Tumulte auf PMP-Veranstaltung

Unzufriedene Parteimitglieder wurden handgreiflich

Mittwoch, 04. April 2018

Temeswar (ADZ) – Sie sollten ihren Vorsitzenden wählen, doch zum Abschluss des bereits seit Wochen andauernden internen Wahlkampfs zwischen dem Abgeordneten Cornel Sămărtinean und der stellvertretenden Kreisratsvorsitzenden Roxana Iliescu wurden einige Mitglieder des Temescher Kreisverbands der Volksbewegung (PMP) handgreiflich. Die Wahlversammlung fand am Wochenende im Konferenzsaal eines Hotels am Rande von Temeswar statt, eine Massenschlägerei wurde nur durch den Einsatz eines Wach- und Sicherheitsdienstes verhindert. Die Randalierer wurden unter dem Vorwand, sie hätten ihre Mitgliedsbeiträge nicht beglichen und dürften deshalb auch nicht wählen, evakuiert.

Eine Anhängerin von Roxana Iliescu konnte nur schwer beruhigt werden, sie und andere PMP-Mitglieder warfen dem Abgeordneten Sămărtinean vor, die meisten Delegierten seien Angestellte seiner Unternehmen und deshalb dort. Roxana Iliescu, Anwältin von Beruf und im Sommer 2016 durch ein überraschendes Manöver des Parteivorsitzenden Traian Băsescu, der auf Kommunalebene mit der PSD paktiert hatte, in das Amt einer stellvertretenden Kreisratsvorsitzenden gehievt, überreichte dem aus Bukarest angereisten PMP-Generalsekretär Constantin Onaca 20 Beschwerden der Ortsverbandsvorsitzenden gegen die Organisierung der Wahl durch S˛m˛rtinean. Während ihrer Rede sollen die meisten Teilnehmer den Saal verlassen haben, daraufhin brachen die Tumulte aus. Die Polizei traf später ein, doch ein Sprecher der Temescher Kreispolizei teilte später der Lokalpresse mit, dass keine Straftat begangen worden sei. Am Ende konnte sich Sămărtinean eindeutig durchsetzen, für ihn stimmten 303 der 326 wahlberechtigten Mitglieder der Temescher PMP.

Cornel Sămărtinean war ursprünglich Mitglied der PDL, die Regierung Emil Boc ernannte ihn zum Direktor des Temeswarer Traian-Vuia-Flughafens. In dieser Eigenschaft soll er mehrere Verträge an PDL-nahe Unternehmen vergeben haben, darunter auch an die Firmen des damaligen PDL-Abgeordneten Alin Popoviciu und des ehemaligen Kreisratsvorsitzenden Constantin Ostaficiuc.

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