Unkonventionelle Schau

Temeswarer Kunstmuseum: Dumitru Gorzo parodiert den Alltag und schockiert

Freitag, 11. Januar 2013

Temeswar - Für eine angenehme Überraschung sorgte das Temeswarer Kunstmuseum im Barockpalais am Domplatz schon zum Auftakt des neuen Jahres: In der Kunstgalerie „geam MAT“ (Mattscheibe) wurde als erste Ausstellung „Ză“ von Dumitru Gorzo eröffnet. Die Kuratoren dieser Schau sind Bogdan Raţa und Mihai Zgondoiu.

Der junge, vielseitige Künstler – Gorzo hat sich bisher nicht nur als Maler, sondern auch als Grafiker und Bildhauer hervorgetan – wurde 1975 in Ieud, Maramuresch, geboren. Nach dem Abschluss seiner Studien an der Bukarester Kunstuniversität 1998 hat er schon mit seiner ersten Ausstellung in der Kunstgalerie der Bukarester Uni mit seiner originellen und vor allem unkonventionellen Kunst Aufsehen erregt.

Im Gegensatz zu vielen seiner heutigen rumänischen Künstlerkollegen scheut Gorzo nicht davor, Kunstkritiker und Publikum zu schockieren, und auch nicht davor, unseren Alltag, darunter auch das politische Geschehen und verschiedene aktuelle Ereignisse und Aspekte der rumänischen Gesellschaft nach der Wende in seine Kunst einzubringen. Da er die Alltagswelt parodisch herüberbringt, das Publikum dazu anregt, sich tiefere Gedanken über bekannt und banal geglaubte Dinge zu machen, erzeugt er auch stets Unverständnis und Irritation.

Der Künstler selbst gibt sich als Promoter der erotischen Kunst aus, mit der Begründung, dass die rumänische Kunst der Moderne dieses Kapitel der Kunstgeschichte leider vernachlässigt hat. Gemeinsam mit dem Künstler Nicolae Comănescu gehörte er zu der Künstlergruppe „Rostopasca“. „Junge rumänische Kunst“ hieß die Ausstellung dieser Gruppe in München 1999. Im August 2012 wurde seine Eigenausstellung „Heads“ (Köpfe) im Kunstmuseum New Jersey, USA, gezeigt.Dumitru Gorzo erhielt 2001 den Preis der Stiftung ARTEXPO und 2002 den AFRA-Preis (Frankreich).

Die Ausstellung im Temeswarer Kunstmuseum wurde in Partnerschaft mit der Stiftung Herczeg und Slag Gallery organisiert und kann bis zum 10. Februar besichtigt werden. 

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