Überraschend informativ und modern

Das Traian-Vuia-Museum im gleichnamigen Ort

Mittwoch, 30. August 2017

Foto 1: Mit diesem Flugapparat gelang es Traian Vuia die französische Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts zu begeistern.

Foto 2: Das Museum zeigt die facettenreiche Persönlichkeit des Genies: Traian Vuia hatte auch eine rege publizistische Tätigkeit.
Fotos: die Verfasserin

Durch die Gemeinde Traian Vuia führt der Weg von Temeswar Richtung Siebenbürgen, weil es auf dieser Strecke noch keine Autobahn gibt. Und wenn die alten Häuser links und rechts an der Straße vielleicht kein großes Interesse wecken, dann kontrastiert damit stark ein Gebäude linkerhand: Es ist das Traian-Vuia-Museum, ein Bau aus Glas, Metall und Holz, das eher einem Showroom gleicht. Hier sollte man anhalten und sich ein Stündchen nehmen, um das Museum zu besuchen.

Der Luftfahrtpionier Traian Vuia wurde 1872 in Surducu Mic geboren. Heute gehört die Ortschaft zur Gemeinde Traian Vuia, die im 19. Jahrhundert noch als Bujoru bekannt gewesen ist. Zwei Abschlüsse zeugen davon, dass Traian Vuia ein besonderer Intellektueller war: Mechanik hat er studiert und Rechtswissenschaften. Unglaubwürdig und unrealisierbar hielten die meisten Ingenieure der Zeit seine Pläne von einem „fliegenden Automobil“. Aber die bereits in seiner Heimatgemeinde angefangenen Projekte, die zum Bau seiner ersten Flugmaschine führten, setzte er in Paris fort und konnte am 18. März 1906 im französischen Montesson seinen Erstflug durchführen. „Vuia 1“ nannte er das damalige Modell und das sind die Zahlen, die für diesen Flieger stehen: 25-PS-Motor, 151 Kilogramm Gewicht, 21 Meter Flügelbreite.

Im Museum kann als Exponat eine getreue Nachbildung des „Vuia 1“ beschaut werden, das von der Akademischen Kulturstiftung Temeswar erbaut wurde, 2005 in Rumänien getestet und ein Jahr später in Montesson zum 100. Geburtstag des Erstflugs von Vuia sich ebenfalls von der Erde erhob. Eine Karawane betourte damals Europa, um das Flugzeugmodell „Vuia 1 Bis“ bekannt zu machen oder wieder in Erinnerung zu bringen. Der Besucher, der sich das grazile Modell anschaut, kann nur über den Mut und die Waghalsigkeit Traian Vuias staunen und seinen starken Glauben an eine Idee bewundern.

Aber auch andere Exponate erregen das Interesse des Besuchers: so die Ausstattung eines Piloten vor gut über 100 Jahren oder Zeitungs- und Zeitschriftenseiten als Dokumente der damaligen Periode.

Auf jeden Fall einen Besuch wert. Noch besser, wenn man es Kindern zeigen kann. Dann fragen sie nicht, warum der Internationale Flughafen Temeswar Traian Vuia heißt.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*