Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Trumpfkarte: Multikulturalität/ Die Bedeutung der Kandidatur für die Deutschen aus dem Banat

Mittwoch, 19. November 2014

Dieses Gebäude bringt es auf den Punkt: Temeswar ist eine multikulturelle Stadt! Die Oper sowie Theater in drei Sprachen (Rumänisch, Deutsch und Ungarisch) sind hier unter einem Dach. Foto: Zoltán Pázmány

„Die zwei Trumpfkarten Temeswars sind zum einen die Multikulturalität der Stadt, zum zweiten der ausgeprägte Bürgersinn der Bewohner.“ Die Erklärung stammt von Univ.-Prof. Dr. Alin Gavreliuc, dem Dekan der Soziologie-Fakultät an der West-Universität Temeswar, und ist keine Floskel, sondern das Ergebnis einer soziologischen Studie, welche die Fakultät im Zuge der Kandidatur unserer Stadt für den Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ durchgeführt hat.

Der Verein hat vergangene Woche eine Reihe von Werkstätten organisiert, um das kulturelle Potenzial der Stadt zu identifizieren und weiter zu entwickeln: „Wir wollen mit den Ateliers das kreative Potenzial einzelner Gemeinden und Gruppen hervorheben: der kulturellen Gruppen und Sprachgemeinschaften, der Jugendlichen und Senioren sowie der Bewohner der historischen Wohnviertel der Stadt. Wir versuchen alle Bürger mit ins Boot zu holen“, erklärte Simona Neumann, die Direktorin des Vereins für die BZ.

Die zwei wichtigsten Aspekte sind dabei das Hervorheben der Multi- und Interkulturalität der Stadt und damit das Einbinden aller kulturellen Gruppen einerseits, andererseits soll von den Kulturveranstaltungen nicht nur die Stadtmitte profitieren, alle Viertel sollen am Kulturleben teilhaben, weil sich das Programm einer Kulturhauptstadt Europas nicht exklusiv an die festen Theaterbesucher oder an die Opernliebhaber richtet, sondern ein breites Publikum erreichen soll.

 

Temeswar 2021 in den Augen der Deutschen

 

Wie stehen nun die Deutschen aus dem Banat der Kandidatur gegenüber?

Prof. Dr. Karl Singer, der Vorsitzende des DFDB, erklärte für die BZ: „Eine Kulturhauptstadt ist mehr als nur eine große Palette von Veranstaltungen. Die Stadt muss aus seiner Architektur (verbessert, erneuert, saniert, renoviert) ein entsprechendes Bild bieten können. Es ist nicht unbekannt und nicht neu, dass das Forum in allen kulturellen Veranstaltungen der Stadt eingebunden war und auch dass dieses in höheren Maßen 2021 geschehen können wird. Was ich mir an Veranstaltungen vorstelle: ein vernetztes Auftreten der Tanzgruppen des DFBJ und des DFD-Temeswar, Reschitza, Arad, Ausstellungen mit vorgegebenen Themen und die Heimattage, die alle zwei Jahre stattfinden, auch 2021“.

Helen Alba-Kling, die Vorsitzende des DFDT, sprach mit der BZ, allerdings nicht im Namen des Vereins: „Da wir das Thema Temeswar - Kulturhauptstadt Europas 2021 noch in keiner Vorstandssitzung des DFDB oder DFDT ins Gespräch gebracht haben, kann ich nur meine eigene Meinung dazu äußern. Meine Erwartungen, was diesen Titel einer Kulturhauptstadt Europas angeht, wären, je mehr über unsere Banater deutsche Kultur an Besucher und Touristen weiterzugeben. Das heißt, es müssen verschiedene Veranstaltungen geplant, Referate und eventuell Dia- und Videofilme vorbereitet, Faltbogen gedruckt werden. Ich bin sicher, dass die Sitten und Bräuche der Banater Heide und Hecke, aber auch des Banater Berglands auf Interesse stoßen werden. Mit Sicherheit wird sich das DFDT darin implizieren. Da bis zum Jahr 2021 noch zwei Mal ein neuer DFDT-Vorstand und Vorsitzender gewählt wird, kann ich auch diesmal nur eine Meinung aussagen. Das DFDT, mit Sicherheit auch alle anderen größeren Ortsforen des Banats, werden sich implizieren. Ich könnte mir gut vorstellen, die Banater Küche dabei vorzustellen, eine Trachtenschau zu organisieren, Blasmusikorchester aufspielen zu lassen oder einen Brauch der Banater Schwaben aufleben zu lassen. Ich glaube dass die Tradition der Banater Schwaben, Theaterstücke auf die Bühne zu bringen, bis dahin weitergeführt werden kann. Und anlässlich der Heimattage, die 2021 in Temeswar abgehalten werden, kann die Banater Kulturlandschaft so richtig zur Geltung gebracht werden“.

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