Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

„Wir sind sehr optimistisch, dass wir auf die Kurzliste kommen!“ – Interview mit Simona Neumann, der Geschäftsführerin des Vereins „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“

Mittwoch, 04. November 2015

Simona Neumann (links) bei der Arbeit im Büro des Vereins.
Foto: Zoltán Pázmány

Seit dem 9. Oktober ist es offiziell: Temeswar hat seine Kandidatur für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2021 eingereicht. Über den Stand der Dinge und die nächsten Schritte spricht nun Simona Neumann, die Geschäftsführerin des Vereins Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021.


Wie fühlt sich das Team, das an der Dokumentation gearbeitet hat?

Es war ein sehr intensiv erlebtes Jahr, mit viel Arbeit und vielen Aktivitäten, ein Jahr, in dem das Team gefestigt wurde. Diese Etappe bedeutet zugleich auch der Abschluss eines Prozesses, der vor fünf Jahren begonnen hat, als die Temeswarer Zivilgesellschaft und die hiesigen Kulturinstitutionen, unterstützt von der Verwaltung begonnen haben, die Kandidatur anzustreben. Es wurde sehr intensiv gearbeitet, aber die Arbeit war angenehm, denn dieses Projekt kann unserer Stadt nur nutzen, egal wie das Resultat ausfallen wird. Das Team glaubt an das Ergebnis dieser Etappe. An diesem Prozess haben viele Personen und Institutionen beigetragen und die Bemühungen unseres Teams wurden durch das Verfassen der Dokumentation und die Einreichung beim Ministerium gekrönt. Wir sind alle zufrieden mit dem Ergebnis, glücklich, dass uns die Gemeinschaft unterstützt hat und dass wir ein starkes, europäisches Dossier realisiert haben, das den Geist Temeswars hinüberbringt.

Aber hat der Verein nun eine Mußestunde?

Die Tätigkeiten des Vereins während der Kandidatur verlaufen auf mehreren Ebenen, nicht nur was die Vorbereitung der Akte betrifft, sondern auch Kommunikationstätigkeiten und die Einbindung der Gemeinschaft in den gesamten Prozess. Es haben Beratungskampagnen, Kampagnen für die Information und Einbindung der Bürger stattgefunden. Wir waren bei allen großen Events in der Stadt dabei. Diese Tätigkeiten müssen fortgesetzt werden, auch wenn die Akte eingereicht wurden. Der nächste große Schritt, den wir vorbereiten müssen, ist die Verteidigung der Akte vor der Expertenjury, das Team arbeitet eben daran. Diese Etappe findet zwischen dem 7. und dem 10. Dezember in Bukarest statt. Da es ein Prozess ist, kann nicht von einer Mußestunde die Rede sein, die Tätigkeiten müssen fortgesetzt werden und die Tatsache, dass wir uns wünschen, zu gewinnen und dass wir positive Zeichen aus der Gemeinschaft bekommen, motiviert uns, optimistisch am Ball zu bleiben.

Wichtig ist uns auch, was andere Städte machen. Wie ihr die Kandidaturen der anderen Städte erscheinen, wollten wir von Simona Neumann erfahren.

Die 14 Städte Rumäniens, die ihre Kandidatur eingereicht haben, haben ihre Konzepte und Slogans der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Ich glaube, dass jede Stadt, so wie Temeswar, versucht hat, ein Konzept auszuarbeiten, das das Spezifikum der betreffenden Stadt zum Vorschein bringt. Jede der 14 Städte hat gleiche Chancen vor der Jury, die aus zehn internationalen Experten und zwei rumänischen Experten besteht. Das bedeutet, dass jede Stadt, die sich gut vorbereitet hat ein bedeutender Bewerber ist.

Warum müsste trotzdem Temeswar gewinnen?

Ich glaube, dass nach fünf Vorbereitungsjahren Temeswar die Gründe gefunden hat, warum es den Titel verdient, die Stadt hat ihre Schwächen und Stärken erkannt und die Temeswarer haben sich erinnert, dass sie ihre Kräfte vereinen müssen, wenn sie etwas in der Zukunft der Stadt verändern wollen. Während der Vorbereitungen hat sich Temeswar an die Momente aus seiner Geschichte erinnert, die eine besondere Bedeutung für Europa und Rumänien haben und konzentriert sich jetzt auf die Wiederbelebung jenes Geistes, um zu beweisen, dass der Unternehmersinn und das multi- und interkulturelle Spezifikum der Stadt Temeswar in Zukunft wieder die Aufmerksamkeit Europas auf sich ziehen kann.

Was werden Sie und was wird der Verein als erstes tun, wenn Temeswar auf die Kurzliste kommt?

Wir wünschen uns nicht nur, auf die Kurzliste zu kommen, wir sind auch sehr optimistisch, weil wir glauben, ein sehr starkes Dossier eingereicht zu haben, das eine große Wirkung auf europäischer Ebene haben wird. Weil dieses Jahr, das am intensivsten erlebte für die Kandidatur war und das eine effiziente Teamarbeit bedeutet hat, werde ich mit Sicherheit den Augenblick mit dem Team erleben wollen. Danach werden wir weitere Schritte für die nächste Etappe machen. Wir werden uns daran setzen, das zweite Dossier zu erarbeiten, in dem wir auf die Empfehlungen der Jury eingehen, und wir werden weitere Aktionen für die Mobilisierung der Gemeinschaft planen.

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