Über die Grenzen der Gemeinschaft

Bemerkungen zur siebten Auflage des „Ars Hungarica“-Festivals in Hermannstadt

Mittwoch, 14. November 2012

Das wahre siebenbürgische Temperament zeigte Éva Koós zum Festivalabschluss im Thaliasaal.
Foto:Andrey Kolobov

Hermannstadt - Fünf besondere Tage bescherte den Hermannstädtern die siebte Auflage des Festivals „Ars Hungarica“. Von Mittwoch bis Sonntag fanden 21 Veranstaltungen für alle Altersgruppen statt. Das Festivalprogramm bestand aus Gemälde-, Foto- und Skulpturenausstellungen, einer Filmvorführung, einem literarischen Treffen, einem Kabarettabend, Veranstaltungen für Kinder sowie solchen zum Hauptthema „Barock“. Und selbstverständlich gab es zahlreiche Konzerte. „Das Ars-Hungarica-Festival ist inzwischen zu einer echten Kulturmarke der ungarischen Minderheit aus Hermannstadt geworden. Es richtet sich aber nicht nur an die Angehörigen dieser Minderheit, sondern an alle Kulturinteressenten“, unterstrich Levente Serfözö vom ungarischen Kulturbüro in Hermannstadt/Sibiu.

Den Auftakt dem Festival gab am Mittwochabend im Thaliasaal der Chor „Vox Humana“ aus Sankt Georgen/Sfântu Gheorghe. Der Chor, der heuer sein 40. Bestehungsjubiläum feiert, stellte den mitgliedergrößten Festivalteilnehmer dar. Eine andere Musik konnte man am selben Abend im Atrium Classic Café hören. Balázs Bágyi und Dániel Szabó vom Duo „Duola“ präsentierten eine einzigartige Kombination im Ethnojazz: Trommel und Zymbal. Das Ensemble „Codex“ aus Miercurea Ciuc widmete sich der barocken Musik am Donnerstagabend im Kulturzentrum „Habitus“. Ebenfalls dort trat am Freitag das Ensemble „Flauto Dolce“ aus Klausenburg/Cluj auf. Bei seinem zweiten Auftritt am Sonntag in der römisch-katholischen Kirche führten die Musiker zusammen mit dem Komponisten Erich Türk geistliche Musik auf. Eine spannende Mischung aus Volksmusik und modernen Klängen präsentierte die Band „Ciráda“ (Ungarn) unter dem Motto „Das Leben mit Freude leben“ am Samstag im Thaliasaal.

Die Vernissage der Gemäldeausstellung des Künstlers Ferencz Incze fand in Zusammenarbeit mit dem Brukenthalmuseum, dem Tarisznyás-Márton-Museum aus Gheorgheni und dem Haáz-Rezsö-Museum aus Oderhellen/Odorheiu Secuiesc statt. „Der 1910 in Gheorgheni geborene Maler wird stets als der umstrittene Künstler charakterisiert“, sagte die Kuratorin der Ausstellung Iulia Mesea. „Ich bin kein bodenständiger Mensch. In den meisten meiner Bilder stellt die Umgebung die reale Welt, ich aber bin irreal“, erklärte der Künstler seine Werke in einem Interview im Jahre 1982. Die Exposition in Hermannstadt ist kein Zufall: Incze verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Stadt am Zibin, die er als „ein möglicher Ort des Glücks“ bezeichnete. Die Ausstellung kann bis zum 28. November besichtigt werden. Den Abschluss des Festivals stellte der Volksliederabend im Thaliasaal dar. Éva Koós schenkte dem Publikum zusammen mit dem Folkloreensemble aus Mădăraş einen musikalischen „Blumenstrauß“. Bereits im Alter von drei Jahren beschloss Koós Sängerin zu werden. Sie glaubt, ihre Begabung ist ein „Geschenk Gottes, das mit dem siebenbürgischen Temperament vermengt ist“.

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