Und doch verkaufen wir´s nicht!

Mittwoch, 29. Mai 2013

Wer durchs südliche Oltenien in Richtung Calafat fährt, dem wird erschreckend bewußt, dass auch die Oltenier immer mehr Ackerland unbearbeitet brachliegen lassen, sie, die seit der Wende ein Grückgrat der Landwirtschaft in Rumänien waren. Auch wenn es deprimierend war anzusehen, wie ein einziges Männlöein oder Weiblein ein zehn Meter breites kilometerlanges Stück Mais- oder Sonneblumenfeld in stoischer Ruhe und hackelangsam unkrautfrei hielt. Rumänien schleicht weiter in Richtung flächendeckendes Unkrautland, während die Unbelehrbaren über das Verbot des Landkaufs durch Ausländer bellen.

Die Ausnahmeregelung, die Rumänien bei den Beitrittsverhandlungen zur EU ausgehandelt hatte, läuft am 31.Dezember 2013 aus. Ab dem 1. Januar 2014 dürfen Ausländer in Rumänien als natürliche Personen Land kaufen. Sie haben es auch bislang getan, als 100prozentige Anteilseigner von Firmen, die Land kauften. Dieser Umweg entfällt und der erste Fachmann des Landes, Präsident B²sescu, schlägt Alarm: „Wenn wir es eh so lieben, zu sagen, dass wir unser Land nicht verkaufen, dann würde es mich freuen, zu sehen, dass die Rumänen ihr Ackerland nicht verkaufen (...) Der Staat hat die kategorische Pflicht, eine Agentur zu gründen, die das Erstkaufrecht haben soll, wenn Landbesitzer ihren Boden verkaufen. Das ist – so meine ich – eine Lösung zur Prävention des Entgleitens der Kontrolle über die landwirtschaftliche Produktion.“

Damit tritt der kommende-Heißwunsch-Nato-Generalsekretär ins Fettnäpfchen. In obigem unschätzbar wertvollen staatsmännischen Hinweis muss diese Agentur zwei Ziele verfolgen: die Kontrolle über die Bodenzirkulation – keine Handbreit Land an Ausländer! -  und die Kontrolle der landwirtschaftlichen Produktion. Keine Rosen züchten, gefälligst Getreide anbauen! Nebenbei: der big statesman frönt wieder seiner manischen Kontrollsucht.

Wie immer gibt es nun viele Hündchen, die durchbellen, was der Hofhund vorgebellt hat. U.a. Ex-Landwirtschaftsminister Dan Motreanu. Der will gleich eine Gesetzesvorlage, weil die Gefahr bestehe, dass durch Landverkauf das Entstehen einer rumänischen ländlichen Mittelklasse verbarrikadiert wird. Sein rotes Tuch ist Holland, „wo vor zwei Jahren ein Unterstützungsfonds für Farmer gegründet wurde, die im Ausland Land kaufen wollen.“

Dabei gibt es in Rumänien, aus vielerlei Gründen, keinen geregelten Markt für Ackerland. Keine Grundbücher auf elektronischer Basis, die existierenden regionenweit ein Chaos. Die Rückerstattungsgesetze haben viele Besitzer des selben Grundstücks legitimiert. Die Justiz weiß nicht, wer der echte ist. Die landwirtschaftliche Produktion hat keinen Markt. 90 Prozent des Produktehandels geschieht ohne Verträge. Mit Handgeld. Am Fiskus vorbei. Banken verweigern sich Grundstücken als Kreditgarantie.

Eine Agentur hat Stempel: muss sie dann, wenn sie an einem Kauf nicht interessiert ist, ein gestempeltes Papier herausgeben als Bestätigung? Möglicherweise gegen ein „Recht“, ein Schmiergeld?

Kommentare zu diesem Artikel

Klaus der hanseat, 29.05 2013, 17:19
Recht so das die bauern ihr land nicht verkaufen.-Sollte Rumänien einst aus dem schlaf erwachen dann gehört das bauernland den fabrikanten die unsere nahrung vergiften.konzerne sind inzwischen so stark das sie machen was sie wollen.Auch eine hintertür sollte versperrt werden.-Da sind unsere holländischen firmen keine ausnahme.-Lediglich ein stück land sollte für fremde zum hasubau frei sein.selbst konzerne die mal schnell 100 wohnungen bauen sollten bleiben wo sie sind.Wehret den anfängen und lasst das land in rumänischen händen.-alles andere ist der anfang vom untergang
Ottmar, 29.05 2013, 13:34
Lieber Schreiberling, ich weiss nicht so richtig, wie du das mit dem Formulieren der Deutschen Sprache hast. Ist ein bisschen wirr, ist wohl dem Rumänischen entsprungen.
Zum Inhalt Länder wie Österreich, Schweiz haben auch ein Vorkaufsrecht. Es darf ein Ausländer in diesen Ländern eine Immobilie erst kaufen, wenn es keinen Inländer gibt und in manchen Regionen wie zum Beispiel Graubünden in der Schweiz dürfen Ausländer gar nicht mehr kaufen. Also ein bisschen staatliche Reglementierung kann schon vor Ausverkauf schützen. Rumänische Bauern arbeiten extrem nachhaltig ich würd mal darauf hinweisen dass man mit diesen Produkten auf dem Mitteleuropäischen Markt sehr gute Verkaufserfolge haben könnte. Aber da bräuchte es ein wenig mehr Engagement durch die Regierung des Plagiators Ponta

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*