Trostloses 0:0 hält Rumänien im Rennen

Fußball-EM-Qualifikationsspiel auch von Straßenkämpfen geprägt

Montag, 07. September 2015

Die Rivalität zwischen den beiden Nachbarländern Rumänien und Ungarn ist politisch, aber auch sportlich immens. Wenn nun die Vertretungen beider Länder um den Einzug in die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft kämpfen, ist der Anlass zu Animositäten und Ausschreitungen gegeben. Zumindest der große psychologische Kampf der Erklärungen und Deklarationen ist diesmal jedoch ausgeblieben. Das 0:0-Endresultat ist zum leichten Vorteil der Rumänen, die hinter Nordirland Gruppenzweiter bleiben. Für den deutschen Coach Bernd Storck war es kein besonders gelungener Einstand als ungarischer Auswahlcoach, auch wenn er im Nachhinein sagte, er habe seine Mannschaft beglückwünscht, da sie gegen Platz sieben der Weltrangliste gespielt habe.

Die beiden Auswahltrainer Anghel Iordănescu und Bernd Storck scheinen sich mit etwa gleichen oder zumindest ähnlichen Sorgen herumschlagen zu müssen. Beide Trainer beklagten entweder vor oder nach dem Nachbarschaftsderby der Gruppe F, dass viele Auswahlkicker ihrer Mannschaft im Ausland nur Reservespieler seien. So hatte Iordănescu vor nicht all zu langer Zeit gesagt, einst haben Rumäniens Auswahlkicker bei großen ausländischen Teams als Stammspieler agiert, heute seien die meisten nur Reservespieler bei Teams, die keinesfalls zum Top des Fußballs gehören.

Unter diesen Voraussetzungen wurde es in Budapest ein schwaches Spiel zwischen den Mannschaften auf den Plätzen 2 und 3 der Gruppe F, eine Begegnung, in der Torchancen eher Mangelware waren. Mit ihren bescheidenen spielerischen Mitteln legten sich die Teams gegenseitig lahm, für Offensive blieb da kaum viel übrig. Bei beiden Mannschaften sah es über weite Strecken danach aus, als sei „nicht verlieren“ das oberste Gebot. Allein schon die späten Auswechslungen sprechen Bände, zumal deklarativ beide Mannschaften gerne gewonnen hätten, dafür aber recht wenig taten bzw. zu tun vermochten. Dem rumänischen Verbandspräsidenten Răzvan Burleanu hat das Spiel gefallen; oder glaubte er, dies zumindest sagen zu müssen. „Es war ein schönes, umkämpftes Spiel. Wir haben dominiert. Wir hatten viel Ballbesitz“.

Mit dem torlosen Unentschieden bleibt beiden Mannschaften die Hoffnung auf einen der beiden ersten Plätze der Gruppe und damit die direkte Qualifikation zur Fußball-WM im kommenden Jahr.

Ereignisreicher als auf dem Spielfeld wurde es dann vor und nach dem Spiel. Verkehrsschilder und Müllkörbe gehörten zum Wurfarsenal gewaltbereiter Fans, meldet Mediafax. 15 Fans und 23 Polizisten erlitten Verletzungen bei Ausschreitungen auf den Budapester Straßen. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI meldet, nahm die Polizei 51 Fans fest – vier davon kommen aus Rumänien.

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