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Gespräch mit Wolfgang Wittstock, dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt und Kandidaten für das Amt des Vorsitzenden des Kronstädter Kreisrates

Donnerstag, 31. Mai 2012

Die Kommunalwahlen vom 10. Juni d. J. stehen bevor. Das Demokratische Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt (DFDKK) stellt heuer insgesamt einen Kandidaten für den Vorsitz des Kreisrates und vier Bürgermeister-Kandidaten sowie Kandidaten für den Kreisrat, für drei Munizipalräte, einen Stadtrat und sechs Gemeinderäte. Dieser Schritt bedeutet ein ehrgeiziges Vorhaben des Forums, ist aber auch von besonderer Bedeutung, um eine bestmögliche Vertretung in den Verwaltungen auf Kreis- und Lokalebene zu erzielen.

Zur Wahl für das Amt des Kronstädter Kreisratsvorsitzenden stellt sich auch Wolfgang Wittstock, seit 2006 DFDKK-Vorsitzender, der auf eine langjährige politische Erfahrung als ehemaliger Vorsitzender des Landesforums (1998-2002) und als Forumsabgeordneter im rumänischen Parlament (1992-1996, 1998-2004) zurückblickt. Der 1948 geborene Diplom-Philologe und langjährige Journalist ist zudem Mitglied im Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien sowie in den Leitungsgremien mehrerer Stiftungen und Vereine unserer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft.

Er ist auch heuer die tragende Kraft gewesen bei der Aufstellung der Kandidatenlisten für die bevorstehenden Lokalwahlen im Kreisgebiet, bei der Bewältigung des ganzen diesbezüglichen organisatorischen und bürokratischen Aufwands. Somit richteten wir einige Fragen an ihn, die unsere Leser vor allem auch hinsichtlich ihrer Wahlbeteiligung aufklären sollen.



Welche Bedeutung messen Sie dem Umstand bei, dass das Kronstädter Kreisforum sich mit möglichst vielen Kandidaten an den Lokalwahlen beteiligt?

Meiner Meinung nach ist es zu begrüßen, dass wir heuer im Kreis Kronstadt mehr Kandidaturen als vor vier Jahren anmelden konnten. Damals waren es 107, nun sind es 130. Das zeigt, dass es in den Reihen unserer Forumsmitglieder ein wachsendes Interesse für Politik gibt und eine wachsende Bereitschaft, Verantwortung für Aufgaben in der Politik, in der Erledigung öffentlicher Anliegen zu übernehmen.

Vor vier und auch vor acht Jahren hat unser Kreisforum bloß jeweils einen Bürgermeister-Kandidaten (für Kronstadt) aufstellen können. Diesmal gehen wir gleich mit vier Bürgermeister-Kandidaten (neben Kronstadt noch in Zeiden, Heldsdorf und Scharosch) ins Rennen, was zweifellos ein Fortschritt ist. Beachtenswert ist sodann, dass es uns gelang, für den Kronstädter Stadtrat eine komplette Kandidatenliste (34 Kandidaturen für 27 Stadtratsmandate) abzugeben. Hoffentlich hat dieser quantitative Zuwachs auch ein besseres Wahlergebnis zur Folge.

Können Sie einige der wichtigsten Punkte aus dem Wahlprogramm der Forumskandidaten nennen?

Die Wahlprogramme unserer Kandidaten sind zweifellos lokalspezifisch geprägt, sie sind auf die örtlichen Gegebenheiten in den jeweiligen Wahlkreisen zugeschnitten. Sehr wichtig ist aber, dass sich auf unseren Kandidatenlisten für den Kronstädter Kreisrat wie auch für den Kronstädter Munizipalrat führende Vertreter des Deutschen Wirtschaftsklubs Kronstadt (DWK) wiederfinden.

Der DWK wurde bekanntlich im Jahr 2006 auf Initiative des Deutschen Kreisforums gegründet. Er spielt im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben unserer Region bereits eine wichtige Rolle, hat substanzielle Investitionen aus dem binnendeutschen Sprachraum vermittelt, kümmert sich um die Berufswahl von Jugendlichen (Programm „Fit for future“) oder um die Ausbildung von hochqualifizierten Facharbeitern für die hier angesiedelten Firmen mit deutschem Kapital (Einrichtung der Deutschen Berufsschule Kronstadt). Dass zum Beispiel der DWK-Vorsitzende, Dipl.-Ing. Werner Braun, sowohl auf der Kreisratsliste als auch auf der Kronstädter Stadtratsliste mit Position zwei einen Spitzenplatz belegt, ist ein wichtiges Signal an die Wählerschaft.

Herr Braun hat kürzlich, im März, als Mitglied der rumänischen Delegation an der Sitzung der gemischten Regierungskommission Bayern - Rumänien, die in Regensburg stattfand, teilgenommen. Er kehrte mit der Botschaft nach Kronstadt zurück, dass es potente Investoren in Deutschland gibt, die einen günstigen Ausgang der Kommunalwahlen in Rumänien abwarten, um im Raum Kronstadt investieren zu können.

Es ist u. a. die Rede von gewichtigen Investitionen im Bereich Luft- und Raumfahrtindustrie, wo Kronstadt ja über schöne Traditionen, auch über gut ausgebildete Fachkräfte verfügt. Die Zahlen, die Herr Braun gesprächsweise nennt, stimmen hoffnungsvoll: Es handelt sich um potenzielle Investitionen in Wert von einer Milliarde Euro, was in etwa 20.000 bis 25.000 neuen Arbeitsplätzen entspricht. Neue Arbeitsplätze aber garantieren soziale Sicherheit und Wohlstand. Dies ist eine wichtige Botschaft für die Wählerschaft.

