Umweltfreundliche Probefahrt

Die Radwege im Banat sind schlecht oder nicht vorhanden

Freitag, 27. Juli 2012

 

Temeswar/Timişoara hat im Banat die Nase vorn, wenn es um Radwege geht. Dort wurden bereits etwa 60 Kilometer eingerichtet. Zwar halten sich diese Strecken nicht an die verbindlichen Standards und ihre Qualität lässt viel zu wünschen übrig, dennoch gewähren sie Radfahrern mehr Sicherheit als die Teilnahme am allgemeinen Straßenverkehr. Auch in Reschitza/Reşiţa und Arad werden aktuell Projekte zur Einrichtung von Fahrradwegen umgesetzt.

Generell gilt, dass Radfahrer die Fahrbahn benutzen müssen, falls keine Radwege vorhanden sind. Ein gefährliches Roulette-Spiel, denn viele von ihnen werden in der Hektik des Straßenverkehrs zu Opfern von Verkehrsunfällen. Dieses Problem hat inzwischen auch Rumänien erkannt. Die Lösung: Entsprechend gekennzeichnete, benutzungspflichtige Radwege. Seit einigen Jahren gibt es sie auch in Temeswar.

 

Die Veranstalter der Aktion „Grün für Fahrräder“ geben preis, dass es in der Hauptstadt des Banats fünf Trassen gibt, die man mit dem Fahrrad zurücklegen kann. Die eine Wegstrecke ist in der Altstadt, die anderen Routen führen entlang der Bega über zahlreiche Brücken, im Zentrum von Temeswar, durch das Studentenviertel, im Jagdwald sowie an verschiedenen Parks wie beispielsweise dem Zentralpark vorbei. Durch gemeinsame Radfahraktionen versucht der „Grün für Fahrräder“-Verein, den Radsport in der Stadt zu fördern. Die Temeswarer Radfahrer haben Nummernschilder bekommen, um den Behörden zu beweisen, dass auch die Stadt an der Bega eine Radfahrerstadt ist. An der jüngsten „Zählung der Fahrräder“ beteiligten sich mehr als 1500 Personen.

Im Grunde werden Radwege aus Sicht der verantwortlichen Verkehrspolitik angelegt, damit die Sicherheit von Fahrradfahrern erhöht, der Radverkehr und der Tourismus gefördert und der Verkehrsfluss für Kraftfahrzeuge auf der Fahrbahn sowie umgekehrt, des Verkehrsflusses auf dem Radweg, verbessert wird. Fahrbahnen für Fahrradfahrer sollen auch gebaut werden, damit die Bürger das umweltfreundliche Verkehrsmittel öfter nutzen und somit auch etwas für ihre Gesundheit tun. In Temeswar gibt es jedoch zahlreiche Fahrbahnen, die von schlechter Qualität oder von Baumwurzeln beschädigt worden sind. An vielen Orten kann man die Fahrbahnführung und die Radwegstreifen auf dem Boden nicht mehr erkennen, da diese schon recht alt sind und verwischt.

Außerdem nehmen Fußgänger die Radwege oft nicht wahr oder ignorieren sie, weil die Abgrenzungen zum Bürgersteig nur schwer zu erkennen sind. Auch Autofahrer parken ihre Pkw häufig mitten auf dem Radweg.

Reschitza baut gegenwärtig die Gehsteige und die Straßen in der ganzen Stadt um. Parallel dazu werden auch Radfahrwege ausgewiesen, allerdings scheinen die von Leuten gemacht zu werden, die entweder noch nie in der Stadt mit den Fahrrad unterwegs waren oder keine Fußgänger sind. Praktisch sieht die Markierung der Radfahrstreifen so aus, dass sie einerseits parallel und gegensätzlich zueinander verlaufen, rund einen Meter breit sind und dann noch den Gehsteig auf einen einzigen Meter verengen (siehe Foto).

Die Ideallösung ist das nicht, eher eine typische Notlösung, um gewissen Vorgaben („der EU“?) gerecht zu werden. Zudem ist das Ganze erst noch am Anfang, denn die „Radfahrwege“ beginnen in einem Nichts und enden ebendort – einzig und allein bisher auf dem Muncii-Boulevard in der Reschitzaer Neustadt. Für den Anfang sind in Reschitza zwölf Kilometer Radwege geplant.

Ein ambitioniertes Ziel hat sich dafür die Stadt Arad gesetzt. Insgesamt 130 Kilometer Fahrradwege sollen dort gebaut werden. Die Stadträte haben ein diesbezügliches Projekt genehmigt. Die Pisten werden auf beiden Seiten der Hauptstraßen auf einer Gesamtstrecke von 65 Kilometern gebaut. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr starten und 30 Monate dauern. Die Kosten belaufen sich auf 17 Millionen Lei. 

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