Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Bega rückt ins Rampenlicht

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Die Bega prägt das Stadtbild.
Foto: Zoltán Pázmány

Die Bega, die sich heute etwas träge durch Temeswar schlängelt, soll ins Rampenlicht rücken und zu einer symbolträchtigen blauen Schleife, die verbindet, werden. Vor einer Woche wurde das Konzept der Kandidatur Temeswars für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2021 dem breiten Publikum vorgestellt, ein Konzept, an dem seit 2012 gearbeitet wird. 400 Köpfe, Spezialisten aus dem In- und Ausland, aus den verschiedensten Bereichen, sei es Verwaltung oder Kultur, Spezialisten von Universitäten, nichtstaatlichen Organisationen oder aber von den Medien, wurden danach gefragt, um welche Ideen sich Temeswar die Kandidatur aufbauen sollte.

Dann kam die Entscheidung: unter dem Titel „Kulturkorridore“ wird sich die Stadt an der Bega präsentieren, wenn der Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“, die Dokumentation vor der Jury vorlegen wird. „Unser Konzept reflektiert die geographische Lage, die Werte und den Geist Temeswars. Die Kulturkorridore – das ist der Leitfaden, den wir für die Kandidatur vorschlagen“, erklärte Simona Neumann, die Geschäftsführerin des Vereins.

Als ein Fächer von Kulturkorridoren ist Temeswar tatsächlich historisch angelegt: die Vielfalt der Kulturen prägen das Stadtbild und den Geist der Stadt und des Banats insgesamt. Dabei verlaufen die Kulturen nicht parallel wie andernorts, sondern aufeinander zu, was nicht nur zur Multikulturalität, sondern vor allem zur Interkulturalität führt.

Durch das Konzept der Kulturkorridore wünscht sich der Verein die kulturelle Vielfalt und die Idee der Verbindung zu den europäischen Werten sowie die internationale Kooperation noch besser zum Vorschein zu bringen. „Dabei kommt dem Bega-Kanal die Rolle eines Bindegliedes zu, auch eines transnationalen Kommunikationsmittels“, unterstrich Simona Neumann. Die Bega bindet Temeswar und die Region an die Donau und damit an andere Teile Rumäniens sowie an viele europäische Länder – dieses Bindeglied also wird zum Symbol erhoben.

Auf lokaler Ebene, verbindet der Bega-Kanal die verschiedenen Stadtteile. Alt und Neu tragen zur Identität der Stadt bei. Auch trägt sich die Lokalverwaltung schon seit Längerem mit dem Projekt der Wiederschiffbarmachung des Kanals und der Wiederbelebung verschiedener Aktivitäten an seinen Ufern, wie Bürgermeister Nicolae Robu das Auditorium daran erinnerte. Als „gleichzeitig einfach und komplex“ sieht Simona Neumann das Konzept der Kandidatur. Und auch als perfekt in die auch erst vor kurzem vorgestellte Kulturstrategie der Stadt eingebettet.

Das Konzept wurde unter mehreren anderen als das treffendste und weiteste zugleich gewählt. Es wurden auch etwa Vorschläge unterbreitet, wie etwa „(R)evolution“, „Universitätsstadt“ oder „Temeswar an der Kreuzung der Wege“. „Wir mussten auch darauf achten, was für Konzepte andere Städte vorgeschlagen haben und originell sein“, erklärte Simona Neumann.

Was die nächsten Schritte betrifft, wartet man erst einmal auf die offizielle Ausschreibung des Wettbewerbs, die von der rumänischen Regierung (durch das Kulturministerium) Ende 2014, spätestens aber Anfang 2015 durchgeführt wird. Voraussichtlich wird dann im Sommer 2015 der Termin für die Einreichung der Dossiers für die Vorauswahl festgelegt werden. Ein Jahr darauf folgt der Termin für die Einreichung der Dossiers der in die Endphase des Wettbewerbs gebliebenen Kandidaten. Es folgen dann bis Ende 2016 die Debatten der Jury.

Die Kandidaten erwartet noch ein Stück Weg bis zur offiziellen Bekanntmachung des Gewinners, die voraussichtlich erst im Januar 2017 erfolgen soll. Bis zum nächsten Termin soll aber das konkrete Kulturprogramm für das Jahr 2021 verfasst werden und daran sollen sich alle kulturellen Institutionen und Akteure der Stadt beteiligen.

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