die rumänische Währung profitierte in der vergangenen Woche vom Hunger der Investoren nach Anlagemöglichkeiten. Medienberichten zufolge standen allein am vergangenen Donnerstag mehr als fünf Milliarden Lei für Anleihen in der rumänischen Währung bereit.

Auf Wochensicht wurde der Euro so unter die 4,4-Lei-Grenze gedrückt. So stark war der Leu zuletzt im April vergangenen Jahres, als Anleger mit dem Rückzug aus Lei-Anlagen begannen, aufgrund der wachsenden politischen Instabilität. Der Euro verlor in der vergangenen Woche 1 Prozent, der US-Dollar sogar 2,9 Prozent. Die amerikanische Währung rutschte so unter die 3,4-Lei-Marke.

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