UNPR-Judas ausgeschlossen

Reschitza-Chef der UNPR wurde Kreisratsvize, indem er mit der PSD stimmte

Dienstag, 12. Juli 2016

Reschitza – Nach der dreckigen Taktier- und Kunkeleiphase, die auf die Kommunalwahlen vom 5. Juni folgte und die Bildung der Kreis- und Stadträte bis ans gesetzliche Limit hinauszögerte, folgt nun anscheinend die „Schlussfolgerungsphase“ der Parteien, deren Mitglieder für Posten und Pfründe Verrat begangen haben. Im Banater Bergland hat bloß die PMP des Ex-Präsidenten Traian Băsescu damit kein Problem, denn die agierte, wie es ihre an Posten Interessierten für gut befanden, ohne sich um Vorgaben, Ideologien oder Moral scheren zu müssen. Um die Meinung ihrer Wähler schon gar nicht. Der Abgeordnete Ion Tabugan, neuerdings als UNPR-Kreisvorsitzender Initiator der Allianz mit der PNL auf der Ebene des Verwaltungskreises Karasch-Severin, kündigte an, dass er das Ausschlussprozedere für Mihai Bona eingeleitet habe, dem Forstingenieur aus Franzdorf/Văliug, der als UNPR-Stadtchef von Reschitza in den Kreisrat gewählt wurde und dort den Judas gab: er stimmte, entgegen den innerparteilichen Abmachungen, mit der PSD und bekam als „Lohn“ einen der beiden Posten der Vizepräsidenten des Kreisrats.

Auf der jüngsten Sitzung des Politischen Kreisbüros der UNPR (BPJ) ist der Parteiausschluss von Mihai Bona und eines Stadtratsmitglieds aus Topletz/Topleţ beschlossen worden, ließ Tabugan die Öffentlichkeit wissen, was automatisch auch den Verlust ihrer durch Wahl erlangten Posten bedeuten müsste. Das stellte Bona anders dar: „Auf der Tagung des BPJ ist nicht für meinen Ausschluss gestimmt worden, auch wenn der Abgeordnete Tabugan mit 32 statt 30 Leuten erschienen ist. Und auch, wenn er dem Senator Ion Simeon Purec zum BPJ keinen Zugang gewährt hat, obwohl der nicht seinen Austritt aus der UNPR erklärte, wohl aber der parlamentarischen Fraktion der PSD beitrat... Auch so: bloß 14 stimmten für meinen Ausschluss.“

Tabugan entgegnete: „Die tun so, als ob ich ein unschuldiger politischer Säugling wäre. Aber die hatten von der PSD Order, zur BPJ zu kommen, obwohl jedermann weiß, dass sie mit Mann und Maus übergelaufen sind. Aber Bonas Ausschluss musste vermieden werden, weil sonst das Übergewicht der PSD im Kreisrat wieder wackelt. Auf alle Fälle ist der Ausschluss von Bona an den ständigen Nationalrat der UNPR weitergeleitet worden. Der muss ihn nun bestätigen. Dann fliegt er aus dem Kreisrat raus!“ Bona enthüllt andrerseits: „Es gibt doch gar keinen Pakt zwischen UNPR und PNL! Die sollen mir doch mal ihre Allianz zeigen! Es gibt nicht mal eine Entscheidung auf Kreisebene des BPJ, dass wir nun mit den Liberalen gehen. Ich kapier nicht, was das mit meinem Ausschluss unter diesen Umständen soll!“ Tabugan beruft sich auf die Satzungen der UNPR, wo steht, dass der Kreisvorsitzende – also er, Tabugan – jedwelche politische Allianz eingehen kann: „Wenn Bona sich so sicher ist, dass er Recht hat, soll er doch nach Bukarest fahren und couragiert dem Vorsitzenden Steriu das weismachen. Der wird ihn fragen, wieso er die UNPR verraten hat?!“

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