Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

40 Jahre „Musikalisches Temeswar“

Mittwoch, 06. Mai 2015

Der deutsche Dirigent Michael Hasel trägt sich ins „Fremdenbuch des Philharmonischen Vereins“ ein. Neben ihm steht Ioan Coriolan Gârboni, der Direktor der Temeswarer Philharmonie „Banatul“.
Foto: Zoltán Pázmány

Das Festival „Musikalisches Temeswar” findet dieser Tage schon zum 40. Male statt. Es ist eine Tradition dieser Stadt geworden, an der die Temeswarer Philharmonie „Banatul“ und die Rumänische Oper Temeswar gleichermaßen beteiligt sind. Wie sich das Temeswarer Publikum schon daran gewohnt hat, laden die Philharmoniker die Musikliebhaber im Frühjahr (heuer bis Ende Mai) in die Konzerte ein, im Herbst wird die Oper um die Gunst des Publikums kämpfen.

Aus der Sicht von Ioan Coriolan Gârboni, dem Direktor der Philharmonie, „ist es eine Leistung, dass schon 40 Auflagen stattgefunden haben. Eine Zeit lang wurde das Festival nur alle zwei Jahre organisiert, weil kein Geld da war. Es ist ein ziemlich teures Festival“.

Dieses Jahr sind nach Angaben von Ioan Coriolan Gârboni 130.000 Lei für das Festival vorgesehen worden. „Wir haben große Namen eingeladen wie Michael Hasel, Nicolae Moldoveanu, Theo Wolters oder Alain Pâris, um nur die Dirigenten aus dem Ausland zu nennen. Es kostet normalerweise viel Geld, sie einzuladen. Sie kommen zu uns für symbolische Summen, im Ausland treten sie gewöhnlich für viel größere Summen auf“.

Eines der Highlights der diesjährigen Konzertsaison war das von Michael Hasel dirigierte Konzert Ende April. Dabei hat das Orchester unter anderem ein speziell für Temeswar komponiertes Werk des Meisters Horia [urianu interpretiert: das Doppelkonzert für Piccoloflöte, Querflöte und Orchester. Der Komponist, ein gebürtiger Temeswarer, der seit längerer Zeit in Paris lebt, war dabei als Ehrengast anwesend. Ebenfalls als Ehrengast war Anton Braun zugegen: der aus einer Temeswarer Familie von Musikinstrumentenherstellern stammende Anton Braun, der in Deutschland lebt, schenkte der Philharmonie „Banatul“ „eine spezielle und sehr teure Piccoloflöte,“ wie Ioan Coriolan Gârboni erklärte.

 

Volle Säle und eine Freilichtbühne

Um das Projekt „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ bemüht sich die Philharmonie schon: „Soweit unsere Säle am Freitagabend voll oder fast voll sind und bei den Auftritten der Philharmoniker im Freien Abertausende von Menschen dabei sind, glaube ich, machen wir schon viel,“ meint Ioan Coriolan Gârboni. „Wir haben den Temeswarern auch einen neuen Kulturraum geschenkt, indem die Freilichtbühne hinter dem Capitol-Saal renoviert wurde“. Dort sollen „viele Festivals stattfinden, auch viele Filmfestivals und natürlich die Konzerte der Philharmoniker. In diesem Sommer werden wir schon Ende Mai in diesem Garten auftreten. Wir werden dort Konzerte mit Filmprojektionen, Konzerte, wo das Publikum eingeladen wird, zu tanzen u.ä. darbieten. In diesem Sinne will ich unterstreichen, dass ich den Capitol-Garten nicht in einen Park umwandeln will. Viele Menschen verwechseln das und meinen sie könnten mit dem Hund an der Leine oder mit dem Kinderwagen spazieren gehen, Kaugummi kauend den Konzerten beiwohnen. Nein, es wird ein Eintrittsticket geben und selbst bei freiem Eintritt soll dieser auf Grund von Scheinen erfolgen. Dieser Garten soll wie ein Konzertsaal funktionieren und auch diesen Status haben, so wie das auch im Ausland der Fall ist. Auch bei den Konzerten im Freien respektiert das Publikum im Ausland die Künstler“.

Eine wichtige Bemühung ist um das sehr junge Publikum, das Heranziehen und Erziehen der Kinder im Sinne der Musik. Wie uns der Direktor der Philharmonie erklärte, haben „vergangenes Jahr über 6000 Kinder und Jugendliche solchen Konzerten beigewohnt. Dabei sind die Musiker auf sie zugegangen. Wir haben uns jetzt auf andere Kreise konzentriert, weil wir dort viele Anträge hatten: Hunedoara, Alba und Karasch-Severin. Wir fahren in kleinen Gruppen, mit unserem Kleinbus hin und spielen zum Beispiel in Klassensälen vor etwa 50 Schülern. An einem Tag können die Musiker auch vier Auftritte haben. Diese Lehrkonzerte sind gratis für Schüler oder zu einem rein symbolischen Preis von 5 Lei sind. Aber auch umgekehrt, fahren die Klassen nach Temeswar und besuchen das Museum und auch ein Konzert. Es bereitet uns eine große Freude, zur musikalischen Erziehung der Jugendlichen beitragen können.“

 

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