Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Theater, Europa-Premiere und Markenzeichen für Temeswar

Mittwoch, 22. April 2015

Die Regisseurin Ada Lupu Hausvater leitet das Nationaltheater Temeswar seit 2005.
Foto: Zoltán Pázmány

Heute Abend wird der erste Teil des Doppel-Festivals FEST-FDR mit dem Konzert von „Subcarpaţi & Orchestra“ ausklingen. In den vergangenen sieben Tagen haben die Zuschauer 19 Theaterproduktionen genossen, haben mitgeweint, mitgefühlt, mitgelacht. Es wurde wie jedes Jahr mit geschlossener Kasse gespielt. Nach der 20. Auflage des „Europäischen Festivals für darstellende Künste – Festival der rumänischen Dramatik“ kann man behaupten, dass der Veranstalter, das Nationaltheater Temeswar, ein Brand geschaffen hat: es hat 1980 mit dem Festival der rumänischen Dramatik angefangen, einige Jahre lang war das Festival ausgefallen, wurde dann in den 1990er Jahren wiederaufgenommen. Vor einigen Jahren ist die FEST-Komponente hinzugekommen, in diesem Jahr kam eine dritte Komponente hinzu, eine Europa-Premiere: das erste europäische Theater- und Wissenschaftsfestival unter dem Titel „The Art of Ageing“ („Die Kunst des Alterns“). Dieses stellt eine „sehr gute Visitenkarte für Temeswar im Hinblick auf die Kandidatur zum Titel einer Kulturhauptstadt Europas“ dar, versichert uns Ada Lupu Hausvater, die Intendantin des Nationaltheaters Temeswar.

Diese und andere europäischen Projekte sollen auf jeden Fall fortgesetzt werden, denn schließlich ist das Nationaltheater Mitglied in gleich zwei europäischen Netzwerken, der Europäischen Theatervereinigung ETC und dem Europäischen Verein für Festivals EFA. Auf der EFA-Liste von europäischen Festivals stehen nur zwei Festivals aus Rumänien: das George-Enescu-Festival und FEST-FDR.

„Wir werden weiterhin an Projekten mit unseren Partnern beteiligt sein. Ich glaube, dass eben dieser Typ Projekt in einem zerrütteten Europa sehr wichtig ist, es ist schon eine Besonderheit, dass acht Theater an dem Projekt «Art of Ageing» mitgearbeitet haben. Es ist wichtig, dass für die drei Tage «Art of Ageing», achtzig Gäste aus sehr vielen Orten zusammengekommen sind.“

 

Anpacken, nicht abwarten

Das Nationaltheater Temeswar als Insitution und seine Intendantin haben sich von Anfang an für die Kandidatur unserer Stadt eingesetzt und den Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ gegründet. Die Interkulturalität ist klar eine der Trumpfkarten Temeswars für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2021, hier gibt es drei Theater in drei verschiedenen Sprachen unter demselben Dach. Wie beurteilt nun Ada Lupu Hausvater, die Intendantin des rumänischen Theaters die Lage? „Sehr gut. Jedes Theater geht seiner Arbeit sehr gut nachgeht, es ist wichtig und gut, dass alle drei Theater eine gute Reichweite haben, der Wettbewerb ist sehr willkommen, gute Produktionen bringen auch das Publikum immer öfter ins Theater“.

Das Theater will nicht nur mit FEST-FDR an dem Projekt Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021 beteiligt bleiben. „Wir können auch eine Brückenfunktion erfüllen, um solche, die sich abwenden, zurückzuführen. Ich glaube, dass das Projekt Temeswar Kulturhauptstadt Europas 2021 eigentlich auf ein Zivilisationsniveau hindeutet. Ich teile nicht die Meinung der Menschen, die nicht an dieses Projekt glauben, denn Temeswar hat alle Charakteristiken, eine Kulturhauptstadt Europas zu werden. Statt auf ein Loch in der Straße zu starren, sollte man auf die Blume nebenan schauen, dann wird man auch anpacken und das Schlagloch füllen. Wenn man aber abwartet, dass etwas gemacht wird, dann wird wahrscheinlich nichts gemacht werden. Ich glaube, man kann vieles machen und es muss noch vieles gemacht werden. In erster Linie müssen die Menschen miteinander kommunizieren und miteinander arbeiten. Man braucht Transparenz, Kommunikation, das bedeutet Kultur. Eine andere Mentalität ist wichtig, wir sollten akzeptieren, wenn uns jemand widerspricht, es ist sein Recht. Das bedeutet Demokratie“.

 

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