In den Wahlprogrammen der Forumsmitglieder spielen aber sicher auch Infrastrukturprojekte eine wichtige Rolle. Kronstadt bräuchte, um Investoren, aber auch mehr Touristen anziehen zu können, endlich seinen Flughafen und auch die Autobahn (bei der die Zuständigkeiten allerdings, zugegeben, eher auf Regierungsebene als in der Kommunalpolitik liegen). Im Wahlprogramm, mit dem ich meine Kandidatur für den Kreisratsvorsitz begründe, nehmen aber auch Projekte im sozialen Bereich (z.B. Altenbetreuung) und kulturelle Projekte (Denkmalschutz) einen zentralen Platz ein.

Bezüglich der Kandidaten des Forums: Zu diesen zählen auch Rücksiedler, die Mitglieder des Forums sind. Welche Bedeutung messen Sie dieser Tatsache bei?

In der Tat: Es gibt bezüglich unserer Kandidaturen für die Kommunalwahlen etliche Premieren zu vermelden. Drei unserer vier Bürgermeisterkandidaten sind Rücksiedler aus Deutschland. Das, was sie in Deutschland in der Ausbildung oder im Beruf an Kompetenz, an Erfahrung mitbekommen haben, wird sie sicherlich befähigen, ihren kommunalpolitischen Aufgaben gewachsen zu sein.

Auf unseren Kandidatenlisten befinden sich aber auch mehrere Rück- und Neusiedler, deren Hauptwohnsitz sich weiterhin in Deutschland befindet, die also in ihrer Eigenschaft als Bürger eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union auf unsere Listen aufgenommen werden konnten. Auch bei diesen Kandidaten handelt es sich ausschließlich um Personen mit einer wertvollen beruflichen Erfahrung, die mit Gewinn in die Kommunalpolitik eingebracht werden kann.

Heuer verläuft die Wahlkampagne des Forums und der Forumskandidaten gezielter, um nicht aggressiver zu sagen. Können wir so mit einem besseren Erfolg als bei den bisherigen Kommunalwahlen rechnen?

Mein Wunsch wäre, dass wir uns in der Wahlkampagne auf unsere kommunalpolitischen Anliegen konzentrieren sollen. Kritik kann vorgebracht werden, aber auf zivilisierte Art und Weise. Aggressivität entspricht wohl nicht dem, was die Wählerschaft von den Kandidaten des Deutschen Forums erwartet. Doch die Menschen, auch unsere Kandidaten, sind eben verschieden, auch hinsichtlich ihres Temperaments.

Bezüglich der Bedeutung der Wahlbeteiligung nicht nur der Forumsmitglieder, sondern auch der Sympathisanten des Forums: Welches ist Ihre Wahlempfehlung?

Ausschlaggebend ist, den Wählern klarzumachen, dass ihre Stimme zählt. Was würde geschehen, wenn am Wahltag alle zu Hause blieben? Als Kreisforumsvorsitzender und Forumskandidat plädiere ich natürlich dafür, überall dort, wo wir Kandidaten aufgestellt haben, diese auch zu wählen.

Jeder Wähler bekommt am Wahltag – Sonntag, dem 10. Juni – vier Wahlzettel in die Hand gedrückt: für den Kreisratsvorsitzenden, für den Kreisrat, für den Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde oder Stadt und für den jeweiligen Kommunalrat. Jede Bürgerin, jeder Bürger, die/der im Kreis Kronstadt im Wahlkreis, in dem sich ihr/sein Wohnsitz befindet, zur Wahl geht, kann ihre/seine Stimme unserem Forumskandidaten für den Kreisratsvorsitz und unserer Forumskandidatenliste für den Kreisrat geben.

Hinsichtlich der Kommunen (Munizipien, Städte, Gemeinden), wo wir auch Bürgermeisterkandidaten und Kandidatenlisten für den jeweiligen Gemeinde- oder Stadtrat aufgestellt haben (alphabetisch: Bodendorf, Brenndorf, Fogarasch, Heldsdorf, Kronstadt, Nussbach, Reps, Scharosch, Tartlau, Zeiden – einschließlich der eingemeindeten Ortschaften), fordern wir die Wähler natürlich auf, ebenfalls auf unsere Kandidaten zu setzen. Wo das nicht der Fall ist, sollten sie sich für die glaubwürdigsten unter den anderen Kandidaten entscheiden.

Die Devise, mit der wir diesmal im Kreis Kronstadt für unsere Kandidaten werben, lautet: Eine echte Alternative! (Adevărata alternativă!) Diese Aussage bezieht sich sowohl auf unser Wahlprogramm, auf dessen inhaltliches Angebot, wie auch auf moralische Aspekte politischen Wirkens, auf die Art und Weise, wie wir im Forum Politik begreifen, nämlich als Dienst an der Gemeinschaft, an der Gesellschaft. Mein Eindruck ist, dass es diesbezüglich manchmal himmelhohe Unterschiede zwischen uns und den verschiedenen politischen Parteien gibt. Schön wäre es, würden die Wähler das auch so sehen und dann logischerweise ihren Wahlstempel auf den Wahlzetteln in jenes Viereck drücken, wo neben dem/den Namen unseres/unserer Kandidaten unser traditionelles Wahlzeichen, das Herz, steht.

Wir danken Ihnen auch im Namen unserer Leser für diese Ausführungen.

Die Fragen stellte Dieter Drotleff

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