Überraschender Erfolg beim Plai-Festival 2012

Veranstalter mussten den ersten Abend als ausverkauft erklären

Mittwoch, 19. September 2012

Der aus Deutschland stammende Raggae-Sänger Patrice heizte das Plai-Publikum ein. Foto: Zoltán Pázmány

Bekannte Namen der Weltmusikszene traten im Laufe der Jahre beim Plai-Festival in Temeswar/Timişoara auf: Al di Meola, Paco de Lucia, Mariza, Misia oder die Idan Raichel Band. Allerdings schaffte es keiner dieser weltberühmten Künstler, so viele Zuschauer zum Plai-Festival zu locken. Patrice und seine Band (The Supowers) realisierte das Unerwartete und brachte die Veranstalter dazu, sich von den zahlreichen Fans und Schaulustigen überfordert zu fühlen: Die Show wurde am ersten Festivalabend als „ausverkauft“ erklärt.

Um 22.20 Uhr angesagt, der deutsche Reggae-Sänger trat aber erst gegen Mitternacht auf die Bühne des Festivals. Die insgesamt 4.000 Zuschauer vergaßen sofort ihre Ungeduld, als Patrice & The Supowers die ersten Klänge verbreiteten.

Die Stimmung explodierte einfach, als der Reggae-Sänger seine bekannten Lieder spielte. Diese wurden zusammen mit dem Publikum gesungen. Eine ganze Stunde sorgte Patrice für Stimmung im Dorfmuseum am Temeswarer Jagdwald. Noch nie war das Gelände dort so menschenvoll wie bei dem Auftritt von Patrice. Auch die Händler, die für Essen und Getränke sorgten, konnten nur schwer mit der großen Anzahl der Festivalbesucher klarkommen. Aus diesem Grund war auch das Angebot an Essen und sonstigen Kleinigkeiten auch ziemlich arm. Die drei Stände mit ungarischen, japanischen und indischen Gerichten wurden schnell leer. Besser ausgestattet waren die Getränkestände – doch auch hier mussten die Kunden lange Schlange stehen.

Die nächsten zwei Festivalabende liefen problemlos. Für Stimmung sorgte die rumänische Gruppe Subcarpa]i an allen drei Abenden. Später am Samstag performte die rumänische Band Blue Nipple Boy. Die Bukarester sind in voller Blüte ihrer Karriere: In diesem Sommer trat die Band beim Sziget-Festival in Budapest sowie bei den rumänischen Festivals wie B´estfest in Bukarest und Peninsula in Neumarkt am Mieresch/Târgu Mureş auf. Das Highlight des Abends war jedoch Fatoumata Diawara.

Die für viele der Festivalbesucher noch unbekannte Künstlerin aus Mali wird bestimmt von nun an in der Erinnerung der Plai-Besucher als eine der buntesten und lebhaftesten Sängerinnen bleiben. Die Musik von Fatoumata Diawara klingt fast wie eine Reise nach Afrika – geheimnisvoll, bunt und energisch.

Aziza Mustafa Zadeh rundete die siebte Auflage des Festivals in einer völlig anderen Stimmung ab. Die von ihr entwickelte Stilrichtung - eine Mischung aus Jazz, Scat-Gesang, Elementen der klassischen Klaviermusik und traditioneller aserbaidschanischer Improvisationsmusik (Mugam) - konnte auf dem Gelände des Banater Dorfmuseums bis spät in der Nacht genossen werden. Die aserbaidschanische Komponistin, Pianistin und Sängerin wird auch als „Princess of Jazz“ oder „Jazziza“ genannt.

Auch in diesem Jahr ging es bei Plai nicht nur um Musik. Die zahlreichen Workshops lockten auch tagsüber zahlreiche Besucher an. Insgesamt betraten das Gelände des Dorfmuseums 6000 Plai-Besucher. 

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