Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhaupstadt Europas 2021

Mezzosopranistin Garbiella Varvari bald in Bellinis „Norma“

Mittwoch, 10. Februar 2016

Gabriella Varvari – hinter der Bühne.
Foto: Zoltán Pázmány

Am 24. Februar können sich die hiesigen Opernbesucher an einer neuen Besetzung für Vincenzo Bellinis „Norma“ erfreuen. Die Rumänische Oper Temeswar hatte im Rahmen des George-Enescu-Festivals Ende vergangenen Jahres bei der Premiere von Bellinis „Norma“ auf Gastsolisten aus Griechenland, Bulgarien, Italien und auch von der Bukarester Bühne gesetzt. Jetzt ist es an der Zeit, die hiesigen Solisten in Bellinis Meisterwerk auftreten zu sehen. Mehrere Haussolisten der jungen Generation werden dabei einige der wichtigsten Rollen übernehmen: In der Titelrolle tritt die Sopranistin Narcisa Brumar auf, die Rolle der Adalgisa kommt der Mezzosopranistin Gabriella Varvari zu, als Pollione ist Cristian B²l²{escu zu sehen. Für alle drei Künstler stellt es ein Debüt in diesen Rollen dar, sie werden die tragische Dreierbeziehung zwischen der Priesterin, dem Römer und der Novizin, interpretieren, die der Librettist Felice Romani im 19. Jahrhundert verwickelt hat und die seitdem das Publikum berührt. Den Dirigentenstab führt David Crescenzi, für das Bühnenbild und die Kostüme zeichnet Mario de Carlo.

In dieser Rubrik sollen auch die Künstler Temeswars bekannt gemacht werden. Auch den jüngeren Künstlern, die 2021 wahrscheinlich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stehen werden, soll die Aufmerksamkeit gebühren.

Gabriella Varvaris Erfolg ist auf einer Entdeckung schon zur Schulzeit zurückzuführen: „Im Lyzeum war ich Mitglied in einem Chor, so habe ich meine musikalische Aktivität begonnen“, erinnert sie sich, „Der Chorleiter hat meine Stimme bemerkt und hat mich dazu bewogen, ein Probespiel zu geben. So ist es gekommen, so habe ich diesen Weg angetreten, der ein sehr schöner ist, und ich bin erfreut, dass ich es getan habe“.

Die in Turda geborene Gabriella Varvari hat 2005 die Musikhochschule in Großwardein / Oradea absolviert, anschließend ihren Magister an der Musikakademie „Gheorghe Dima“ in Klausenburg / Cluj gemacht. Die Mezzosopranistin, die zurzeit eine der Ersten Solisten der Temeswarer Bühne ist, hat im Laufe der Jahre von kleinen Transvestiten-Rollen als Cherubino („Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart) oder Prinz Orlofsky („Die Fledermaus“ von Johann Strauss) bis hin zu den für den Mezzosopran-Part so wichtigen Rollen Flora Bervoix („La Traviata“ von Giuseppe Verdi), Lola („Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni), Zerlina („Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart), Ciesca („Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini), Dido („Dido und Aeneas“ von Henry Purcell), Suzuki („Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini) oder Hodel („Anatevka oder Der Fiedler auf dem Dach“ von Jerry Bock) übernommen.

Einen wahren Durchbruch schaffte Gabriella Varvari jedoch in der Rolle Carmen in Georges Bizets gleichnamiger Oper, in der sie nicht nur auf der Temeswarer Bühne, sondern auch in den Niederlanden, in Belgien und in Serbien zu sehen war. Sprühend von Energie, ausdrucksvoll, von verspielt bis hin zu verführerisch – so erlebt sie das Publikum in dieser Glanzrolle in der Karriere einer Mezzosopranistin: „Selbstverständlich hat mir von allen Rollen Carmen bisher am meist gefallen, aber für alle Rollen, in denen ich auftrete, versuche ich mein Bestes zu tun und diejenige Person zu dem betreffenden Zeitpunkt zu verkörpern. An ‘Carmen’ hat mir die Bedeutung der Rolle gefallen – jeder Mezzosopran wünscht sich, diese Rolle zu interpretieren, aber vor allem haben mich ihre Persönlichkeit stark angezogen, die viel Schauspielkunst abverlangt, und die Intensität, mit der sie alles erlebt“.

Außerdem ist Gabriella Varvari dem Temeswarer Publikum auch aus Auftritten in verschiedenen Konzerten, von W. A. Mozarts „Krönungsmesse“ bis hin zu Verdis „Requiem“ bekannt.

An das Projekt „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ glaubt Gabriella Varvari: „Es wäre eine große Ehre für uns alle, Kulturhauptstadt Europas zu werden. Temeswar würde es verdienen, es wird im musikalischen Bereich sehr viel gemacht. Es gibt viele wertvolle Künstler, die es verdienen würden, auch über die Grenzen hinaus bekannt zu werden. Deshalb hoffe ich, dass das Jahr 2021 in Temeswar mit vielen Opernaufführungen, mit vielen geschmackvollen und groß angelegten Aufführungen begangen wird“.

 

 

 

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