Umfassende Rückschau in der „Zeidner Chronik 2015“

Freitag, 05. Februar 2016

Spiegelung des Zeidner Kirchenturms in einer Tuba als Titelbild der „Zeidner Ortschronik 2015“.

Wie vielfältig das Leben einer relativ kleinen Gemeinschaft ist, wer an den verschiedenen Veranstaltungen als Mitwirkender oder als Nutznießer teil hat, was alles im Laufe eines Jahres angeboten werden kann – das vermittelt die vom Zeidner Kirchenmusiker Klaus-Dieter Untch herausgegebene „Zeidner Chronik 2015“, die unlängst erschienen ist. Die im Heftformat, 76 Seiten starke und reich mit Farbfotos illustrierte Publikation wurde in der Kronstädter Druckerei „Ecran Magazin“ in sehr guter Qualität gedruckt und enthält, außer größtenteils von Klaus-Dieter Untch verfassten Berichten, eine Sammlung von Beiträgen hauptsächlich zu Veranstaltungen der Zeidner Sachsen.

Dabei geht es um die evangelische Kirchengemeinde, ums Ortsforum, um die deutsche Schulabteilung und um die regen Beziehungen zu den Landsleuten die heute in Deutschland leben und in der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Zeiden organisiert sind. Berichtet wird über Veranstaltungen in Zeiden aber auch Ausfahrten, die die Zeidner deutschen Kulturgruppen (unter anderen die Zeidner Volkstanzgruppen geleitet von Christine Vlădărean und Mihai Bărlea, die Jugendgruppe um Pfarrer Andreas Hartig, der Kinderchor) zum Sachsentreffen in Mediasch, nach Kronstadt (im Blumenauer Altenheim) oder sogar nach Deutschland, zum Zeidner Treffen in Dinkelsbühl, führte. Im Gegenzug kamen auch Gäste von nah und fern nach Zeiden, z.B. der Bläserkreis CVJM aus Nieder-Ramstadt, der ein gut besuchtes Sommerkonzert in der Kirchenburg bot, der Kantor und Organist Peter Kleinert aus Frauenstein, Deutschland, Mihnea Cazacu (Klavier) und Răzvan Păun (Geige), die zusammen mit Klaus-Dieter Untch in einem Musica-Barcensis-Konzert auftraten oder Ursula Philippi an der Orgel anlässlich der bemerkenswerten Aufführung des musikalischen Orgelmärchens nach Grimms „Bremer Stadtmusikanten.“

Berichtet wird über Veranstaltungen wie „Singender Stammtisch“, der Malkurs, Wanderungen und Fahrradtouren um Zeiden, wobei Klaus Dieter Untch dahinter als treibende Kraft steckt. Wenn man weiß, dass Untch auch auf Konzerttournee in Deutschland war, wo er auch freie Improvisationen nach Publikumswunsch bestritt; dass er nach längerer Pause wieder zur Trompete griff als Verstärkung der „Burzenbläser“, dass er als Religionslehrer auch am Honteruslyzeum im Einsatz ist, so kann man sich nur wundern, wie er all diesen, zum Großteil ehrenamtlichen Aufgaben so erfolgreich nachkommen kann.

Von großem Interesse sind die der „Karpatenrundschau“ entnommenen Berichte von Dieter Drotleff über die Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten im Zeidner historischen Stadtzentrum und der Beitrag von Helmuth Mieskes (Böblingen) über die Zukunft der alten Mädchenschule in der Marktgasse. Sie war, neben anderen Immobilien, die die evangelische Kirchengemeinde vom rumänischen Staat zurückerhalten hatte und die (wegen „nicht vorhandenen personellen Kapazitäten – gemeint ist hier eine funktionierende Kirchenverwaltung, mit den entsprechenden Fachleuten im Bereich Immobilien“) veräußert wurden, zunächst ohne Verwendung geblieben, weil ihr Zustand sehr verwahrlost war. Nachdem die Schule 2011 vom damaligen Unternehmer und ab 2012 Zeidner Bürgermeister Cătălin Muntean erworben wurde, ist sie inzwischen weiterverkauft worden und wird ab dem Vorjahr umfassend renoviert.

Weitere Berichte (Konfirmation, Fasching, Oster-Basteln, Bildervortrag von Pfarrer Uwe Seidner, Weihnachtsfeier der Deutschen Schule, Schulanfangsgottesdienst, die aus der ADZ übernommene Vorstellung des neuen offiziellen Zeidner Wappen von Wolfgang Wittstock, beispielgebende Verschönerungs- und Reinigungsmaßnahmen auf Initiative von Kirchengemeinde und Ortsforum – ein Kurzbericht in rumänischer Sprache der zuerst auf Codlea Info zu lesen war, eine Rezension zum Roman „Zeiden im Januar“ der aus Zeiden stammenden Ursula Ackrill) sollen nicht unerwähnt bleiben, um den Inhaltsreichtum dieser Chronik und damit auch die Vitalität dieser Gemeinde zu belegen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 09.02 2016, 11:30
so klein war diese Gemeinschaft gar nicht. Zeiden war nach Kronstadt immer die zweitgrößte Stadt des Burzenlandes und bis zum Kommunismus waren die Sachsen immer die stärkste Bevölkerungsgruppe in Zeiden, vor Rumänen und Ungarn. Die Kirchenburg wurde von den Sachsen gebaut, das Rathaus, die Schwarzburg, das Waldbad, die Schulen, etc.

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