Umstrittener Gesetzentwurf zu Kirchenfinanzierung

Initiative stößt auf parteiübergreifende Ablehnung

Mittwoch, 10. April 2013

Bukarest (ADZ) - Ein Gesetzesprojekt des PSD-Abgeordneten Remus Cernea zur Kirchenfinanzierung sorgt dieser Tage für hitzige Debatten. Laut Gesetzentwurf sollen Kirchen nicht mehr aus dem Staatshaushalt, sondern nach westlichem Beispiel aufgrund einer individuell entrichteten Kirchensteuer finanziert werden. Es empfehle sich eine Abnabelung der Kirche von Staat und Politik, so Cernea.

Dem Abgeordneten zufolge wird der Gesetzentwurf zwar von etlichen Kollegen unterstützt, formell jedoch sprechen sich die meisten dagegen aus: Das rumänische Volk sei gottesfürchtig, seine Identität wesentlich von der Kirche geprägt, mahnte der Vizepräsident des Unterhauses, PDL-Urgestein Ioan Oltean. Rabiater reagierte Konstanzas PSD-Chef und Bürgermeister Radu Mazăre: Cernea sei ein „Idiot“, der „einen Tritt in den Hintern“ verdiene – den allerdings müsse der Premier verabreichen. Letzterer erklärte, sich von Cerneas Initiative ausdrücklich zu distanzieren.

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche wertete das Projekt als „unrealistisch“ – sofern der Staat seine Finanzierung streiche, müsste er auch das verstaatlichte Kircheneigentum samt und sonders rückerstatten.

Kommentare zu diesem Artikel

sraffa, 11.04 2013, 23:51
Helmut, Sie haben völlig Recht. Wennschon die Katholische Kirche gerne mit materiellen Dingen angibt legt doch die Orthodoxe Kirche noch einmal nach: Die Gläubigen werden wie kleine Sünder behandelt aber selbst schwelgt man in allem Luxus der sich denken lässt. Nein, das ist nicht christliche Kirche im 21. Jahrhundert !
Helmut, 10.04 2013, 15:40
Die Trennung von Staat und Kirche ist fast in allen Demokratien vollzogen worden,warum nicht auch in Rumänien.Auch andere Völker sind gottesfürchtig und die Gläubigen bezahlen ihre Kirchensteuer oder freiwillige Beiträge.Gläubigkeit hängt nicht davon ab,ob eine Religionsgemeinschaft vom Staat finanziert wird oder nicht,sie hängt vom Menschen ab.Genosse Mazare soll einmal darüber nachdenken,ob er persönlich immer ein gottesfürchtiges Leben führt,oder denkt er sich einen Platz im Paradies mit Geld erkaufen zu können. Der Rum.-Orthodoxen Kirche in Stammbuch geschrieben:" Jesus Christus wurde in einem Stall geboren und nicht in Prunk und Gold".Dies war ein Zeichen Gottes.

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