Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

„Eine große Verantwortung für das, was folgt“

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Simona Neumann hier bei einer Präsentation des Vereins
Foto: Zoltán Pázmány

Am Anfang waren es 14. Vierzehn Städte aus Rumänien haben für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2021 kandidiert und die verlangte Dokumentation beim Kulturministerium eingereicht. Vier Städte haben es in die Finale geschafft, darunter auch Temeswar/Timişoara. Über die weiteren Schritte und Zukunftsprojekte sprach die BZ-Redakteurin Ştefana Ciortea-Neamţiu mit Simona Neumann, der Geschäftsführerin des Vereins „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“.

 

Welches Gefühl hattest Du beim Erfahren, dass Temeswar auf die Kurzliste aufgenommen wurde?

Es war ein stark emotionaler Augenblick, als die Kurzliste bekannt gegeben wurde und unsere Stadt dabei war. Ich war glücklich und dankbar dem Team, das sich für die Erarbeitung der Dokumentation und die Kandidatur eingesetzt hat, und den Temeswarern, die uns zur Seite gestanden haben. Ich habe aber gleichzeitig eine unglaublich große Verantwortung für das gefühlt, was folgt. Es wird jetzt noch mehr verlangt, auch mehr Arbeit, aber das Ergebnis wird auf jeden Fall gut sein.

 

Welches war deiner Meinung nach die Stärke der eingereichten Dokumentation und der Präsentation der Stadt?

Wir hatten eine Kandidatur-Dokumentation, die ein einfaches, kohärentes, pragmatisches und zugleich sehr europäisches Programm vorgestellt hat. Als Konzept haben wir „Erhelle deine Stadt!“ gewählt. Die Kandidatur vereint die Banater Erfahrung und die Geschichte des guten Zusammenlebens in einer europäischen Gegenwartsperspektive. Die Werte der Mittelschicht sowie die Multi- und Interkulturalität, die Ökumene, der Bürgersinn und der Unternehmergeist sind im Geiste dieses Jahrhunderts überdacht. Temeswar hat ein großes Patrimonium und Kulturinstitutionen mit Erfahrung, die uns ermöglichen, das Programm für das Jahr 2021 durch die internationalen Partnerschaften umzusetzen, und dadurch zur kulturellen Vielfalt Europas beizutragen. Die Kandidatur betrifft Temeswar und die historische Region des Banats, also Teile Rumäniens, Serbiens und Ungarns. Die Stadt an der Bega ist gut an das Transportnetz angebunden und ist so für den ausländischen Touristen relativ leicht erreichbar. Nicht zuletzt handelt es sich hier um eine Stadt, die vom wirtschaftlichen Standpunkt her gut entwickelt ist und den Touristen gute Übernachtungsgelegenheiten bieten kann. Das alles bestätigt, dass Temeswar einen großen Event wie jenen im Jahre 2021 veranstalten kann.

 

Wie schien dir diese erste Auswahletappe?

Wir haben den Prozess bereits 2010 gestartet, weil wir uns eine breite Unterstützung seitens der Gemeinde sichern wollten. Wir haben Momente des Enthusiasmus erlebt, des Lokalpatriotismus, der Zweifel, Ängste, Kritiken und Enttäuschungen und wir haben eine große Hoffnung gehegt, dass wir unsere Kräfte vereinen können, um es in die zweite Runde zu schaffen. Die ganze Zeit waren wir die Anhänger der Idee des offenen Dialogs und wir haben versucht, von den europäischen Städten zu lernen, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Der Auswahlprozess schien mir korrekt, die Experten aus der Jury hatten solide Erfahrungen in der Organisation und Abwicklung eines solchen Programms, in kreativen Industrien, in der nachhaltigen Stadtentwicklung und in der Heranziehung eines breiten Publikums.

 

Welches wird der nächste Schritt sein, den der Verein unternimmt?

Nachdem wir den Bericht der Jury erhalten, werden wir uns daran setzen, die zweite Akte für die Kandidatur zu erstellen, die auf die Empfehlungen der anderen fußt. Wir werden die Workshops mit den Künstlern und Kulturmenschen, mit den Universitäten und den Nichtregierungsorganisationen wieder aufnehmen, um das Kulturprogramm zu erweitern. Wir werden auch weiterhin unser Publikum korrekt und transparent informieren, Freiwillige heranziehen und internationale Partnerschaften entwickeln, die im Projekt angegeben sind. Das Kulturministerium wird den Kalender für die letzte Etappe des Wettbewerbs bekannt machen, die 2016 stattfinden wird.

 

Jetzt muss ein Programm für das Jahr 2021 aufgestellt werden. Wie wird es aussehen?

Wie schon erwähnt, werden wir mit den Kulturinstitutionen zusammenarbeiten, aber auch mit den Nichtregierungsorganisationen. Wir wollen vermehrt die Jugendlichen für die Kandidatur interessieren, sie und ihre Interessen sowie die Underground-Kultur einbinden.

 

Welches ist deiner Meinung nach der wichtigste Gegenkandidat?

Alle anderen Kandidaten, die auf der Kurzliste stehen, haben durchführbare Projekte und wir halten sie alle für gleich wertvoll.

 

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