Uneinheitlicher Start in den Februar, Finanzwerte im Aufwind

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 11. Februar 2014

Bukarests Aktienmarkt startete verheißungsvoll in die erste Februarwoche, doch die Luft war schnell raus aus dem Markt. Am Ende bot die Börse ein uneinheitliches Bild, nur der Finanzwerteindex BET-FI (plus 3,67 Prozent) und der ROTX-Index (plus 0,74 Prozent) wiesen einen Wochengewinn aus. Alle anderen Indizes schlossen die Handelswoche im Minus. Allerdings waren die Verluste allesamt unter einem Prozent und somit kaum wahrnehmbar. Die beiden erstgenannten Indizes aber schlossen die Woche jenseits ihrer jeweiligen Marken von 30.000 beziehungsweise 12.000 Punkten. Die Umsätze schwankten stärker von einem Tag auf den anderen, der Durchschnitt lag jedoch unter dem der Vorwoche. Am letzten Handelstag der vergangenen Woche allerdings wurde der höchste Tagesumsatz registriert: umgerechnet 10,7 Millionen Euro. Etwas mehr Bewegung kam in der vergangenen Woche auch in den Anleihenmarkt, mit einem Tagesdurchschnitt von 0,72 Millionen Euro.

Eine gute Performance legten die SIF-Aktien sowie die FP-Aktien hin. Sie legten allesamt zu in der vergangenen Woche. Vor allem SIF-Aktien konnten in dieser Woche überzeugen. Die Finanzaufsicht ASF hatte nämlich am Dienstag beschlossen, dass die Investmentgesellschaften Aktien untereinander kaufen dürfen. Experten sehen in dieser Entscheidung einen ersten konkreten Schritt in Richtung Aufhebung der Beteiligungslimitierung von derzeit fünf Prozent. Die im Rahmen der großen Privatisierung von 1996 geschaffenen Beteiligungsgesellschaften unterliegen einem Anteilslimit, die eine Übernahme der offenen Fondsgesellschaften verhindern soll. In den vergangenen Jahren haben Versuche, dieses Limit aufzuheben, zu hohen Kursschwankungen geführt. Die Entscheidung der Finanzaufsichtsbehörde beflügelte die Phantasie der Anleger. SIF-Gesellschaften gewinnen nun ein wenig mehr an Attraktivität. Andererseits nähert sich der Stichtag, zu dem Aktionäre sich eintragen lassen müssen, um Dividende zu kassieren. Auch das lässt den Aktienkurs steigen. Nach den entsprechenden Aktionärsversammlungen fallen traditionsgemäß die Aktienkurse wieder.

Fondul Proprietatea (FP, 0,8215 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) punktete hingegen mit der Entscheidung der Aktionäre, das Stammkapital zu reduzieren. Das hievte den Aktienkurs am ersten Handelstag der Woche um 2,2 Prozent. Auf Wochensicht jedoch verloren FP-Aktien noch an Aufwind und schlossen mit einem unscheinbaren Plus von nur 0,7 Prozent. Dennoch blieben die FP-Aktien die Papiere mit der höchsten Liquidität am Markt. Den ROTX-Index stützen vor allem die Pharma-Aktien Biofarm (BIO, 0,2881 Lei, ISIN ROBIOFACNOR9), die mit einem Wochenplus von 6,66 Prozent den zweithöchsten Wochenzuwachs aufwies. Besonders hart landete hingegen der heimliche Star der vergangenen zwei Vorwochen. Der Hotelbetreiber Calipso SA (CAOR, 1,65 Lei, ISIN ROCAORACNOR9) musste einen Kurssturz um 11,7 Prozent hinnehmen, was den gesamten Gewinn der Vorwoche wieder zunichtemachte. Interessant wird die Entwicklung der BVB-eigenen Aktien sein (BVB, 29,71 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0). Anfang Februar absolvierten Vertreter von BVB, FP und Raiffeisen Capital eine Roadshow in den USA, an der Wall Street. Es bleibt abzuwarten, ob es dazu ein positives Feedback gibt und ob dieses den Aktienkurs kurzfristig beeinflussen wird.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq legte in der ersten Februarwoche eine vergleichbare Performance hin, wie in der Vorwoche. Der Umsatz lag auf fast gleich niedrigem Niveau, bei nicht einmal 0,1 Millionen Euro pro Tag. Auch so war er größtenteils von Sonderdeals getragen. Der Index testete die 1400-Punkte-Marke nach unten, fing sich aber wieder am Freitag, als er nach einem Tagesplus von 0,4 Prozent einen Teil des Wochenverlustes wieder wettmachte. Auf Wochensicht verlor der Index nur 0,2 Prozent und konnte sich somit über der besagten Marke von 1400 Punkten halten.

Devisen

Dem rumänischen Leu gelang in der ersten Februarwoche ein Comeback im Verhältnis zum Euro und zum US-Dollar. Der Zuwachs betrug zum Euro 0,3 Prozent und zum US-Dollar 0,54 Prozent. Wichtig aber erscheint die Möglichkeit, dass die rumänische Notenbank BNR wieder in den Markt eingegriffen haben könnte. Darauf wiesen einige Experten in der vergangenen Woche hin, nachdem vor allem der Euro zeitweilig auf 4,54 Lei geklettert war. Die Interventionen der Notenbank, etwa durch Devisenkäufe, werden nicht publik gemacht. Gestern kostete ein Euro 4,4824 Lei, während ein US-Dollar 3,3040 Lei kostete.

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