Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Wir stellen die anderen Kandidaten vor: heute – Arad

Mittwoch, 26. August 2015

Zwei Wahrzeichen Arads: Die Statue der Heiligen Dreifaltigkeit, dahinter das Theater „Ioan Slavici“, das im 19. Jahrhundert im neoklassischen Stil errichtet wurde.

Ein Titel wie der einer Kulturhauptstadt Europas sowie das gute Beispiel, mit dem Hermannstadt/Sibiu allen anderen Städten Rumäniens vorangegangen ist, sind Grund genug, dass sich viele Städte bewerben. Für uns ist es wichtig, ein Auge auf die Vorbereitungen anderer Kandidaten zu werfen und Vergleiche zu ziehen. Deshalb schlagen wir nun eine Reihe von Artikeln vor, in denen einzelne Städte und ihre Vorbereitungen vorgestellt werden.

Und weil der „Arader Verein Kulturhauptstadt Europas 2021“ als erster auf unsere Frageliste reagiert hat und nicht etwa wie andere Kandidaten (Klausenburg/Cluj-Napoca) eine Frist verlangt hat (die wir ihnen gewähren), da das Team sich zurzeit ganz der Dokumentation widmet, oder erst gar nicht geantwortet hat (Jassy/Iaşi, Kronstadt/Braşov oder Craiova) und weil es sich schließlich um unsere Nachbarstadt handelt, wenden wir uns zuerst Arad zu.

Die Stadt an der Marosch, die es sich manchmal mit dem Vergleich zu Temeswar schwer tut, kann sich mit Theater oder Philharmonie durchaus zeigen lassen. Schöne Parkanlagen, entlang der Marosch und ein lebhaftes Sommerprogramm mit mehreren Festivals auf der Insel sind nur einige der Pluspunkte dieser multikulturellen Stadt.

„Arad hat eine Vision, eine Strategie und einen starken Willen, sich mittels der Kultur zu entwickeln. Wir wollen unser Kulturgut und die menschlichen Ressourcen vorstellen und ein Arad der Zukunft projizieren, nicht nur um jüngere Generationen davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, zu Hause zu bleiben und sich für die Stadt einzusetzen, sondern auch um von außen junge kreative, einfallsreiche Menschen heranzuziehen. Ich behaupte nicht, dass Arad gewinnen muss, sondern dass Arad es verdient, den Titel zu gewinnen. Unser Projekt ist nicht strikt für die Gegenwart, sondern liefert die Basis für den Wiederaufbau der Stadt von Grund auf“, erklärt Andrei Ando, der Geschäftsführer des Vereins „Arad – Kulturhauptstadt Europas 2021“ für die ADZ/BZ. Der Verein, der erst seit Oktober 2014 besteht, hat in dieser Zeitspanne einen Haushalt von ungefähr 80.000 Euro verwaltet.

Welches sind die Trumpfkarten der Stadt? „Es handelt sich um die Bürger der Stadt. Die Arader haben den Willen, sich zu entwickeln und an den Änderungen in ihrer Stadt teilzunehmen. Andererseits sind sie manchmal schwer zu überzeugen und zu mobilisieren, aber durch unsere Kandidatur versuchen wir, Mittel zu finden, sie von ihren Sofas zu erheben und in die öffentlichen Räume zu bringen. So wie die Charta der Kulturstädte und –regionen behauptet, müssen die Stadtbewohner mehr als nur Nutznießer, auch verantwortliche und aktive Bürger sein. Die Bürger zu aktivieren ist unser Hauptziel. Ein zweites Argument ist das Projekt, das wir nach den Konsultationen im Laufe dieses Jahres, vorstellen werden. Es ist ernst, wichtig und nachhaltig, mit einer soliden europäischen Dimension“.

Was sieht das Konzept der Kandidatur der Stadt Arad vor? „Arad soll eine kulturell aktive Stadt werden, die öffentlichen Räume sollen dabei von Innovation, Ideenreichtum, Einbeziehung und Initiative geprägt werden. Nach einigen Jahrzehnten, als diese Elemente durch repressive Staatspolitiken gehemmt wurden, sehen wir das Arad des Jahres 2021 als eine kulturelle Stadt mit Bürgern, die von ihrer Gemeinschaft begeistert sind und ihren Enthusiasmus an Europa weiterleiten“.

Und der größte Gewinn für die Bürger, wenn Arad den Titel gewinnen sollte? „Arad hat die außerordentliche Chance, wiedergeboren zu werden. Es geht um die materiellen, aber auch um extrem wichtige immaterielle Gewinne. Einer davon ist, dass sich die Bewohner durch das Erlangen des Titels ihres Patrimoniums wieder bewusst werden, dass sie sich in einer vibrierenden, lebendigen, attraktiven Stadt integriert fühlen, die Chancen generiert. Auch die Wiedergewinnung des Vertrauens in das Potenzial der Gemeinschaft, die Wiedergewinnung des Stolzes, diesem Ort anzugehören, ist von Bedeutung. Arad kann als Kulturhauptstadt Europas Räume des Treffens, der Debatten, der Kreativität generieren. Es wird ein Ort, aus dem Apathie und Lethargie verbannt werden, eine attraktive europäische Stadt, die sowohl ihren Bürgern als auch den Ausländern etwas anzubieten hat“.

 

 

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