Umweltschutz unter Fachanleitung

Die neue Leiterin kommt aus Bacău und ist Dr. der biologischen Wissenschaften

Freitag, 03. April 2015

Der Bereich der Großen Donauinsel beim Eingang zum Donauengpass des Eisernen Tors ist auch eines der größten rumänischen Reservate für die Uferschwalbe, die dieser Tage wieder zu nisten beginnt, auch wenn es in den ersten Apriltagen im nördlich davon gelegenen Banater Bergland kurz mal schneite. Hier ein Abschnitt mit besonders vielen Nisthöhlen.

Im Hintergrund, bergwärts, das Erzaufbereitungswerk der SC-Moldomin SA Neumoldowa, im Vordergrund die beiden parallel zum Donauufer angelegten Abraumhalden/Klärteiche Boşneag und Tăuşani, die Vergiftungsquellen beider Donauufer, deretwegen die EU vor dem Straßburger EU-Gerichtshof gegen Rumänien ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet hat.
Fotos: wk

Reschitza – Nach den skandalösen Postenbesetzungen des vergangenen Jahres, als der UNPR-Senator Ion Simeon Purec von Bukarest aus seinen Sohn Petrică-Ionuţ-Sebastian Purec binnen Tagen zur Agentur für Umweltschutz (APM) und auf deren Leitungssessel katapultierte (um das Prozedere in diesem Jahr wieder aufzunehmen und Sohn Petrică-Ionuţ-Sebastian zum Vizepräfekten zu machen), scheint nun das Amt zumindest mit einer kompetenten Person besetzt worden zu sein, die auch noch Erfahrung im Bereich mitbringt.

Dr.rer.biol. Corina-Neli Pricope (PNL), die ehemalige Leiterin der Agentur für Umweltschutz Bacău (seit 2009) und Ex-Forscherin am Museum für Naturwissenschaften in Bacău, ersetzt seit Mittwoch den politisch immer höher gespülten Senatorensohn Purec in der Leitung der Agentur für Umweltschutz Karasch-Severin. Interimsmäßig, genau-so wie Petrică-Ionuţ-Sebastian Purec war auch dessen Vorgängerin Carmen Sorescu, die von Senator Purec in doppelter Gesetzesübertretung vor knapp einem Jahr mitten aus dem Urlaub weggefegt wurde, um seinem Sohn Platz zu machen, der über gerade mal drei Tage Erfahrung in Sachen Umweltschutz verfügte, als er der Chef des Amtes wurde.

Dr. Cornelia-Neli Pricope ist vom Ministerium für Umwelt einstweilen für sechs Monate nach Reschitza versetzt worden. Sollte eine Verlängerung der Versetzung nötig sein, heißt es seitens APM, müsse ihre vorherige Zustimmung dazu eingeholt werden.

In ihrer ersten Pressekonferenz verkündete die Doktorin der biologischen Wissenschaften, dass sie keine Institutsleiterin sein möchte, die am Bürostuhl klebt, sondern dass sie sich die Probleme des Banater Berglands vor Ort ansehen und möglichst vor Ort, aber auch durch Zuhilfenahme anderer Fachleute, lösen möchte – womit sie nach etwa 25 Jahren die erste APM-Leiterin ist, die so etwas bei Amtsantritt verkündet.

Man möge von ihr aber nicht schon bei der ersten Kontaktnahme mit den Gegebenheiten eines vom Umweltstandpunkt, wegen des belastenden industriellen Erbes und der zahlreichen Bergbau-Abraumlagerstätten, schwierigen Verwaltungskreises eine klare Strategie ihres Vorgehens fordern. Zuerst müsse sie sich wirklich aus eigener Ansicht von den reellen Gegebenheiten ein Bild machen, weshalb sie zuallererst nach Neumoldowa fahren werde, um sich den Zustand der beiden Klärteiche Tăuşani und Boşneag der immer noch staatlichen SC Moldomin SA anzuschauen, wegen welcher die EU gegen Rumänien ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet hat. Und wo, laut übereinstimmenden Angaben aller nichtstaatlichen Umweltschutzorganisationen, bislang kein Finger gerührt wurde, um das grenzüberschreitende Vergiftungsübel, das dort im Gange ist, einzudämmen.

Neu in den ersten Erklärungen der frisch ernannten Leiterin der Agentur für Umweltschutz Karasch-Severin ist auch ihre Versicherung, dass sie engstens mit den bürgerlichen Freiwilligenorganisationen für Umweltschutz zusammenarbeiten möchte: „Ich wünsche mir eine gute Beziehung zu allen anderen einschlägigen Institutionen, vor allem aber mit der Zivilgesellschaft, die es oftmals schafft, sehr treffende Lösungen zu suggerieren. Nicht zuletzt wünsche ich mir, dass die Agentur für Umweltschutz einen positiven Partner im Unternehmertum findet. Ich bin strikt für die Gesetzesanwendung, aber in deren Geist. Allerdings setzt das auch die gute Absicht der Unternehmer voraus!”

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