Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Mit Bürgermeister Nicolae Robu kurz vor der eigentlichen Kandidatur

Mittwoch, 12. August 2015

Bürgermeister Nicolae Robu (am Rednerpult) in der Eröffnung der 3. Donau-Kulturkonferenz in Temeswar
Foto: Zoltán Pázmány

In weniger als zwei Monaten werden die Städte aus Rumänien, die für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2021 ins Rennen kommen, ihre Dokumentation in Bukarest beim Kulturministerium einreichen. Jetzt spitzt sich der erste „Kampf“ zu, einen zweiten werden die Städte nächstes Jahr „auskämpfen“, wenn aus den Kandidaten, die auf die Kurzliste kommen, im August endgültig der Sieger ausgewählt wird. Welche Städte bleiben auf der Kurzliste? Oft heißt es, dass Klausenburg/Cluj unser Konkurrent ist. Interessant war der Standpunkt, den Adrian Cioroianu, der Dekan der Geschichtefakultät an der Universität Bukarest und neue UNESCO-Botschafter Rumäniens, vertritt: „Ich glaube, dass der Wettbewerb zurzeit zwischen Temeswar und Jassy/Iaşi besteht. Ich behaupte das mit einem gewissen Bedauern, da ich in Craiova geboren bin und Craiova ebenfalls kandidiert. Aber ich mache die Behauptung, da in der Regel jene Städte mehr Chancen haben, die an verschiedenartigen Räumen näher sind. Jassy ist in der Nachbarschaft der Republik Moldawien und der Ukraine, einem Land, das zurzeit in den Medien in aller Welt erscheint. Temeswar liegt hier an der Grenze zu Ungarn und Serbien. Es gibt also Vorteile beiderseits. Es hängt natürlich davon ab, wie die Ausschüsse das beurteilen werden. Erfreulich ist aber, dass in allen Städten, die das Rennen mitmachen, die «Ausgaben» für die Kulturveranstaltungen zunehmen. Ausgaben in Anführungsstrichen, denn diese Summen sind nie Ausgaben, sondern Investitionen“.

Die Zeit tickt also für die erste Runde. Für uns ist es an der Zeit, mit dem Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu über den Stand der Dinge in der Bega-Stadt zu sprechen. „Wir haben uns vorbereitet, haben eine sehr reiche Kulturagenda aufgestellt und externe Experten herangezogen, die schon solche Dokumentationen vorbereitet haben. Es geht um die Vorstellung eines komplexen Projektes mit vielen Aspekten, die auf Grund sehr genauer Kriterien evaluiert werden. Und wenn unser Projekt am besten ist, dann werden wir auch gewinnen.“

Welcher Aspekt liegt aber dem Bürgermeister eher am Herzen, was würde er vor allem hervorheben? „Man kann nicht über Hauptaspekte und sekundäre Aspekte reden. Das Projekt als Ganzes ist wichtig. Uns gefällt es vor allem über die Multikulturalität Temeswars, über die ethnische, religiöse Diversität zu sprechen, aber wenn wir nur das in Betracht ziehen, werden wir uns nicht von anderen Städten wie Arad oder Klausenburg/Cluj in dieser Hinsicht unterscheiden, weil auch in diesen Städten Multikulturalität existiert. Es ist offensichtlich, dass die Multikulturalität einen der Werte der Stadt ausmacht, aber wir müssen bei allen Kriterien punkten, um unsere Chancen zu maximieren“.

Und welches ist der Hauptgegner in diesem Fall? „Es ist unmöglich zu sagen, wer das sei. Alle stellen sich vor, dass Klausenburg unser wichtigster Konkurrent ist, weil es eine starke Kulturstadt ist. Wir müssen zugeben, dass es dort eine kulturelle Tradition gibt, die stärker ist als die Temeswars, es ist eine Stadt, die eine Infrastruktur für Kultur hat, die derer in Temeswarer überlegen ist. Aber wichtiger ist, dass wir die Kriterien erfüllen. Es ist unmöglich für uns zu wissen, was die Kandidaturakten anderer Städte beinhalten, was diese Städte für das Jahr als Kulturhauptstadt vorschlagen. Natürlich habe ich in meinen politischen Reden zu allen Anlässen die Multikulturalität und Harmonie, in der die Bürger leben, hervorgehoben. In diesem Moment kann aber der Inhalt der Akte nicht öffentlich gemacht werden, da sich jede Stadt von der anderen inspirieren ließe“.

 

 

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