Über römisch-katholische Friedhöfe im Banat

Deutsches Konsulat Temeswar unterstützt deutsche Fassung

Mittwoch, 18. Februar 2015

Die Zentralkapelle auf dem römisch-katholischen Friedhof in Bogarosch

Das Heldendenkmal in Gertjanosch

„Der Friedhof als Element in der Entwicklung der kulturellen Landschaft. Deutsche Gemeinschaften im Banat“ heißt die neueste, von der Gesellschaft der Landschaftsarchitekten aus Rumänien unternommene Studie, die in den kommenden Wochen beim Verlag der West-Universität in Temeswar/Timisoara in rumänischer Sprache veröffentlicht wird. Es ist bereits das dritte Projekt über die Banater Friedhöfe im ländlichen Raum des hiesigen Forscherteams bestehend aus drei Landschaftsarchitekten Alexandru Ciobota, Andrei Condoros  und Raluca Rusu sowie dem Architekten Vladimir Obradovici. Für die Entstehung der jüngsten Studie traten dem Autorenteam die Architektin Dr. Diana Belci von der Architekturfakultät in Temeswar und die Anthropologin Dr. Nicoleta Musat von der West-Uni bei. Koautoren des Bandes sind der Universitätsprofessor und Architekt Dr. Teodor Octavian Gheorghiu und der Archivar der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar, Claudiu Calin.


Institutionelle Partner für die jüngste Forschungsarbeit sind unter anderen die Römisch-Katholische Diözese Temeswar, das Konsulat der Bundesrepublik in Temeswar und die Architekturhochschule der TU Temeswar. Hauptkostenträger des Unterfangens ist die Verwaltung des Nationalen Kulturfonds – AFCN. Andere Förderer sind die Gesellschaft der Landschaftsarchitekten in Rumänien und die Römisch-Katholische Diözese Temeswar. Ebenso wird die Herausgabe der Studie vom Deutschen Konsulat in Temeswar und vom Demokratischen Forum der Deutschen im Banat gefördert. Nicht zuletzt übernimmt das Konsulat, nach gegenwärtigem Stand, teilweise auch die Übersetzerkosten für die anstehende Übertragung des Bandes ins Deutsche.

 

Multikulturalität und Multikonfessionalität

Wenn sich das erste Projekt, 2012, auf die Banater Friedhöfe im allgemeinen; das zweite, ein Jahr später, auf die rumänisch-, serbisch- und ukrainisch-orthodoxen Friedhöfe bezog, so sind es diesmal die römisch-katholischen Grabfelder der banatdeutschen Gemeinschaften, die das Interesse des Autorenteams geweckt haben. „Wir sind nicht allzu sehr auf Einzelheiten eingegangen, sondern haben die Multikulturalität und Multikonfessionalität des Banats berücksichtigt“, äußert sich der aus Reschitza stammende Landschaftsarchitekt und zugleich Projektleiter, Alexandru Ciobota, zum ersten Band. Diesbezüglich wurden auch die „neueren“ protestantischen unf neutestamentarischen Konfessionen nicht vergessen.

Zur Begründung der Auswahl des Banater ländlichen Raums als Forschungsgebiet meint der Architekt Vladimir Obradovici: „Auf dem Land kommen die Kennzeichen jeder Kultur besser zum Ausdruck als in der Stadt.“ Die erste Gesamtstudie wurde Anreger zur detailierteren  Forschung zu jeder Gemeinschaft im Banat. 2013 war es die orthodoxe Konfession, bestehend aus Rumänen, Serben und Ukrainern. Bei der letzteren Völkergruppe handelt es sich um die Ukrainer in der Umgebung der Stadt Karansebesch/Caransebes im Banater-Bergland (Kreis Karasch-Severin/Caras-Severin).

Dass es Unterschiede zwischen den katholischen und den orthodoxen Friedhöfen gibt, erkannten die Forscher nach dem ersten bearbeiteten Buch. Die kulturellen Unterschiede werden unter anderen von der Organisation und der Lage des Friedhofs dem Dorf gegenüber, aber auch von den Grabmälern und den darauf gemeißelten Inschriften bedingt, erklärt Obradovici. All dies ein „Spiegelbild der Unterschiede und Ähnlichkeiten der Kulturen“.

 

13 römisch-katholische Friedhöfe im Banat

Altringen, Billed/Biled, Weidenthal/Brebu Nou, Bogarosch/Bulgarus, Charlottenburg, Tschiklowa/Ciclova Montana, Lowrin/Lovrin, Neudorf, Perjamosch/Periam, Saska/Sasca Montana, Tirol, Triebswetter/Tomnatic und Guttenbrunn/Zabrani sind die 13 Ortschaften aus dem Banat und dem Banater Bergland mit den katholischen Friedhöfen, die im Projekt erforscht wurden. Für jeden der 13 Friedhöfe wurde eine orientative Stichwortkartei aufgestellt. Während den Untersuchungen wurden zugleich Unterschiede hinsichtlich des Erhaltungszustandes der Begräbnisstätten festgestellt, beispielsweise befinden sich diejenigen in Weidenthal, Perjamosch und Lowrin in einem besseren Zustand als die Friedhöfe in Großsanktpeter/Sânpetru oder Gertjanosch/Carpinis (nicht in der Studie erfasst, aber erforscht).

Gleich der für den zweiten Band aufgestellten Fallstudie bezüglich der rumänisch-orthodoxen Grabstätten in Crivina de Sus haben sich die Forscher entschieden, ein Grabmal wiederherzustellen, um etwas Konkretes nach ihrem Unterfagen zu hinterlassen. Somit planen die Autoren diesmal die Restaurierung des aus dem 18. Jahrhundert stammenden zentralen Kruzifixes auf dem Bogaroscher Friedhof.

Außerdem steht für die Forscher Anfang März d.J. eine Vorstellung ihrer Studie über die banatdeutschen Friedhöfe in Frankenthal (Deutschland) an, wohin sie von Peter-Dietmar Leber, dem Vorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Deutschen e.V., eingeladen wurden. Die Buchpräsentation wird von einer Fotoausstellung begleitet. „Wir haben in jedem Jahr eine Fotoausstellung organisiert, denn anhand der Bilder kann man das ausdrücken oder ergänzen, was mit dem Text nicht gelingt“, so der Projektleiter. In diesem Jahr wurde ein Fotoalbum über alle Banater Friedhöfe, ein Werk der Bukarester Fotokünstlerin Cristina Garabteanu, herausgeben.

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