Unfall oder Selbstmord? Eigentümer von HexiPharma tödlich verunglückt

Dan Condreas Wagen prallte mit voller Wucht gegen einen Baum

Dienstag, 24. Mai 2016

Ermittler sichern die Unfallstelle bei Buftea nach Dan Condreas Horror-Crash. Der offenbar unangeschnallte Unternehmer wurde dabei meterweit aus seinem Opel geschleudert und war auf der Stelle tot.
Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Der Eigentümer des Unternehmens HexiPharma, das die rumänischen Krankenhäuser seit Jahren mit gepanschten Desinfektionsmitteln beliefert, ist tot: Dan Condrea baute am Sonntagabend einen Horror-Crash, unfallbeteiligt war dabei ausschließlich sein Pkw. Nach Angaben der Verkehrspolizei Ilfov kam Condreas Opel bei Buftea, unweit von Bukarest, vom schnurgeraden Fahrweg ab, prallte gegen einen Baum, überschlug sich mehrmals und kam schließlich im Straßengraben zum Stehen; Bremsspuren habe es keine gegeben. Nach Aussagen zweier Augenzeugen – ein Fahrrad- sowie ein Pkw-Fahrer, den Condrea Sekunden vor dem Unfall überholt hatte – war der Unternehmer mit sehr hoher Geschwindigkeit (rund 160 km/h) unterwegs, als er frontal gegen den Baum knallte. Der 40-Jährige war offenbar nicht angeschnallt, da er aus dem Fahrersitz meterweit herausgeschleudert wurde. Laut Notärzten war das Unfallopfer auf der Stelle tot.

Die Generalstaatsanwaltschaft, die im Skandal der verdünnten Biozide zunächst gegen Unbekannt ermittelt hatte und just gestern die Aufnahme strafrechtlicher Ermittlungen gegen den Hexi-Eigentümer bekanntgeben wollte, schaltete sich umgehend ein und ermittelt nun auch in diesem Fall wegen fahrlässiger Tötung. Da die Unfallursache vorerst noch völlig unklar ist, mehrten sich sofort auch die Spekulationen – und zwar bis hin zur Selbstmord- und Mordtheorie. Der mehrfach strafverfolgte Abgeordnete, IT- und Medienunternehmer Sebastian Ghiţă, der bekanntlich Mitglied des Parlamentsausschusses zur Kontrolle des Nachrichtendienstes SRI ist, sagte der Presse, dass Condrea seines Erachtens „bestimmt beschattet wurde“ und deutete ein Fremdeinwirken bei dessen Tod an. Der Kontrollausschuss müsse zusammentreten und vom SRI einen umgehenden Bericht anfordern, so Ghi]². Generalstaatsanwalt Augustin Lazăr verlautete daraufhin, dass „derzeit absolut nichts auf eine Beschattung“ Condreas hindeute.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 25.05 2016, 14:07
Bei mafiosen Strukturen bleiben die Drahtzieher immer im Hintergrund.
Die im Vordergrund agierenden sind diejenigen die leicht zu ersetzen sind.
Sraffa, 25.05 2016, 02:16
@Kritiker : Die "Politiker" gehören in diesem Fall zu den von mir gemeinten "Hinterleuten/Profiteuren" des Staates genauso wie hohe Beamte als "Stempelträger". Vielleicht war der angebliche "Selbstmörder" ja "nur" der "Erfüllungsgehilfe" dieser Hinterleute ? Dies würde jedenfalls erklären warum er jahrelang reibungslos sein "Wasser" als Desinfektionsmittel abliefern konnte.
Skeptikus, 24.05 2016, 21:22
Diese Firma und dieses eine Mittel sind doch nur die Spitze des Eisberges! Darum musste er weg. Die Hintermänner und Profiteure wollen weiter kassieren. Wetten, das die Polizei nichts findet!? Das Autofrack sieht aus wie nach einem Bombenanschlag und nicht wie es einen Baum auf einer Landstrasse gestreift hätte. Warum ist der Typ eigentlich noch frei rumgelaufen? Gab es keine Verdunkelungsgefahr und hinreichenden Anfangsverdacht für Untersuchungshaft? Immerhin sind vermutlich tausende von Menschen an Infektionen gestorben wegen seiner Pantscherei...
Kritiker, 24.05 2016, 18:10
@Sraffa - Sie haben die involvierten Politiker vergessen zu erwähnen, denn erst diese Gauner haben den Deal ermöglicht!
Sraffa, 24.05 2016, 16:25
Es ist doch völlig logisch daß eine so großer Lieferant an den Rumänischen Staat eine ganze Reihe von Fürsprechern hatte ohne die seine Umsätze nicht zustande gekommen wären; Fazit : Sämtliche Buchhaltungs- und Kontenunterlagen einfrieren untersuchen und vor allen Dingen den Rest des Mangements vorläufig in U-Haft nehmen und befragen. Die Hinterleute/Profiteure beim Staat müssen aufgedeckt und dingfest gemacht werden.
Ottmar, 24.05 2016, 15:08
@Kritiker; das waren alles qualifizierte rumaenische Akademiker die nichts gemerkt haben. So viel zu einer Dissertation eines rumaenischen Mediziners oder des medizinischen Personal
Kritiker, 24.05 2016, 12:07
Hat wirklich niemand in den Spitälern bemerkt, dass es sich um hochverdünnte Desinfektionsmittel gehandelt hat. Das ist kaum vorstellbar!
Manfred, 24.05 2016, 09:56
Das wäre nicht passiert,wäre er in U-Haft genommen worden...Wurde er von Mittätern erpresst oder in den Tod getrieben ?Das seine Fa allein schuld an der Panscherei ist,kann ich mir nicht vorstellen.Über Jahre keine Kontrollen,das ist mehr als merkwürdig.Ob jetzt noch sie Wahrheit ans Licht kommt?
Kritiker, 24.05 2016, 07:41
Wer hat da nachgeholfen? Wurde deshalb der Verteitigungungsrat benötigt?

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